„Bei Ernst“ ist Schluss: Ich darf nicht traurig sein!

Nachtschwärmer bei Ernst
Nachtschwärmer Bei Ernst. Foto: A. Hahn

Meinung Ja, diese Worte stehen hier wirklich: „nicht traurig“. Der beste aller Kneipenwirte hört in einigen Monaten auf und schließt sein Wohnzimmer. Nach 24 Jahren Nachtschwärmer Bei Ernst ist dann Schluss. Aber könnte man Ernst und sein öffentliches Wohnzimmer überhaupt ersetzen? Eine Meinung – statt eines Interviews.

Schickt mehr Leihräder in den Wedding!

LeihräderKolumne Mehr als 10.000 Leihräder gibt es derzeit in Berlin. Neuerdings stehen sie auch in Teilen des Wedding in verschiedensten Farben und Ausführungen auf den Gehwegen. Noch haben wir Weddinger offenbar nicht verstanden, was mit den rollenden Dingern zu tun ist. Sie stehen überwiegend ungenutzt herum. Aber auch wenn wir noch unentschlossen oder unwissend sind, finden wir die bunten Leihräder toll und rufen heute den Anbietern zu: schickt uns mehr!

Tonbank Berlin: Die Bank, die spricht

Die beiden Podcaster Stefan & Stephan
Die beiden Podcaster Stefan & Stephan

Der Podcast-Boom ist wahrscheinlich für die meisten unübersehbar, oder eher unüberhörbar. Überall sprießen neue Formate aus den Mikrofonen, von Abenteuer-Podcast, Technik-Podcasts, bis zu den Podcasts der ZEIT, erlebt dieses schon lange existierende Unterhaltungsformat gerade einen Boom. Aber Stopp! Auch aus dem Wedding kommt seit letztem Sommer ein Podcast. Tonbank-Berlin heißt er und an den Mikrofonen sind die beiden Weddinger Stefan und Stephan.

Eine Community so bunt und lebendig wie der Stadtteil: die Weddingweiser Pinnwand

Wir feiern 10.000 Mitglieder in der Facebook-Gruppe „Weddingweiser Pinnwand“

„Seit ich vor vier Jahren in den Wedding gezogen bin, habe ich immer wieder die Pinnwand genutzt. Ich finde die Idee der gegenseitigen Hilfe toll, das hat mich dem Kiez gegenüber geöffnet“, sagt Carla Weigt. Nicht nur die Angebote zum Verkauf, zum Tauschen und zum Verschenken helfen den Mitgliedern, bei ihr habe es ganz konkret dazu beigetragen, im Wedding anzukommen. Für die gebürtige Luckenwalderin sind es aber nicht nur die Angebote, die die Pinnwand reizvoll machen: „Ich finde gut, wenn man eine Frage stellt, und es immer jemanden gibt, der auskunftsfreudig ist“, betont Carla. Auch die praktische Lebenshilfe macht die Lektüre spannend, wie beispielsweise die Antwort auf die Frage: Was tun, wenn die Nachbarn zu laut sind?

Der Wedding bleibt hässlich

Fahrrad, Antwerpener Straße, kuriosParkverbotsschilder auf dem Gehweg sind ihre ersten Vorboten. Wenig später schon folgen die Abschlepper, gern von ein bis zwei mehr oder minder präsenten Polizeiuniformen flankiert, bevor es offensichtlich wird. Das bis gestern noch recht unscheinbare Wohnhaus wird eingerüstet – und verschwindet für mehrere Wochen gänzlich hinter Hämmern, Stemmen und (vielleicht bald schon geklauten) Bauaufzügen. „Gentrifidings“ ruft man eilig dort, wo von außen mal eben aufgehübscht werden soll. Dabei steht auch deswegen längst fest: von innen bleibt der Wedding hässlich. Trotz neuem Zeppelinplatz. Trotz aufgeklebter Dämmplatten. Trotz der neuen Fassaden, der neuen Balkone und der aufgemalten Klinkersteine.

Bunte Spuren im grauen Weddinger Winter

Foto: Annika KeilenMit grimmigem Gesicht schlage ich mich durch die Massen, die mit eiligen Schritten aus der S-Bahn huschen. Ihre Gesichter verstecken sich hinter Wollmützen und dicken Schals. Der Winter ist da. Nicht irgendein Winter, sondern der gefürchtete Berliner Winter –  grau und endlos. Von meinem Fenster am Nettelbeckplatz aus konnte ich genau verfolgen, wie die letzten Blätter ihre bunte Farbe verloren und in eine braune Biomasse übergingen. Übrig blieben Matsche, nackte Bäume und Hoffnung. Hoffnung auf die ein oder andere Oase, die es hilft auch bei eisigen Temperaturen den Weddinger Winter zu überleben. Am Nettelbeckplatz spreche ich eine Dame mittleren Alters an und frage sie nach farbenfrohen Orten im Wedding. „Ick kenn keenen bunten Ort hier. Hier is allet trüb. Aber viel Glück noch.“ Trotz dieser nicht so erfolgsverheißenden Antwort setzte ich meine Suche fort.