Kategorie: Mein Wedding

Stille Post

Keine Bange, die Soldiner Straße wird nicht umbenannt. Foto Andrei Schnell.
Keine Bange, die Soldiner Straße wird nicht umbenannt. Foto: Andrei Schnell

Das kann nicht ohne Kommentar seitens des Weddingweisers bleiben. „Paketdienst stellt im Wedding nicht mehr zu.“ Problemkiez, Gewaltkiez, No-go-Area in der Soldiner Straße beziehungsweise in der Prinzenallee. Diese Schlagzeilen wirft einem Google-News dieser Tage aus, wenn man nach Nachrichten mit dem Stichwort DHL sucht. Nicht nur die Berliner Medien überschlagen sich in Panikmache, sogar Chip titelt „DHL hat die Schnauze voll von Berlin“. Dabei sollte der Weddinger die Schnauze voll haben. Und zwar von dem irren Stille Post-Spiel, das da vor seinen Augen abgeht.

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Ich will vorlesen! Jeden Tag

Lieblingsbuch: Kurzhosengang. Bitte vorlesen, Mama. Foto: Dominique Hensel
Lieblingsbuch: Kurzhosengang. Bitte vorlesen, Mama.

Schlafanzug an, Zähne putzen, zack-zack-zack. Sage ich zum kleinen Weddinger an vielen Abenden. Ich drängle ihn nicht, weil das so im Erziehungsratgeber steht oder weil ich mich auf die Zeit freue, in der er schläft und ich nicht Mama bin. Ich will vorlesen! Jeden Tag. Ich finde die Geschichten spannend und ich kuschle mich gern mit dem kleinen Weddinger zusammen. Am Freitag (18.11.) ist der bundesweite Vorlesetag. Das ist sozusagen mein inoffizieller Feiertag.

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Thekensumpf

Berlin-Wedding, Juni 2013
Foto: Sulamith Sallmann

Nächte werden bedeutungsschwanger
entbinden aber keine Ideen
sondern nur den Wächter von der Pflicht.
Rauchschwaden hängen von der Decke
streicheln den Bierschaum
wie ein liebgewonnenes Haustier.
Und du sitzt am längeren Arm der Theke
lächelst ins Leere
sammelst Asche in deinem Stundenglas,
die du auf den Weg streust,
wenn ich gegangen bin.
Stimmen schwirren durch den Raum
summen wie Insekten
und stechen manchmal zu
wenn die Haut willig ist.
Das Nervengift geht heute aufs Haus
garantiert für alle
garantiert inklusive Spätfolgen.
Ich schließe die Augen
symbolisch im gespiegelten Bild auf dem Glas.
Eine neue Nacht geht zu Ende
nimmt den Schaum
und die Tränen
und das Kribbeln
und den Rausch.
Während sich die U-Bahnen draußen füllen,
leert sich die Theke im Inneren
meine Schuhe ganz staubig
von der Asche auf dem Weg.

Gedicht: La Rimadora (facebook.com/la.rimadora)
Das Gedicht ist La Rimadoras Lieblingslokal im Soldiner Kiez gewidmet.

Parken in zweiter Reihe ist erste Wahl auf der Badstraße

Parken nach Gusto auf der Badstraße. Foto Andrei Schnell.
Parken nach Gusto auf der Badstraße. Foto: Andrei Schnell

Ist das noch Berliner Lässigkeit oder schon provinzielle Arroganz? Die Nutzer der Badstraße lassen die Bereiche verschwimmen. Wo ist noch mal die Fahrspur, wo die Parkfläche  – und wo eigentlich der Fahrradweg? Was ist los auf einer der quirligsten (oder der rücksichtslosesten?) Straßen Weddings? Weiterlesen

5 Dinge, die man an einem Herbsttag im Wedding machen kann

Nadelbaum und HerbstlaubJetzt beginnt die Zeit, in der man den braunen Blättern auf der Straße beim Tanzen zu sehen kann. Früh vernebelt einem kein Kater, sondern der Morgendunst den Blick. In Parks und Gärten steht viel Arbeit an. Und gerade in der vermeintlichen Steinwüste des Wedding gibt es in dieser Zeit des Übergangs zum kalten Winter jede Menge zu erleben. Weiterlesen

Zum Tag der Deutschen: Wie wird man eigentlich deutsch?

