Die Trabbis kommen!

9.11.2019 Ein ungewohnter Anblick am 9. November – auf der Bösebrücke zwischen Wedding und Prenzlauer Berg gaben sich Trabbis, Wartburgs, Ladas und Barkas-Busse ein Stelldichein. Wievor 30 Jahren,  am Abend des 9. November 1989, als am Grenzübergang Bornholmer Straße die Grenzen geöffnet wurden und die Ost-Berliner in den Wedding strömten. Bei einer Parade von Ost-Autos an dieser historischen Stelle wurden jedenfalls Erinnerungen wach!

silent green Kulturquartier: Zeitlose Würde

Achteckiger Innenhof des Krematoriums

Im Wedding stand ab 1996 eine millionenschwere Investition, die modernste Feuerbestattungsanlage Europas. Sie bot unterirdisch Platz für 817 Särge. Nach nur fünf Jahren wurde sie geschlossen, die Geschichte des historisch bedeutsamen Krematoriums Wedding fand ein jähes Ende. 2013 begann ein neues Leben des Geländes als silent green Kulturquartier. Die historischen Anlagen wie die Kuppelhalle und die moderne Betonhalle unter der Erde wurden zu einem Kulturort erster Güte umgebaut. Heute ist das Gelände unter anderem Berlinale-Standort.

Kinowelten uff’n Wedding und Gesundbrunnen

Die Wiege des Kinos lag im Wintergarten des Hotel Central. Bald schossen Anfang des 20. Jh. spezielle „Kinematographen-Theater“ wie Pilze aus dem Boden, auch uff’n Wedding. 1909 schrieb Alfred Döblin vom Kintopp als dem „Theater der kleinen Leute“. Unsere Großeltern werden diese Kinos noch gekannt haben. In unseren damaligen Bezirk gab es 75 Kinos. Heute gibt es noch zwei: Das Multiplex-Kino Cineplex Alhambra und das City Kino Wedding.

Der unterirdische Koloss von der Bellermannstraße

Baugrube der Wasserbetriebe in der Bellermannstraße
Foto: @alengpeng

Antike Ausgrabung, ein unbekannter U-Bahnhof, ein Ufo, der Bierkeller der benachbarten Eckkneipe „Beim Dicken“ – als wir ein aus der Höhe geschossenes Bild der Baustelle Bellermannstraße/Grüntaler Straße veröffentlichten, kamen zahlreiche ernste und weniger ernste Kommentare unserer Leser. Fragen über Fragen. Wir haben ganz einfach bei der Stelle nachgehakt, die wegen Kanalarbeiten auf den Bauschildern genannt ist: den Berliner Wasserbetrieben (BWB).

Die Entdeckung der Panke-Insel (Teil 1)

Balustrade und Mühle an der PankeWusstet ihr, dass es einst eine langgezogene Panke-Insel gab? Sie wurde durch den Anfang des 18. Jahrhunderts angelegten Graben gebildet, der zum Antrieb des Wasserrades einer Mühle diente. Zwischen der heutigen Osloer Straße und dem südlichen Ende der Straßenbahnwerkstätten (heute: Uferstudios) wurde durch die Panke und den Mühlengraben eine Insel geformt. Diese gibt es zwar nicht mehr, aber die erhaltenen Backsteingebäude und die einzigartige Atmosphäre dieser Oase mitten in der Stadt sind definitiv eine Entdeckung wert.