Der Wedding bleibt hässlich

Fahrrad, Antwerpener Straße, kuriosParkverbotsschilder auf dem Gehweg sind ihre ersten Vorboten. Wenig später schon folgen die Abschlepper, gern von ein bis zwei mehr oder minder präsenten Polizeiuniformen flankiert, bevor es offensichtlich wird. Das bis gestern noch recht unscheinbare Wohnhaus wird eingerüstet – und verschwindet für mehrere Wochen gänzlich hinter Hämmern, Stemmen und (vielleicht bald schon geklauten) Bauaufzügen. „Gentrifidings“ ruft man eilig dort, wo von außen mal eben aufgehübscht werden soll. Dabei steht auch deswegen längst fest: von innen bleibt der Wedding hässlich. Trotz neuem Zeppelinplatz. Trotz aufgeklebter Dämmplatten. Trotz der neuen Fassaden, der neuen Balkone und der aufgemalten Klinkersteine.

Ein Auf und ab: Das Jahr 2017 im Wedding

Bunter Wedding: Farbbeutel fliegen auf neue Fassaden. Lebendiger Wedding: Ob Droschkenpferde, ein Designmarkt oder Honigbienen, alles ist bei uns in Bewegung. Glanzvoller Wedding: Die Berlinale, der neue Zeppelinplatz oder ein Kulturfestival, unser Stadtteil braucht sich nicht zu verstecken. Schließlich scheint der Rathausvorplatz, der weiterhin keinen Namen haben wird, noch vor dem BER fertig zu werden.

Bunte Spuren im grauen Weddinger Winter

Foto: Annika KeilenMit grimmigem Gesicht schlage ich mich durch die Massen, die mit eiligen Schritten aus der S-Bahn huschen. Ihre Gesichter verstecken sich hinter Wollmützen und dicken Schals. Der Winter ist da. Nicht irgendein Winter, sondern der gefürchtete Berliner Winter –  grau und endlos. Von meinem Fenster am Nettelbeckplatz aus konnte ich genau verfolgen, wie die letzten Blätter ihre bunte Farbe verloren und in eine braune Biomasse übergingen. Übrig blieben Matsche, nackte Bäume und Hoffnung. Hoffnung auf die ein oder andere Oase, die es hilft auch bei eisigen Temperaturen den Weddinger Winter zu überleben. Am Nettelbeckplatz spreche ich eine Dame mittleren Alters an und frage sie nach farbenfrohen Orten im Wedding. „Ick kenn keenen bunten Ort hier. Hier is allet trüb. Aber viel Glück noch.“ Trotz dieser nicht so erfolgsverheißenden Antwort setzte ich meine Suche fort.

Das Jahr aus Sicht der Brauseboys (Teil 2)

Blick auf die Müllerstr. Foto: D_Kori

In ihrem zwölften Jahresrückblick stellen die Brauseboys erstmals positive Nachrichten ins Zentrum: Berlin hat neue Pandas! Orkantief Xavier sorgt für Vollbeschäftigung in der Forstwirtschaft! Air Berlin senkt seine Klima-Emissionen auf Null! Trumps Frisur hat das ganze Jahr gehalten! Weder er noch Kim Jong-Un haben den 3. Weltkrieg begonnen! Noch nie wollten so viele Parteien in Deutschland nicht regieren! Im zweiten Teil präsentieren wir hier Texte aus dem Herbst und dem Winter.

Das Jahr aus Sicht der Brauseboys (Teil 1)

Frühling im Wedding

In ihrem zwölften Jahresrückblick stellen die Brauseboys erstmals positive Nachrichten ins Zentrum: Berlin hat neue Pandas! Orkantief Xavier sorgt für Vollbeschäftigung in der Forstwirtschaft! Air Berlin senkt seine Klima-Emissionen auf Null! Trumps Frisur hat das ganze Jahr gehalten! Weder er noch Kim Jong-Un haben den 3. Weltkrieg begonnen! Noch nie wollten so viele Parteien in Deutschland nicht regieren! Im ersten Teil präsentieren wir hier Texte aus dem Frühling und Sommer.

Für wen sich der Ökomarkt auf dem Leo lohnt

Auf dem Leopoldplatz befindet sich, man mag es kaum glauben, der älteste noch bestehende Ökomarkt der Stadt. Dienstags und freitags gibt es hier Biobrot, Bio-Obst und -Gemüse, Bio-Milch und -Käse und frische Säfte. Nur Freitags werden auch regionale Fleischprodukte verkauft und es gibt einen Räucherfischstand. Das alles ist sehr übersichtlich, aber wer sich mit den Marktständen auskennt, wird ein ausreichendes Angebot vorfinden. Für wen ist dieser Markt denn genau das Richtige?

Was, wann, wo im Wedding: Gottesdienste an Weihnachten

Zumindest an Heiligabend werden die Kirchen im Wedding wieder überfüllt sein. Es gibt sehr unterschiedliche Formen wie Krippenandachten, Familiengottesdienste mit Krippenspiel, Christvespern, eine Christmette oder einen Gottesdienst mit Bildmeditation. Es lohnt sich, aus dem großen Angebot im Wedding auszuwählen und die teilweise sehr schönen Kirchengebäude von innen zu erleben. Leuchtende Kinderaugen, zahllose Kerzen an den großen Weihnachts­bäumen, eine feierliche und zugleich aufgeregte Stimmung beispielsweise in der voll besetzen St. Jo­sephskirche: Im Mittelpunkt steht dabei neben vielen bekannten Weihnachtsliedern ein Krippen­spiel, das von 4- bis 12-jährigen Kindern aufgeführt wird; in diesem Jahr das Stück „Der Sternenengel und die Hoffnung“. In St. Joseph wird auch die traditionelle Mitternachtsmesse gefeiert, sie beginnt also um 24 Uhr.  Wir geben einen Überblick über die deutschsprachigen Gottesdienstzeiten der evangelischen Kirche (EKBO) und des Erzbistums Berlin.

Warum AmMa65 am Ende jeden angeht

 

Amma65 © Andaras Hahn

Überall werden momentan Häuser verkauft, oftmals auch die Mieter vertrieben – sei es durch bewusste Schikane oder das legale Einsetzen von Mietsteigerungen. Meist hört man Fälle aus Kreuzberg, doch jedes Baugerüst vor einem Haus in unserem Wedding ruft in mir ein komisches Gefühl hervor.
Der aktuell prominenteste Fall ist der bevorstehende Verkauf des Eckhauses Amsterdamer/Malplaquetstraße, kurz AmMa65. Am Sonntag lud das Haus zum Adventsumtrunk in die Montagehalle ein.