Nicht nur Bars: Was ab heute wieder alles geöffnet werden darf

Cocktail in Kneipen und BarsWir hatten uns ja mit einigen Schließungen arrangiert, aber ab heute dürfen sich wieder weitere Türen öffnen. An manche Dinge wie geschlossene Spielcasinos kann man sich gewöhnen, aber dass Kneipen und Bars mit Einschränkungen geöffnet werden dürfen, bringt ein Stück Normalität in den Wedding zurück. Wir haben das einmal für euch zusammengefasst.

Nur eine Träne für Tegel

(C) Steno Rt Kaluba

UPDATE 20.5.20 Vogelgezwitscher kann ganz schön laut sein. Manche Bewohnerinnen und Bewohner des Afrikanischen, des Englischen Viertels und des Soldiner Kiezes wissen das erst seit Corona. Zuvor sorgte, je nach Windrichtung, Fluglärm des nahen Flughafens Tegel (TXL) für eine ständige Geräuschkulisse. Im Jahr 2018 startete oder landete in Tegel zwischen 6 und 23 Uhr durchschnittlich alle zwei Minuten ein Flugzeug – pro Jahr wurden so 22 Millionen Fluggäste abgefertigt. Nun ist wegen der Covid-19-Pandemie der Flugverkehr praktisch zum Erliegen gekommen – jedenfalls wird der Flughafen Tegel, der eigentlich erst Ende Oktober schließen sollte, schon ab 15. Juni ganz offiziell den Flugbetrieb einstellen. Ob Tegel bis zur Eröffnung des neuen Flughafens BER überhaupt noch einmal an den Start geht, steht in den Sternen. Als Würdigung dieses in Berlin geliebten und zugleich bei Anrainern so verhassten Flughafens haben wir für euch noch ein paar Fun Facts. Und bei aller Freude über die Ruhe in der Luft: Eine Träne für Tegel verdrücken ist okay.

Der Weddingweiser – gegen Vereinsamung und Verunsicherung

Im Moment erleben die Menschen eine Krise. Neben den staatlichen Verboten und Appellen kommt es jetzt auf den gesunden Menschenverstand an, um die Ausbreitung des Coronavirus zumindest zu verlangsamen. Die Menschen sind aus gutem Grund dazu angehalten, zu Hause zu bleiben, wenn es ihnen irgendwie möglich ist. Es geht um den Schutz der Gemeinschaft. Überall findet man derzeit eine Mischung aus dem Gefühl des Kontrollverlusts, des Trotzes, aber gleichzeitig auch des Durchhaltewillens und des Kampfgeistes. Wir vom Weddingweiser begleiten die Menschen im Wedding durch diese Zeit. Mit Artikeln, Servicebeiträgen und ganz konkreten Tipps, die der Vereinsamung, Verunsicherung und auch Falschinformationen entgegenwirken sollen.

Davon geht der Wedding nicht unter!

Neueröffnungen und Schließungen gehören dazu.

Meinung Kommt der Wedding, ist er schon da oder geht er jetzt plötzlich sogar unter? Seit einiger Zeit wird in den sozialen Medien und auch in unserer Redaktion wieder darüber diskutiert. Einige Schließungen von Bars, Restaurants und Galerien im Stadtteil waren Anlass für düstere Gedanken. Hier und da machte sich sogar Endzeitstimmung breit. Geht der Wedding den Bach runter, ist jetzt alles vorbei? Keinesfalls!

Sag zum Abschied leise Prost

Bier und Suppe, dafür stand das ResOtto. Foto: Ramona Gamradt

Wir hatten uns irgendwie daran gewöhnt: Die gastronomische Landkarte des Wedding ist über die Jahre vielfältiger geworden. Auf einmal scheint das aus und vorbei zu sein – so kommt es einem im Moment zumindest vor. Denn innerhalb weniger Wochen ist der Wedding schlagartig um ein paar beliebte Namen ärmer geworden. Dafür gibt es viele persönliche Gründe der Betreiber; die unübersehbare Gentrifizierung ist dabei wohl gar nicht entscheidend gewesen. Und dennoch fällt eine gewisse Häufung auf. Wir haben zusammengefasst, wo schmerzliche Lücken entstanden sind.

Nachruf auf die Videotheken im Wedding

Video World, Wedding, Videothek
© Samuel Orsenne

Videotheken: Von all den kleinen Filialen, die sich aufmachten, uns die große weite Welt zu zeigen, war nur noch eine übrig geblieben. Und auch die in der Prinzenallee auf Höhe Bellermannstraße, die letzte ihrer Art auf Weddinger Gebiet, schließt jetzt. Allein ihr Name ist schon Anachronismus pur. Eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Online-Leihangebote mindestes dreimal so teuer sind. Ein Nachruf auf eine Institution.

Kinderclub sagt: Auf Wiedersehen, Kinder!

Soldiner Straße 5. Hier war 13 Jahre lang der Kinderclub. Foto: Andrei Schnell
Soldiner Straße 5. Hier war 13 Jahre lang der Kinderclub. Foto: Andrei Schnell

Heute, am 13. Dezember verabschieden sich die Mädchen, am 15. Dezember die Jungen. Und dann wird Carola Knauft den offenen Freizeitladen in der Soldiner Straße 5, der unter dem Namen Kinderclub im Soldiner Kiez bekannt war, für immer schließen. Es gibt mehrere Gründe für die Schließung.

Goodbye Stattbad, und danke für den Fisch

Stattbad Wedding, alles ruhig auf der Gerichtstraße?
Stattbad Wedding, alles ruhig auf der Gerichtstraße?

Jetzt sollte es auch wirklich der allerletzte Insasse unserer kleinen Kiez-Anstalt mitbekommen haben: Der Wedding verändert sich. Und das Dragoner-Areal in Kreuzberg? Das wird bebaut. Vorher wird jedoch erst einmal heimlich, still und leise abgerissen, und zwar genau jenes Gebäude, welches von der Straße aus derzeit noch fast völlig intakt aussieht. Die Rede ist vom Stadtbad Wedding. Als ehemaliger Anwohner war ich aus ganz unterschiedlichen Gründen nie wirklich ein großer Freund dieser Einrichtung. Doch hat es solch ein schändliches Ende wirklich verdient? Einfach mit dem Kran von hinten erdolcht und abgerissen zu werden? Ich sage, Goodbye Stattbad, und danke für den Fisch.