Mission einer Weddingerin: Süßes kommt in die Tüte!

20.11.2019 Schon seit September stehen sie in unseren Supermärkten herum; viele fühlen sich davon genervt: Süßigkeiten für die Adventszeit. Doch die Weddingerin Ebru Schäfer sieht die Vorboten von Weihnachten vielmehr als Auftrag, anderen, weniger gut situierten Menschen in unserer Stadt eine Freude zu machen. Jahr für Jahr bringt sie von vielen Spenderinnen und Spendern abgegebene Schokoladentüten in Gemeinschaftsunterkünfte. Denn dort leben Kinder, die es nicht so leicht haben und sich über diese Geste der Menschlichkeit freuen. Auch kinderreiche Familien werden bedacht.

silent green Kulturquartier: Zeitlose Würde

Achteckiger Innenhof des Krematoriums

Im Wedding stand ab 1996 eine millionenschwere Investition, die modernste Feuerbestattungsanlage Europas. Sie bot unterirdisch Platz für 817 Särge. Nach nur fünf Jahren wurde sie geschlossen, die Geschichte des historisch bedeutsamen Krematoriums Wedding fand ein jähes Ende. 2013 begann ein neues Leben des Geländes als silent green Kulturquartier. Die historischen Anlagen wie die Kuppelhalle und die moderne Betonhalle unter der Erde wurden zu einem Kulturort erster Güte umgebaut. Heute ist das Gelände unter anderem Berlinale-Standort.

Geschickt kombiniert

Stettiner StraßeDie Mischung macht’s! Ebenso wenig wie eine Straße voller neureicher Protzbauten in den Wedding passt, wollen wir hier triste Aneinanderreihungen der immer gleichen Ladenketten sehen. Auch wenn der Trend eindeutig in Richtung „mehr Monotonie“ geht, leisten einige Geschäftsinhaber in unserem Stadtteil Widerstand. Indem sie originelle Konzepte miteinander kombinieren und damit etwas schaffen, was kein Weltkonzern hinbekommt: Kiezläden mit Persönlichkeit.

Wie sich die Atzen gegen Fake News und Hate Speech stemmen

Auch auf der Weddingweiser-Pinnwand wird rege diskutiert – in der Regel respektvoll und wertschätzend, aber zum Teil auch beschimpfend und beleidigend. Viele beklagen seit längerem, dass unsere Gesellschaft durch Smartphones und Soziale Netzwerke verroht. Das Atze Musiktheater in der Luxemburger Straße 20 nimmt das nicht einfach so hin und führt Stücke mit Gegenwartsbezug für Grundschulkinder auf. Die Heranwachsenden erfahren mehr über Hate Speech, Fake News oder darüber, wie wichtig Empathie ist. Auch die neueste und bislang größte Produktion “Albirea – Nur ein Kind kann die Welt retten” kommt erstaunlich aktuell daher. Die Hauptdarstellerin erinnert sehr an die Klimaaktivistin Greta Thunberg. Ein anderes Stück widmet sich der elfjährigen Malala Yousafzai, die einem Taliban-Attentat zum Opfer viel. Ich möchte mehr erfahren und besuche “die Atzen” vor Ort.

Wedding, ick liebe dir!

Kneipe, Sportsbar, Alt-WeddingWird im Wedding eigentlich noch berlinert, in etwa so? „Icke ditte bin Berliner. Wer ma haut, den hau ick wieda. Icke, ditte, kieke ma.“ Man sollte meinen, dass der Stadtdialekt, das Berlinern, immer noch zum Alltag bei uns gehört. Schließlich gilt der Wedding als einer der letzten authentischen Stadtteile Berlins, wo Arbeiterkultur, Straßen-Slang und traditionelles Großstadtfeeling aufeinandertreffen.