Erinnerungen an den Leo: Pizza, Döner, eine Zwiebel

Die Kollegen wunderten sich, als ich mit dem Leopoldplatz um die Ecke kam als „Station meines Lebens“. Ich sei doch eher der Typ Bayerischer Platz. So ändern uns die Zeiten. Der Leopoldplatz ist für mich persönliche Berlin-Historie, aber auch -Gegenwart, denn ich bin meinem Kiezarzt dort seit 32 Jahren treu und radle von Zeit zu Zeit hin.

Großes Dorf Wedding

Schwedenhaus in der Gartenarbeitsschule Wedding
Im SUZ Mitte an der Scharnweberstraße

Der Wedding ist ein Umschlagplatz für vieles – auch für viele Neu-Berliner. Für viele ist unser Stadtteil traditionell erst eimal nur ein Ort des Ankommens, oft nur für eine Übergangszeit, bis man sich beruflich und familiär etabliert und ein endgültiges Zuhause in einem anderen Teil Berlins gefunden hat. Man muss nur einmal das Buch „Wedding“ von Horst Evers lesen. Neben den vielen Neu-Weddingern, die aus allen möglichen Teilen der Welt zu uns migriert sind, ist unser Stadtteil oft auch ein Eingangstor für Zugezogene aus anderen Teilen Deutschlands. Wenn sie sich hier dauerhaft niederlassen (und immer mehr tun das aus freien Stücken), wissen sie um die Vorteile des Lebens im Wedding. Und merken später: Die Kieze sind auch nur viele große Dörfer.

Home Sweet Home: Reifeprüfung

Als Konrad von der Arbeit kam, setzte er sich zu uns an den Tisch, an dem die Kinder gerade beide noch mit Schulaufgaben beschäftigt waren und fing an, zu plaudern.Habt Ihr schon gehört – das Abitur soll jetzt staatlich verbessert werden, wenn der diesjährige Durchschnitt schlechter ausfällt als der, der letzten zwanzig Jahre.Es ist exakt diese Art von Hausaufgabenbetreuung, die mir am Tag fehlt, wenn Konrad weg ist. „Ironie off“. Ich bat ihn also solche Themen zu vermeiden, denn völlig egal, wer was verbessert oder was jetzt auch immer passiert: Es wird ein Leben nach und mit dem Virus geben, es wird eine Zukunft geben und dieses beknackte Abitur auch. Inzwischen schreiben sie ja nun auch schon die Klausuren – für die sie immer noch lernen müssen! Nebenbei bemerkt, finde ich, hätte ich höchstselbst das Abitur ehrenhalber verdient für das, was ich an Hausaufgaben, Hilfe zur Selbsthilfe, Klassenfahrten, Sommerfesten, Weihnachtsfeiern, Lesepatenschaften, Nase putzen, Wutanfälle ertragen, Plusquamperfekt erklären, Inhaltsverzeichnissen in Schnellheftern ordnen und Betreuung im Allgemeinen geleistet habe! Hatte ich das schon mal erwähnt? Ich finde, ich hab ein Recht auf die Reifeprüfung!

Ma Towu: Die Geschichte jüdischen Lebens im Wedding, 1900-1938

Jüdisches Krankenhaus – Verwaltungsgebäude

Viele Wege führen in den Wedding. Einer geht über die Putlitzbrücke am Westhafen, wo das expressive Mahnmal des Künstlers Volkmar Haase an die mehr als 32.000 jüdischen Bürger erinnert, die von hier ab 1942 deportiert wurden. Zehn Jahre zuvor wohnten rund 3.500 Juden im Wedding. Wo fand jüdisches Leben im Wedding von 1900 bis 1938 statt? Folgen Sie mit mir den Spuren jüdischen Lebens durch den Wedding und Gesundbrunnen.

10 Corona-Lehren im Wedding

Isolation in der Rehberge

Auch bei uns im Wedding bestimmt Corona derzeit das öffentliche und private Leben. Da gesellschaftliche Krisen aber immer auch mit Chancen einhergehen, habe ich das Mehr an „Zeit für sich selbst“ genutzt, um nachzudenken. Über mich, mein Leben und den Wedding. Das Ergebnis meiner Reflektion: 10 Dinge, die ich insgeheim vielleicht wusste, die aber dieser gesellschaftlichen Krise bedurften, um auch endlich mal ausgesprochen zu werden.

Schlüsseldienst vs. Nachbarschaft: Was wirklich hilft, wenn man sich ausschließt

Symbolbild Türschloss Rot: Wenn man sich ausschließt
© Tilman Vogler

Stell dir vor, du schließt dich aus. Im Grunde ergeben sich drei Möglichkeiten. Eine kann schnell sehr teuer werden, die zweite nützt überhaupt nichts und die dritte kostet etwas Überwindung. Was würdest du tun?

Wie ich es am Ende geschafft habe, den Schlüsseldienst und das Heulend-auf-den-Boden-schmeißen zu umgehen und nach einigen Stunden wieder in meine eigenen vier Wände einkehren konnte.

Soziale Distanz bewältigen – Corona-Coping

Wie geht es dir in diesen Wochen? Findest du ausreichend Austausch mit anderen Menschen? Wie gehst du mit dem Wegfall sozialer Strukturen in deinem Leben um? Kannst du Themen ansprechen, die bedeutend für dich sind? Worüber ist es schwer, zu sprechen? Worüber möchtest du dich trauen, zu sprechen? Diesen Fragen widmen sich die Weddinger Christian Möbius und Andrea Zsigmond zum emotionalen und mentalen Austausch während der Coronazeit – mit einer Online-Gruppe.