Die Zukunft des Nahverkehrs im Wedding

Foto (c) Andi Weiland
S-Bahnhof Wedding (c) Andi Weiland

Nach Jahren des Sparens ist der Berliner Nahverkehr an einem Tiefpunkt angekommen: Bei der U-Bahn fehlen Fahrzeuge, die S-Bahn ist eine einzige Störung im Betriebsablauf, die Busse und Straßenbahnen stehen mehr im Stau als dass sie fahren. Der Senat hat das erkannt und plant wieder größer. Wir haben einmal zusammengestellt, was der neue Nahverkehrsplan für den Wedding bedeutet.

Weddinger Tipps gegen die Hitze

Der Trinkwasserbrunnen am Vinetaplatz. Foto: Hensel
Foto: Hensel

Lieber Sommer, schön, dass du uns zeigst, wozu du in der Lage bist. In manchen Sommern regnet es mehrere Tage am Stück, in anderen testest du unsere Hitze-Tauglichkeit bei tropischen Temperaturen. Das kann einen ganz schön beeinträchtigen, aber du solltest wissen: der coole Weddinger an sich lässt sich davon genauso wenig beeindrucken wie von vielem, was anderswo für Erstaunen sorgt. Wir haben da nämlich einiges in petto.

Klein Zaches: Ein Herrengedeck beim Gentleman

Im Klein Zaches
Im Klein Zaches

Ich betrete das Klein Zaches, eine urige Berliner Kneipe zwischen Zeppelinplatz und Kapernaum-Kirche gelegen. Romy (30), die hier auch am Tresen arbeitet, ist heute als Gast da. Neben Ihr sitzt ihr Freund Falk (30), der gerne mal mit ferngesteuerten Sumo-Ringern ganze U-Bahnhöfe unterhält. Von den Sitzgelegenheiten vor dem Laden tönt die lautstarke Unterhaltung einer kleinen Reisegruppe junger Leute um die 20.

Was wir über die neue S-Bahn zum Hauptbahnhof wissen

S-Ban-Brücke, fotografiert in der Tegeler Straße. Foto: HenselLassen wir mal alle Probleme beim Bau der als S 21 bezeichneten neuen S-Bahn-Linie außen vor, die zu Planungsänderungen, Bauzeitverlängerungen und provisorischen Zwischenlösungen geführt haben. Der Bau schreitet jetzt jedenfalls weiter voran und wir können uns auf eine neue S-Bahn-Verbindung vom und zum Hauptbahnhof freuen. Diese wird am Ende eine gute Milliarde Euro gekostet haben und könnte Ende 2020 eröffnet werden.

So arm ist der Wedding

Text: Für die Armen
Leben im Wedding noch immer die Armen Berlins? – Foto: Andrei Schnell

Für den einen ist der Wedding längst durchgentrifiziert, für den anderen ist er noch immer ein Refugium für Leute mit wenig Geld. Was stimmt eigentlich? Der Senat hat Anfang Juni Zahlen zur sozialen Lage in Berlin veröffentlicht. Die darin enthaltenen Bewertungen sind allerdings veraltet. Hier ein grobes Bild von der sozialen Lage des Weddings, anhand eines Blicks auf 18 Jahre Sozialreport.

Hubertha: Vietnamesische Küche in der Tegeler Straße

Im Hubertha. Foto: Marco Kaufmann, www.marcokaufmann.de
Betreiberin Thi Thuy Giang Dingh im Hubertha. Foto: Marco Kaufmann, www.marcokaufmann.de

Wenn man die Tegeler Straße entlanggeht und einen Moment nicht aufpasst, könnte man denken, das Lokal Feiner Hubert existiert wieder. Aber nix da. An seiner Stelle ist jetzt das Hubertha. Ein authentisches, vietnamesisches Restaurant – welches dann doch nichts mit dem Vorgänger am Platze zu tun hat.

Eine Frage: Sind wir im Wedding dreckig?

Meinung Als ich vor fast drei Jahren in den Wedding zog, war das keine Liebe auf den ersten Blick, aber eine auf den zweiten. Die soll ja bekanntermaßen länger halten als die rosarote Wolkenverliebtheit, bei der man schnell einer Selbsttäuschung erliegt beziehungsweise allerlei Illusionen. Und was danach kommt, ist schnöde Ernüchterung. Bei mir und dem Wedding war es genau anders herum. Am Anfang stand die Ernüchterung, dann wuchs eine Liebe auf den zweiten Blick.