Eine Community so bunt und lebendig wie der Stadtteil: die Weddingweiser Pinnwand

Wir feiern 10.000 Mitglieder in der Facebook-Gruppe „Weddingweiser Pinnwand“

„Seit ich vor vier Jahren in den Wedding gezogen bin, habe ich immer wieder die Pinnwand genutzt. Ich finde die Idee der gegenseitigen Hilfe toll, das hat mich dem Kiez gegenüber geöffnet“, sagt Carla Weigt. Nicht nur die Angebote zum Verkauf, zum Tauschen und zum Verschenken helfen den Mitgliedern, bei ihr habe es ganz konkret dazu beigetragen, im Wedding anzukommen. Für die gebürtige Luckenwalderin sind es aber nicht nur die Angebote, die die Pinnwand reizvoll machen: „Ich finde gut, wenn man eine Frage stellt, und es immer jemanden gibt, der auskunftsfreudig ist“, betont Carla. Auch die praktische Lebenshilfe macht die Lektüre spannend, wie beispielsweise die Antwort auf die Frage: Was tun, wenn die Nachbarn zu laut sind?

Der Wedding bleibt hässlich

Fahrrad, Antwerpener Straße, kuriosParkverbotsschilder auf dem Gehweg sind ihre ersten Vorboten. Wenig später schon folgen die Abschlepper, gern von ein bis zwei mehr oder minder präsenten Polizeiuniformen flankiert, bevor es offensichtlich wird. Das bis gestern noch recht unscheinbare Wohnhaus wird eingerüstet – und verschwindet für mehrere Wochen gänzlich hinter Hämmern, Stemmen und (vielleicht bald schon geklauten) Bauaufzügen. „Gentrifidings“ ruft man eilig dort, wo von außen mal eben aufgehübscht werden soll. Dabei steht auch deswegen längst fest: von innen bleibt der Wedding hässlich. Trotz neuem Zeppelinplatz. Trotz aufgeklebter Dämmplatten. Trotz der neuen Fassaden, der neuen Balkone und der aufgemalten Klinkersteine.

Bunte Spuren im grauen Weddinger Winter

Foto: Annika KeilenMit grimmigem Gesicht schlage ich mich durch die Massen, die mit eiligen Schritten aus der S-Bahn huschen. Ihre Gesichter verstecken sich hinter Wollmützen und dicken Schals. Der Winter ist da. Nicht irgendein Winter, sondern der gefürchtete Berliner Winter –  grau und endlos. Von meinem Fenster am Nettelbeckplatz aus konnte ich genau verfolgen, wie die letzten Blätter ihre bunte Farbe verloren und in eine braune Biomasse übergingen. Übrig blieben Matsche, nackte Bäume und Hoffnung. Hoffnung auf die ein oder andere Oase, die es hilft auch bei eisigen Temperaturen den Weddinger Winter zu überleben. Am Nettelbeckplatz spreche ich eine Dame mittleren Alters an und frage sie nach farbenfrohen Orten im Wedding. „Ick kenn keenen bunten Ort hier. Hier is allet trüb. Aber viel Glück noch.“ Trotz dieser nicht so erfolgsverheißenden Antwort setzte ich meine Suche fort.

Weihnachtsschnee

Ohne Schnee tut Weihnachten weh
wie ein blauer Fleck.
Doch davor schützt der Winterspeck –
vom Kopf bis zum kleinen Zeh.

Mit dem Besen kommt der Weihnachtsmann
streut statt Schnee Konfetti.
So wird auch nun die Landschaft weiß –
und macht die Kinder happy.

Autor: Jakob Hensel (9 Jahre), Wedding

Ein Abend im Späti: Zwischen Feinwaschmittel und Seelsorge



Späti, so nennen gerade die Berliner liebevoll die Anlaufstelle Nummer Eins, wenn die Sonne untergegangen ist.
 Egal ob morgens oder nachts, der Spätkauf ist nirgendwo mehr wegzudenken.
 Schon lange ist es nicht mehr einfach nur ein kleiner Laden, um auf die Schnelle Bier, Zigaretten oder Knabberkram zu kaufen. Vielmehr ist es über die Jahre eine Mischung aus Mini-Supermarkt, Internetcafe, Copyshop, Treffpunkt und Infobörse geworden.


Warum AmMa65 am Ende jeden angeht

 

Amma65 © Andaras Hahn

Überall werden momentan Häuser verkauft, oftmals auch die Mieter vertrieben – sei es durch bewusste Schikane oder das legale Einsetzen von Mietsteigerungen. Meist hört man Fälle aus Kreuzberg, doch jedes Baugerüst vor einem Haus in unserem Wedding ruft in mir ein komisches Gefühl hervor.
Der aktuell prominenteste Fall ist der bevorstehende Verkauf des Eckhauses Amsterdamer/Malplaquetstraße, kurz AmMa65. Am Sonntag lud das Haus zum Adventsumtrunk in die Montagehalle ein.

AmMa65: Herz statt Profit

AmMa65 Haus
Foto: AmMa65

„Zunächst leben wir. Und das nicht irgendwo – nein, wir leben in unserem geliebten Kiez, dem Wedding 65. In den Eckhäusern der Amsterdamer Straße 14 und Malplaquetstraße 25. Für uns ist es die schönste Ecke der Welt – na gut, vielleicht auch nur die schönste Ecke, die wir kennen.“ Das schreiben die Hausbewohner, die sich im Verein AmMa65 organisiert haben. Denn sie haben ein Ziel: ihr Haus selbst kaufen, damit es nicht zum Spekulationsobjekt Anderer wird.

Anmerkung der Redaktion: 
Wir vom Weddingweiser verzichten auf die übliche Wochenschau und machen Platz für den Aufruf, mit dem die wehrhafte Hausgemeinschaft an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Kiezdetails: Der Wedding als Thema auf Instagram

Auf Instagram teilen Nutzerinnen und Nutzer ihre Fotos – oft sehr persönlich, manchmal aber auch mit Motiven aus dem, was sie in ihrem Umfeld vorfinden. Der Wedding bietet sich da ganz besonders an – realitätsnah, ungeschminkt, voller scheinbar unwichtiger Details, um die es schade wäre, wenn sie niemand für die Ewigkeit festhielte. Heute stellen wir den Instagram-Blog Kiezdetails vor, der genau diese Kleinigkeiten im Straßenbild unseres Stadtteils zum Thema hat.