Kinowelten uff’n Wedding und Gesundbrunnen

Die Wiege des Kinos lag im Wintergarten des Hotel Central. Bald schossen Anfang des 20. Jh. spezielle „Kinematographen-Theater“ wie Pilze aus dem Boden, auch uff’n Wedding. 1909 schrieb Alfred Döblin vom Kintopp als dem „Theater der kleinen Leute“. Unsere Großeltern werden diese Kinos noch gekannt haben. In unseren damaligen Bezirk gab es 75 Kinos. Heute gibt es noch zwei: Das Multiplex-Kino Cineplex Alhambra und das City Kino Wedding.

Der unterirdische Koloss von der Bellermannstraße

Baugrube der Wasserbetriebe in der Bellermannstraße
Foto: @alengpeng

Antike Ausgrabung, ein unbekannter U-Bahnhof, ein Ufo, der Bierkeller der benachbarten Eckkneipe „Beim Dicken“ – als wir ein aus der Höhe geschossenes Bild der Baustelle Bellermannstraße/Grüntaler Straße veröffentlichten, kamen zahlreiche ernste und weniger ernste Kommentare unserer Leser. Fragen über Fragen. Wir haben ganz einfach bei der Stelle nachgehakt, die wegen Kanalarbeiten auf den Bauschildern genannt ist: den Berliner Wasserbetrieben (BWB).

Die Entdeckung der Panke-Insel (Teil 1)

Balustrade und Mühle an der PankeWusstet ihr, dass es einst eine langgezogene Panke-Insel gab? Sie wurde durch den Anfang des 18. Jahrhunderts angelegten Graben gebildet, der zum Antrieb des Wasserrades einer Mühle diente. Zwischen der heutigen Osloer Straße und dem südlichen Ende der Straßenbahnwerkstätten (heute: Uferstudios) wurde durch die Panke und den Mühlengraben eine Insel geformt. Diese gibt es zwar nicht mehr, aber die erhaltenen Backsteingebäude und die einzigartige Atmosphäre dieser Oase mitten in der Stadt sind definitiv eine Entdeckung wert.

Die Geschichte des Rathauses Wedding

Klassische 1920er Jahre am Rathaus-Altbau
Rathaus Wedding

Durch das Gesetz „Über die Bildung einer Stadtgemeinde“ vom 26. April 1920 wurden 8 Stadt-, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke zu der Stadtgemeinde Berlin in 20 Verwaltungsbezirken zusammengeschlossen. Der „3. Verwaltungsbezirk“ war der Wedding. Dringend benötigt wurde der Bau eines Rathauses, das an der Müllerstraße 146 nach den Plänen des Magistratsoberbaurat Hellwig entstehen sollte.

Verfallendes Parkcafé Rehberge: Auf die lange Bank geschoben

Patrick Neideck

Es ist ein Jammer, wie das Parkcafé Rehberge seit dem Tod des Pächters vor fünf Jahren vor sich hin verfällt. Immer wieder gibt es Initiativen, das im Bezirkseigentum befindliche Gebäude zu reaktivieren. Jetzt hat ein Weddinger Gastronom Interesse gezeigt, das marode Gebäude zu renovieren und eine Ausflugsgaststätte im Herzen des Parks zu etablieren. Doch der Bezirk will sich nicht festlegen, was die Zukunft des Parkcafés angeht – und sagt dem Investor ab.

Sonntagsspaziergang: Wedding am und im Fluss

Unscheinbar, überbaut, keine Einbindung in die übrige Innenstadt – so lieblos zeigt sich der Lauf der Panke auf ihren letzten Metern. Aber nicht nur Weddings einzigem richtigen Fluss, sondern der ganzen Gegend ist durch Kriege und den Mauerbau übel mitgespielt worden. Die dichte Bebauung von einst ist zwar unwiederbringlich verloren, aber die vielen kleinen und großen Sehenswürdigkeiten lohnen trotzdem einen Spaziergang pankeaufwärts.