Davon geht der Wedding nicht unter!

Neueröffnungen und Schließungen gehören dazu.

Meinung Kommt der Wedding, ist er schon da oder geht er jetzt plötzlich sogar unter? Seit einiger Zeit wird in den sozialen Medien und auch in unserer Redaktion wieder darüber diskutiert. Einige Schließungen von Bars, Restaurants und Galerien im Stadtteil waren Anlass für düstere Gedanken. Hier und da machte sich sogar Endzeitstimmung breit. Geht der Wedding den Bach runter, ist jetzt alles vorbei? Keinesfalls!

Es stimmt, einige lieb gewonnene Institutionen schließen demnächst oder haben kürzlich geschlossen. Nachtschwärmer bei Ernst gehört dazu, das Studio 7, Fredericks, das Auszeit, das ResOtto und Feiner Hubert. Die Galerie Nomad, die Milchmeergalerie, das Spiritus Mundi, eine Schwäbische Bäckerei, Little Kitchen, das Prinzinger und die Kugelbahn. Für viele mögen das harte Einschnitte sein. Vielleicht schließt sogar das zweite Wohnzimmer des Einen oder Anderen. Ein wenig Traurigkeit ist deshalb ganz sicher angebracht. Oder auch etwas mehr.

Trotzdem: Davon geht der Wedding nicht unter! Denn es gibt noch viel, viel mehr in unseren Kiezen. Insgesamt 27 Bars sind allein auf dem Weddingweiser gelistet – und es gibt noch weitaus mehr. Außerdem haben sich längst neue Lieblingsorte auf den Weg gemacht. Den Schließungen stehen Neueröffnungen gegenüber – bunt verteilt über fast alle Kieze. Allein im letzten Jahr haben der Burgerladen Louis Alfons, das Baobab in der Soldiner Straße, der Imbisswagen von Falafel Dreams in der Müllerstraße, das Antik-Café und Tante Nanni eröffnet. Das Tapas-Restaurant El Pepe eröffnete nach kurzer Pause neu, das Supersonico startete in der Bernauer Straße, The Visit ist noch neu am Leopoldplatz und das be’kech-Anticafé hat sich selbst gerade erst um die be’kech-Bar erweitert.

In der Gastronomie ist eine gewisse Fluktuation normal. Einige Wirte gehen in den Ruhestand, andere ziehen aufs Land. Manche hatten mit ihrem Geschäft einfach kein glückliches Händchen. So ist das, überall und ständig. In den meisten aktuellen Fällen ist auch nicht Verdrängung durch fiese Immobilienhaie der Grund für die Geschäftsaufgabe. (Mit den Schließungen, die doch damit zu tun haben, beschäftigen wir uns demnächst genauer.) Für den Moment bleibt zu sagen: Natürlich dürfen wir traurig sein. Ein Grund zur Panik besteht aber nicht. Bleibt gelassen und bleibt neugierig auf die neuen Lieblingsorte im Wedding.


1 Kommentar
  1. Wenn jetzt endlich auch die immer noch reihenweise vorhandenen Spielhöllen und Automatencasinos verschwinden, dann gibt es noch mehr Platz für Neueröffnungen. Die sollten laut Gesetz doch schon längst reduziert werden…

Wichtige Ergänzung? Konstruktiver Kommentar? Gerne:

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