So arm ist der Wedding

Text: Für die Armen
Leben im Wedding noch immer die Armen Berlins? – Foto: Andrei Schnell

Für den einen ist der Wedding längst durchgentrifiziert, für den anderen ist er noch immer ein Refugium für Leute mit wenig Geld. Was stimmt eigentlich? Der Senat hat Anfang Juni Zahlen zur sozialen Lage in Berlin veröffentlicht. Die darin enthaltenen Bewertungen sind allerdings veraltet. Hier ein grobes Bild von der sozialen Lage des Weddings, anhand eines Blicks auf 18 Jahre Sozialreport.

Der perfekte Sommertag nördlich der Seestraße

Auf der Wiese liegen uns lesen: das ist Sommer! Foto: Sulamith Sallmann
Auf der Wiese liegen uns lesen: das ist Sommer! Foto: Sulamith Sallmann

Wir könnte eigentlich der perfekte Sommertag im Wedding aussehen? Die eingefleischten Weddingliebhaber unter uns, die das Wochenende lieber im Park ihres Vertrauens verbringen, anstatt die Weltreise in andere Bezirke aufzunehmen, kennen den Struggle. Hier ein paar Tipps für den perfekten Sommertag nördlich der Seestraße.

Eine Frage: Sind wir im Wedding dreckig?

Meinung Als ich vor fast drei Jahren in den Wedding zog, war das keine Liebe auf den ersten Blick, aber eine auf den zweiten. Die soll ja bekanntermaßen länger halten als die rosarote Wolkenverliebtheit, bei der man schnell einer Selbsttäuschung erliegt beziehungsweise allerlei Illusionen. Und was danach kommt, ist schnöde Ernüchterung. Bei mir und dem Wedding war es genau anders herum. Am Anfang stand die Ernüchterung, dann wuchs eine Liebe auf den zweiten Blick.

Solarkocher, Sanddüne, versteckter Garten

Weddinger Stadtnatur: Im Schul-Umwelt-Zentrum in der Scharnweberstraße. Foto: Hensel
Weddinger Stadtnatur: Im Schul-Umwelt-Zentrum in der Scharnweberstraße. Foto: Hensel

Es gibt Orte im Wedding, die findet man nur, wenn jemand sie empfiehlt. Und wenn man sie dann gefunden hat, dann offenbaren sie sich nicht sofort, sondern erst nach und nach. Das Schul-Umwelt-Zentrum (SUZ Mitte) ist ein solcher Ort. Er liegt versteckt in der Scharnweberstraße, hoch oben im Wedding. Von der Straße aus sieht man nur ein unscheinbares Tor, einen Weg, der irgendwie ins Grüne führt. Der Lange Tag der Stadtnatur lud kürzlich dazu ein, dieses versteckte Paradies auf vielfältige Weise zu erkunden.

Engagiert für Natur und Umwelt im Stadtteil

Der Umweltpreis wurde im Schul-Umwelt-Zentrum in der Scharnweberstraße verliehen. Foto: S. Sallmann
Der Umweltpreis wurde im Schul-Umwelt-Zentrum in der Scharnweberstraße verliehen. Foto: S. Sallmann

Scheren sich die Weddinger um die Umwelt? Einige schon – und die tun das mit besonders viel Engagement und Kreativität. Das Bezirksamt hat zwölf dieser Projekte ausgewählt und mit dem Umweltpreis Mitte ausgezeichnet. Die Projekte präsentierten sich am 11. Juni im Schul-Umwelt-Zentrum in der Scharnweberstraße. Wie das Bezirksamt in einer Pressemitteilung zur Preisverleihung bemerkte, waren die 25 Einreichungen durch eine große Vielfalt gekennzeichnet. Von Projekten zur Abfallvermeidung über Schulgärten und Stadtgärtnern bis hin zu künstlerischen Arbeiten war alles vertreten.

Fête de la Musique 2018 im Wedding

Achtung Musik! Hier bei der Fête de la Musique im Wedding 2012. Foto: S. Sallmann
Achtung Musik! Hier bei der Fête de la Musique im Wedding 2012. Foto: S. Sallmann

Der längste Tag des Jahres steht bevor und damit auch die längste Musiknacht. Am 21. Juni findet die Fête de la Musique statt. Umsonst und draußen gibt es dann wieder unzählige Konzerte, auch im Wedding. Hier ist die Fête de la Musique 2018 im Wedding – von A-Z sortiert.

Stromkastenstyling: Aus Grau mach Tierwelt

Wem sind sie kein Dorn im Auge, wild gesprühte Graffiti? Wer in den kommenden Monaten Schülergruppen beim Besprühen von Stromkästen erwischen, sollte sich aber trotzdem nicht ärgern. Der Betreiber Stromnetz Berlin hat auch in diesem Jahr Kinder und Jugendliche eingeladen, unter dem Motto „Tiere, Zukunft, Strom“ ihre Ideen in Bildern auszudrücken und Stromkästen zu verschönern.

„L’Af“: Buntes Straßenfest in der Lüderitzstraße

Die Lüderitzstraße hat in letzter Zeit viele Schlagzeilen produziert. Sie soll auf Beschluss der Bezirksverordneten einen neuen Namen bekommen, da der Namensgeber nicht weiter geehrt werden soll. Zuletzt war die Ecke zur Kameruner Straße in den Schlagzeilen, da ein vernachlässigtes und illegal bewohntes Haus von der Polizei geräumt werden musste. Nichtsdestotrotz ist die Lüderitzstraße eine lebendige Straße voller kreativer Läden und Werkstätten. Eine neuer Verein mit dem Namen „Ladenstraße Afrikanisches VIertel e.V.“ stellt am Samstag, den 2. Juni ein Straßenfest auf die Beine.