Zeitreise: Friseur zwischen den Kulturen

Weddinger Zeitreise

Der Wed­ding­wei­ser exis­tiert seit gut zehn Jah­ren. Wir haben aber auch schon vor­her Tex­te ver­fasst, die wir euch in loser Fol­ge vor­stel­len. Die alten Tex­te schei­nen manch­mal aus einer ande­ren Zeit zu stam­men. Dies­mal ein Text aus dem Jahr 2007 über einen klei­nen, nicht mehr vor­han­de­nen Fri­seur­sa­lon an der Wollank­stra­ße. In die­sem Umfeld ver­misch­ten sich deut­sche und tür­ki­sche Friseurstraditionen. 

Karneval und der Wedding

Foto: Klaus Lebe­de, Prinzengarde

An der när­ri­schen Zeit kommt man, ob man es mag oder nicht, in man­chen Gegen­den nicht vor­bei. Anders in Ber­lin. Hier weiß kein Mensch, wann Alt­wei­ber gefei­ert wird oder Rosen­mon­tag. Allen­falls bekommt man es in den Abend­nach­rich­ten mit, und dann fühlt es sich so exo­tisch an wie ein ent­fern­ter Krieg oder ein Vul­kan­aus­bruch in Indo­ne­si­en. Zwei unse­rer Autoren sind in Kar­ne­vals­ge­gen­den auf­ge­wach­sen. Und haben ernst­haft im Wed­ding zwei Kar­ne­vals­ver­ei­ne entdeckt!

Warm und trocken im Wedding: Die Wärmespender:innen

Am 7. Febru­ar um 12 Uhr, pas­send zur Käl­te­wel­le, star­te­te das Pro­jekt der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de ‚An der Pan­ke‘. Bis zum 28. März ste­hen jeden Sams­tag und Sonn­tag  die Türen für Woh­nungs- und Obdach­lo­se in der Wollank­stra­ße 84 von 12:30 Uhr bis 16:30 Uhr offen. Die Men­schen kön­nen sich hier auf­wär­men und mit Kaf­fee und/oder Kuchen stärken.

“Eine Drecksstadt!” – Ist es das, was wir wollen?

Cecilia Stickler 2016 Foto: D. Hensel
Ceci­lia Stick­ler beim Müll­sam­meln am Vineta­platz. Foto: D. Hensel

Ein Wut­aus­bruch von Ceci­lia Stick­ler. Die Bewoh­ne­rin des Brun­nen­vier­tels hat über Jah­re hin­weg selbst zuge­grif­fen, wenn es dar­um ging, ihr direk­tes Umfeld sau­ber zu hal­ten. Aus gesund­heit­li­chen Grün­den ist ihr das nicht mehr mög­lich. Nun schaut sie der Ver­mül­lung ihrer Umge­bung fas­sungs­los zu und fragt sich, ob wir wirk­lich so leben wollen. 

Dzień dobry! Die polnische Community im Wedding

Artykul o polskiej społeczność na Weddingu

Deutsch- polnisch

Der Anteil aus­län­di­scher Bürger*innen liegt im Bezirk Mit­te bei über 50%. Dabei bil­den Pol*innen die zweit­größ­te Migran­ten­grup­pe. Ich selbst bin auch in Polen gebo­ren, aber in einer pol­ni­schen Com­mu­ni­ty im Rhein­land auf­ge­wach­sen. Erst vor drei Jah­ren zog ich in den Wed­ding, wodurch sich mein Blick auf Pol*innen in Deutsch­land maß­geb­lich ver­än­der­te: Bis zu mei­nem Umzug hat­te ich nur sehr katho­li­sche und dem­entspre­chend kon­ser­va­ti­ve Polin­nen und Polen ken­nen­ge­lernt, die ihren Kreis nur ungern für Außen­ste­hen­de öff­ne­ten. Ich dach­te, alle Polin­nen und Polen in Deutsch­land tei­len die­se Ein­stel­lung, aber im Wed­ding lern­te ich Men­schen ken­nen, die mir genau das Gegen­teil bewie­sen. In die­sem Bei­trag möch­te euch die pol­ni­sche Com­mu­ni­ty im Wed­ding vor­stel­len und viel­leicht sogar das ein oder ande­re Kli­schee aus der Welt schaffen.

Das Prime Time Theater für neugierige Ohren

Prime Time Podcast
Foto: Car­lo Fer­nan­des / PrimeTimeTheater

Die GWSW-Stars im exklu­si­ven Pod­cast-Inter­view: Wer denkt, dass die Come­dy-Stars des Wed­din­ger Prime Time Thea­ters an der Mül­ler­stra­ße wäh­rend des Lock­downs ein­ge­ros­tet sind, der liegt falsch – sie sind gra­de erst rich­tig auf­ge­taut. Weil das Haus durch die Coro­na-Maß­nah­men und die Arbei­ten an der Lüf­tungs­an­la­ge noch immer geschlos­sen ist, gibt es die gute Lau­ne – die es sonst von der Thea­ter­büh­ne aus gibt – nun auch für zu Hau­se. Denn das Kult-Thea­ter ver­fügt nicht nur über eini­ges an Krea­ti­vi­tät, Humor und gute Lau­ne, son­dern auch über ein Talent für „etwas ande­re Talk­shows“. Die Stars der Thea­ter-Sit­com „Gutes Wed­ding, Schlech­tes Wed­ding“ (GWSW) zei­gen sich in ihrem neu­en Pod­cast „Ein­mal Talk mit Alles“ von einer ganz ande­ren Sei­te und stel­len sich ihrem Publi­kum völ­lig neu vor: in einem ‚inti­men‘ Inter­view mit Mode­ra­to­rin Bir­te Bass.

Unser Zuhause: vom Speckgürtel in die Mitte

Wenn man lan­ge an einem Ort lebt, emp­fin­det man die­sen irgend­wann ganz selbst­ver­ständ­lich als Hei­mat. Den Wed­ding kön­nen nur die weni­ge sei­ner Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner als Geburts­ort ange­ben, die­ser Stadt­teil ist schon immer ein Ort der Ein­wan­de­rung und des Tran­sits gewe­sen. Wie­der ande­re Ber­li­ner sind hier auch nur gebo­ren, weil sich vie­le Kran­ken­häu­ser im Wed­ding befin­den, und haben nie im Stadt­teil gewohnt. Der Zuge­zo­ge­nen­at­las 2016 weist für den Wed­ding aus, dass über die Hälf­te sei­ner Bewoh­ner nicht in Ber­lin gebo­ren ist – nur rund um den Schil­ler­park lag die Quo­te der Ur-Ber­li­ner etwas höher. So ver­wun­dert es nicht, dass auch die meis­ten der Redak­ti­ons­mit­glie­der beim Wed­ding­wei­ser nicht aus der Regi­on Ber­lin-Bran­den­burg stam­men. In unse­rer Serie berich­ten wir von unse­ren Her­kunfts­or­ten  – und war­um wir in unse­rem Stadt­teil Wur­zeln geschla­gen haben. Heu­te: Der lan­ge Weg vom Speck­gür­tel in den Wedding