Küsse testen im Wedding – eine erzählte Geschichte

Ein Audiospaziergang erzählt vom Auf und Ab des Online-Datings. Seit kurzem ist der Audiowalk “It’s a Match!” in der neuen App Storydive verfügbar.  Lange Spaziergänge, tiefgründige Gespräche in Bars, ein Kuss im Regen, veganes Essen und Fummeln im Park. Die Zuhörenden begleiten die Protagonistin Lilli, die noch an Liebeskummer aus einer langjährigen Beziehung leidet, zum ersten Date mit ihrem neuesten Match Florian.

Erinnerung an Georg Benjamin (10.9.1895 -26.8.1942)

Zu den herausragenden Figuren eines Berliner Stadtteils wie dem Wedding gehören nicht nur Menschen, die dort geboren sind oder den größten Teil ihres Lebens in ihm verbrachten. Beides war bei Georg Benjamin nicht der Fall. Er wurde am 10. September 1895 als zweiter Sohn großbürgerlicher jüdischer Eltern in der Villenkolonie Grunewald geboren. Sein Aufenthalt im Wedding erstreckte sich lediglich auf 13 entscheidende Jahre zwischen 1920 und der nationalsozialistischen Herrschaft 1933.

Weshalb die Schließung Karstadts dem Untergang der Titanic ähnelt

Foto: Andaras Hahn

Bei der aktuellen Schließung von Karstadt in der Müllerstraße 25 im Wedding kommt man nicht umhin als an den Untergang der Titanic zu denken. Die Gemeinsamkeiten zwischen dem Schiff und dem mittlerweile schon 40 Jahre alten Kaufhaus sind kaum zu übersehen: Beide sind groß, luxuriös und vielfältig, bieten Essen an und erstrecken sich über mehrere Stockwerke.

Wenn der Wedding eine Kontaktanzeige wäre

“Oh, cool, Berlin, da wohnst du bestimmt in Kreuzberg, oder? Oder Neukölln, da geht ja voll viel ab, ich glaube, da hat auch letztens so ein veganer Burgerladen aufgemacht von diesem Fitness-Influencer aus LA, hab ich bei Instagram gesehen, wenn ich dich besuchen komme, können wir ja mal…” – “Ich wohne im Wedding.” – “Oh…. Wo ist das denn?”

Erinnerungen an den Leo: Pizza, Döner, eine Zwiebel

Die Kollegen wunderten sich, als ich mit dem Leopoldplatz um die Ecke kam als „Station meines Lebens“. Ich sei doch eher der Typ Bayerischer Platz. So ändern uns die Zeiten. Der Leopoldplatz ist für mich persönliche Berlin-Historie, aber auch -Gegenwart, denn ich bin meinem Kiezarzt dort seit 32 Jahren treu und radle von Zeit zu Zeit hin.

Großes Dorf Wedding

Schwedenhaus in der Gartenarbeitsschule Wedding
Im SUZ Mitte an der Scharnweberstraße

Der Wedding ist ein Umschlagplatz für vieles – auch für viele Neu-Berliner. Für viele ist unser Stadtteil traditionell erst eimal nur ein Ort des Ankommens, oft nur für eine Übergangszeit, bis man sich beruflich und familiär etabliert und ein endgültiges Zuhause in einem anderen Teil Berlins gefunden hat. Man muss nur einmal das Buch „Wedding“ von Horst Evers lesen. Neben den vielen Neu-Weddingern, die aus allen möglichen Teilen der Welt zu uns migriert sind, ist unser Stadtteil oft auch ein Eingangstor für Zugezogene aus anderen Teilen Deutschlands. Wenn sie sich hier dauerhaft niederlassen (und immer mehr tun das aus freien Stücken), wissen sie um die Vorteile des Lebens im Wedding. Und merken später: Die Kieze sind auch nur viele große Dörfer.

Home Sweet Home: Reifeprüfung

Als Konrad von der Arbeit kam, setzte er sich zu uns an den Tisch, an dem die Kinder gerade beide noch mit Schulaufgaben beschäftigt waren und fing an, zu plaudern.Habt Ihr schon gehört – das Abitur soll jetzt staatlich verbessert werden, wenn der diesjährige Durchschnitt schlechter ausfällt als der, der letzten zwanzig Jahre.Es ist exakt diese Art von Hausaufgabenbetreuung, die mir am Tag fehlt, wenn Konrad weg ist. „Ironie off“. Ich bat ihn also solche Themen zu vermeiden, denn völlig egal, wer was verbessert oder was jetzt auch immer passiert: Es wird ein Leben nach und mit dem Virus geben, es wird eine Zukunft geben und dieses beknackte Abitur auch. Inzwischen schreiben sie ja nun auch schon die Klausuren – für die sie immer noch lernen müssen! Nebenbei bemerkt, finde ich, hätte ich höchstselbst das Abitur ehrenhalber verdient für das, was ich an Hausaufgaben, Hilfe zur Selbsthilfe, Klassenfahrten, Sommerfesten, Weihnachtsfeiern, Lesepatenschaften, Nase putzen, Wutanfälle ertragen, Plusquamperfekt erklären, Inhaltsverzeichnissen in Schnellheftern ordnen und Betreuung im Allgemeinen geleistet habe! Hatte ich das schon mal erwähnt? Ich finde, ich hab ein Recht auf die Reifeprüfung!