Wie Maja Lasić Deutsche wurde. Foto Andrei Schnell
Wie Maja Lasić Deutsche wurde. Foto Andrei Schnell

Gastautorin Maja Lasić kam mit 14 Jahren aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland. Zwischen Ankunft und Ankommen liegen 15 Schritte. Der Text ist eine gekürzte Version ihrer Beschreibung vom 27. Februar 2013.

„Schritt 1:
Du reist mit 14 ein. Du sprichst kein Wort Deutsch außer „Halt“, „Achtung“ und was sonst noch in Partisanenfilmen vorkommt. Du fühlst Dich fremd und willst nur zurück in Deine Heimat.

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Kiez-Shirts: Trag den Wedding herum

(C) Johnnyspapablog.de
(C) Johnnyspapablog.de

„Eddi“ steht auf meinem T-Shirt. Was ist denn das für eine Marke, fragt mich die 21-jährige Praktikantin auf Arbeit. Gar keine, sage ich, denn ich trage ein offenes Hemd über dem T-Shirt. Ach, Edding, ja das kenne ich, sagt sie, als sie genauer hinsieht. Das ist doch der wasserfeste Stift. Es sei ihr verziehen, dass sie nicht sofort auf Wedding gekommen ist, schließlich ist sie nicht aus Berlin. Wie auch immer: Die Kiez-T-Shirt-Serie der Firma Ampelmann widmet den wichtigsten Berliner Stadtteilen eine spezifische Variante, vorne einen passenden Schriftzug und hinten ein kiezbezogenes Ampelmannmotiv.

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Nachbarschaft

Searching for the Grey. Grafik Lisa Blum.
Searching for the Grey. Grafik Lisa Blum.

Es ist selten, dass sich jemand die Mühe macht, einen unbekannten Stadtteil ohne vorgefertigte Meinung zu erkunden. Lisa Blum, die nicht im Wedding wohnt, hat den Soldiner Kiez auf sich wirken lassen. Zur Methode des ziellosen Umherschweifens hat sie sich von der Situationistischen Internationalen inspirieren lassen und ihre Eindrücke in einem Booklet gesammelt. Hier ein Auszug aus dem Text „Nachbarschaft“:

„Ich laufe die Tromsöer Straße entlang. Die Straße endet in einer Sackgasse. Dahinter erstreckt sich ein lang gezogener Parkplatz. Ich biege rechts ab und folge einem Fußweg, der mich auf ein ehemaliges Industrieareal führt. Kinder spielen vor einer Moschee. Ein Junge, um die sieben Jahre alt, fragt einen anderen Jungen „Hast Du eine Zigarette bekommen“? Sie klettern an einem Treppengeländer hoch, das zu einer Lagerhalle hinaufführt.

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Kurzfilme feiern Premiere im City Kino

img_6814-kopie-minDie Sieger des Kurzfilmwettbewerbs 90 Sekunden Wedding stehen fest! Am Samstag, 24.9.2016 wurden im City Kino Wedding alle Einreichungen auf großer Leindwand gezeigt und die besten FilmemacherInnen mit Preisen belohnt. Wir stellen euch hier die Siegerfilme vor und berichten von der großen Premiere.

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Die Einreichungen

Wir präsentieren die neun Einreichungen zum Kurzfilmwettbewerb 90 Sekunden Wedding. Nehmt euch die Zeit, alle Filme – hier in alphabetischer Reihenfolge – auf euch wirken zu lassen. Ihr habt die Möglichkeit, bis Freitag, 23.9. um 23 Uhr über den Publikumssieger abzustimmen –  mit eurem „Like“.

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