Nur eine Träne für Tegel

© Ste­no Rt Kaluba

Vogel­ge­zwit­scher kann ganz schön laut sein. Man­che Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner des Afri­ka­ni­schen, des Eng­li­schen Vier­tels und des Sol­di­ner Kiezes wis­sen das erst seit Coro­na. Zuvor sorg­te, je nach Wind­rich­tung, Flug­lärm des nahen Flug­ha­fens Tegel (TXL) für eine stän­di­ge Geräusch­ku­lis­se. Im Jahr 2018 star­te­te oder lan­de­te in Tegel zwi­schen 6 und 23 Uhr durch­schnitt­lich alle zwei Minu­ten ein Flug­zeug – pro Jahr wur­den so 22 Mil­lio­nen Flug­gäs­te abge­fer­tigt. Zwi­schen­zeit­lich war wegen der Covid-19-Pan­de­mie der Flug­ver­kehr prak­tisch zum Erlie­gen gekom­men. Als Wür­di­gung die­ses in Ber­lin gelieb­ten und zugleich bei Anrai­nern so ver­hass­ten Flug­ha­fens haben wir für euch noch ein paar Fun Facts. Und bei aller Freu­de über die Ruhe in der Luft: Eine Trä­ne für Tegel ver­drü­cken ist okay.

Flughafen Tegel. Foto: Michael F. Mehnert/via Wikimedia Commons
Flug­ha­fen Tegel. Foto: Micha­el F. Mehnert/via Wiki­me­dia Commons

Fun-Facts rund um den Flughafen Tegel

  • Der Archi­tekt des sechs­ecki­gen Ter­mi­nals A (1974 eröff­net), Mein­hard von Ger­kan, ent­warf auch den Ber­li­ner Haupt­bahn­hof (2006 eröffnet).
  • Die Außen­front­län­ge des Ter­mi­nals A beträgt 620 Meter, dar­in befin­den sich 15 flug­be­zo­ge­ne Check-in-Berei­che. Von und zu der Auto­zu­fahrt im Innen­ring müs­sen ledig­lich cir­ca 15 Meter über­wun­den werden.
  • Der Bei­na­me des Flug­ha­fens ist „Otto Lili­en­thal“. Die­ser Luft­fahrt­pio­nier mach­te Gleit­schirm­ver­su­che, u.a. im Süden Ber­lins. 1893 starb er bei einem Flug­un­fall. Vor dem Ein­gang zu Ter­mi­nal D in Tegel wur­de Lili­en­thal 1985 ein Denk­mal gewidmet.
  • Die zwei nörd­lich der Abfer­ti­gungs­ge­bäu­de befind­li­chen par­al­le­len Start- und Lan­de­bah­nen haben einen seit­li­chen Abstand von 205 Metern zuein­an­der. Die Nord­bahn ist 3.023 Meter lang, wäh­rend die süd­li­che­re Bahn eine Län­ge von 2.428 Metern aufweist.
  • Der Flug­ha­fen Tegel ist der größ­te deut­sche Flug­ha­fen, den man nur mit Auto und Bus, nicht aber auf Schie­nen errei­chen kann. Noch grö­ßer sind nur die Flug­hä­fen in Frank­furt, Mün­chen und Düs­sel­dorf. Der zukünf­ti­ge Flug­ha­fen BER wird mit der Bahn erreich­bar sein.
  • Viel zu klein, zu alt­mo­disch und irgend­wie auch sehr abge­nutzt: In Ran­kings schnei­det der Flug­ha­fen Tegel regel­mä­ßig als einer der schlech­tes­ten Air­ports der Welt ab. Da steht er auf einer Stu­fe mit Schö­ne­feld – die­ser Flug­ha­fen gilt eben­falls als grottenschlecht.


2 Kommentare
  1. Gut für den Kietz! Schlecht für mich ( berufs­be­dingt 6–10 mal im Monat flie­gen, nor­ma­ler­wei­se). Tegel war welt­weit ( und ich bin wirk­lich weit gekom­men) mei­ne Nummer1. Kur­ze Wege (so wich­tig!), net­tes Per­so­nal, zügi­ge Abfer­ti­gung. Und noch dazu 20 Bus­mi­nu­ten von zu Hau­se. Ich moch­te Tegel, rest in peace 🙁 Schö­ne­feld ist ein klei­ner Ost­block­pro­vinz­flug­ha­fen ( unter den Flug­zeu­gen durch zu Fuß zum Gate 😉 ). Mal sehen, was BER bringt.

  2. Nun geht die Zeit des Flug­ha­fen Tegels ganz unspek­ta­ku­lär zu Ende.
    Auch wir vom Osram Kiez hat­ten sehr unter dem Flug­lärm zu lei­den. Um 6 Uhr sind wir mit dem Dröh­nen der ers­ten Maschi­ne auf­ge­wacht. In sofern bin ich glück­lich über die Ruhe. Aber feh­len wird mir der Flug­ha­fen trotz­dem irgend­wie. Ich bin gespannt, wie sich die Pro­jek­te um den Flug­ha­fen entwickeln. 🙂
    Vie­le Grü­ße von Susanne

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