Davon geht der Wedding nicht unter!

Neueröffnungen und Schließungen gehören dazu.

Meinung Kommt der Wedding, ist er schon da oder geht er jetzt plötzlich sogar unter? Seit einiger Zeit wird in den sozialen Medien und auch in unserer Redaktion wieder darüber diskutiert. Einige Schließungen von Bars, Restaurants und Galerien im Stadtteil waren Anlass für düstere Gedanken. Hier und da machte sich sogar Endzeitstimmung breit. Geht der Wedding den Bach runter, ist jetzt alles vorbei? Keinesfalls!

Sag zum Abschied leise Prost

Bier und Suppe, dafür stand das ResOtto. Foto: Ramona Gamradt

Wir hatten uns irgendwie daran gewöhnt: Die gastronomische Landkarte des Wedding ist über die Jahre vielfältiger geworden. Auf einmal scheint das aus und vorbei zu sein – so kommt es einem im Moment zumindest vor. Denn innerhalb weniger Wochen ist der Wedding schlagartig um ein paar beliebte Namen ärmer geworden. Dafür gibt es viele persönliche Gründe der Betreiber; die unübersehbare Gentrifizierung ist dabei wohl gar nicht entscheidend gewesen. Und dennoch fällt eine gewisse Häufung auf. Wir haben zusammengefasst, wo schmerzliche Lücken entstanden sind.

Abgewehrt: Weniger Abwasser in die Panke!

Im Abwasserkanal Grüntaler Straße wird ein wehr eingebaut. Foto: A. Schnell

Die Panke ist ein Bach, sieht aber aus wie ein Kanal. Das Weddinger Abwasser fließt durch unterirdische Leitungen, die Kanal heißen, aber wie Tunnel aussehen. Einer dieser Tunnel unter der Grüntaler Straße hat am Dienstag (20.3.) ein Wehr bekommen, ein Abwasserwehr . Es soll verhindern, dass die Kanalisation bei starkem Regen überläuft und der mitgeführte Dreck ins Kanalbett der Panke fließt.

Nähcafé: Eine Verabredung mit Nadel und Faden

Beim Nähcafé. Foto: D. Hensel
Beim Nähcafé. Foto: D. Hensel

Aus der alten Bluse wird eine Tasche, der Rock wird gekürzt und der Kopfkissenbezug wird upgecycled und verbringt seine Tage zukünftig als Lunchbeutel. Was sonst vielleicht im Altkleidercontainer gelandet wäre, wird donnerstags in der Fabrik Osloer Straße beim Nähcafé einfach umgeschneidert. Das Motto des Nähcafés ist schließlich „Aus alt mach neu“. Eine Teilnehmerin erzählt von ihrer wöchentlichen Verabredung mit Nähmaschinen, Stoffen und Modedesignerin Cora Lie. | Den Beitrag gibt es auch als Hörversion.

Tagescafé Baobab in der Soldiner Straße

Das Café Baobab von außen
Noch neu in der Soldiner 41 ist das Baobab. Foto: Andrei Schnell

Noch neu ist das Café Baobab in der Soldiner Straße 41. Die Betreiber Györgyi Bòka und Victor Matekole hatten zwar am 15. Dezember 2017 ihren ersten Tag mit offenen Türen, doch komplett fertig sind sie noch nicht mit allem. Sie haben den Weddingweiser gebeten, mit einem Artikel zu warten. Ja, wenn bloß Geduld eine Stärke dieser Plattform wäre, seufz. Hier ist unser erster Artikel mit allen Infos, die jeder erhalten kann, der einfach mal in diesem vegetarischen Café im Soldiner Kiez vorbeischaut. Wobei wir finden, dass ein Besuch sich schon jetzt lohnt.