Einen Kaffee ohne Becher, bitte!

Einwegbecher im Humboldthain. Nach wenigen Minuten war er Müll. Foto: Hensel
Einwegbecher im Humboldthain. Nach wenigen Minuten war er Müll. Foto: Hensel

Sie liegen im Humboldthain herum und säumen viele Straßen und Plätze: benutzte Kaffeebecher. Es sind einige von 170 Millionen Einwegbechern, die pro Jahr allein in Berlin anfallen. Was nur wenige Minuten für den Unterwegs-Kaffee genutzt wird, landet im Anschluss im Müll oder im öffentlichen Raum. Die Initiative Better World Cup will das ändern. Manche Cafés im Wedding bieten unabhängig davon eigene Rabatte an.

Hübsch bist Du geworden, kleine Motte!

Dzintra Kottmann und ihr Sohn Adrian. Zum Café-Team gehören noch fünf weitere Familienmitglieder. Foto: Hensel
Dzintra Kottmann und ihr Sohn Adrian. Zum Café-Team gehören noch fünf weitere Familienmitglieder. Foto: Hensel

Noch ist es gar nicht so richtig eröffnet, das neue Café an der Ecke Malplaquetstraße und Nazarethkirchstraße. Doch man ahnt schon, was es wird: Seit einigen Wochen tut sich was im ehemaligen Spiritus Mundi. Die Räume wurden aufwendig renoviert, die Kaffeemaschine ist schon angeschlossen, in der vergangenen Woche eröffnete bereits eine erste Ausstellung im Café Motte. Bald können die Tische rausgestellt werden und man kann an dieser schönen Ecke wieder draußen sitzen.

Borik: Darf es mal rustikal sein?

Dafür musste man auch früher schon nicht in die Großstadt fahren  – jugoslawische Restaurants gab es fast flächendeckend in der alten Bundesrepublik und in Westberlin. Nach dem Zerfall Jugoslawiens warben diese Gaststätten mit „internationalen Spezialitäten“ oder firmierten als kroatische Restaurants. Von den vielen Grills dieser Art ist im Wedding nur noch eine Handvoll übriggeblieben. Das Borik in der Prinzenallee ist schon seit 42 Jahren am gleichen Standort und findet noch immer ein treues Publikum.

Davon geht der Wedding nicht unter!

Neueröffnungen und Schließungen gehören dazu.

Meinung Kommt der Wedding, ist er schon da oder geht er jetzt plötzlich sogar unter? Seit einiger Zeit wird in den sozialen Medien und auch in unserer Redaktion wieder darüber diskutiert. Einige Schließungen von Bars, Restaurants und Galerien im Stadtteil waren Anlass für düstere Gedanken. Hier und da machte sich sogar Endzeitstimmung breit. Geht der Wedding den Bach runter, ist jetzt alles vorbei? Keinesfalls!

Sag zum Abschied leise Prost

Bier und Suppe, dafür stand das ResOtto. Foto: Ramona Gamradt

Wir hatten uns irgendwie daran gewöhnt: Die gastronomische Landkarte des Wedding ist über die Jahre vielfältiger geworden. Auf einmal scheint das aus und vorbei zu sein – so kommt es einem im Moment zumindest vor. Denn innerhalb weniger Wochen ist der Wedding schlagartig um ein paar beliebte Namen ärmer geworden. Dafür gibt es viele persönliche Gründe der Betreiber; die unübersehbare Gentrifizierung ist dabei wohl gar nicht entscheidend gewesen. Und dennoch fällt eine gewisse Häufung auf. Wir haben zusammengefasst, wo schmerzliche Lücken entstanden sind.

Dilekerei: Die ganze Welt auf einem Kuchenteller

Das Schaufenster der Dilekerei in der Eulerstraße. Foto: A. Oertel
Das Schaufenster in der Eulerstraße. Foto: A. Oertel

Als ich das erste Mal an der Dilekerei vorbeiging, dachte ich: Nur ein weiteres Angebot für heiratswillige Türken. Die Besitzerin Dilek Topkara straft meine Vorurteile Lügen und belehrt mich eines Besseren. In der Eulerstraße 11b gibt es seit fünf Jahren natürlich vor allem Hochzeitstorten, doch die Kunden kommen aus aller Herren Länder. Am Wochenende ist darüber hinaus das Café geöffnet. Hier gibt es leckeren Kuchen in entspannter Atmosphäre.