„Der Wedding ist da, aber ich bin weg“

Steigende Mieten, fehlender (sozialer) Wohnraum und Verdrängungsdruck. Kaum ein Thema beschäftigt die Berliner Stadtgesellschaft aktuell so sehr wie der überlastete Wohnungsmarkt sowie die Hürden und Schikanen beim Finden und Behalten einer Wohnung. Obwohl davon unterdessen weite Teile der Bevölkerung betroffen sind, ist der Zugang zu Wohnraum trotzdem nicht für alle gleich. Für einen Stadtrundgang namens „Der Wedding ist da, aber ich bin weg“ hat sich das Projekt „grenzgänger I berlin“ mit dem Thema Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt auseinandergesetzt. Wen betrifft sie besonders, welche Mechanismen stecken dahinter und was können Betroffene eigentlich dagegen unternehmen?

Darf’s ein bisschen Hirsch & Hase sein?

Fraser in Aktion - beim Kochen im "Hirsch & Hase". Foto: Elsa Böhm
Fraser McCabe in Aktion – beim Kochen im „Hirsch & Hase“. Foto: Elsa Böhm

Es ist Sonntag. Wir haben Hunger, wollen aber weder Jagen noch Kochen. Also durchforsten wir mitsamt Kind den Wedding nach einem Lokal. Vor einem Glaspavillon in der Brunnenstraße bleiben wir an einem Schild hängen. Sunday Roast. Klingt gut. Aber warum heißt es nicht Sonntagsbraten? Ein Besuch im „Hirsch & Hase“.

Schönheitskur für die Grüntaler Promenade

Projekt GrüntalErleben - Fadenmodell. Foto: gruppe F
Projekt GrüntalErleben – Fadenmodell. Foto: gruppe F

Der Grünstreifen in der Grüntaler Straße zwischen Osloer Straße und Kleingartenanlage bekommt unter dem Titel „GrüntalErLeben – Gemeinsam lebendige Räume gestalten“ bis Ende 2020 eine Schönheitskur. Anwohner und Anwohnerinnen sind eingeladen, ihre Ideen einzubringen, wie die Promenade in Zukunft zu einem noch schöneren Ort für die Nachbarschaft werden kann. In den letzten Wochen wurden bereits zahlreiche Ideen und Visionen für den in die Jahre gekommenen Grünstreifen gesammelt.

Mieter bei Vonovia im Wedding verbünden sich

Liebenwalder Str. 5

Im Wedding schließen sich nun Vonovia-Mieter zusammen, um für ihre Rechte zu kämpfen. Denn auch hier geschieht, was bundesweit berichtet wird. Vonovia-Mieter haben es nicht leicht. So hat der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff bei RTL das „System Vonovia“ unter die Lupe genommen. Auch deshalb glauben immer mehr Menschen, dass es bei der Wohnungsgesellschaft Vonovia nicht immer mit rechten Dingen zugeht. Auch „Spiegel Online“ fragte sich bereits: Bereichert sich Vonovia an seinen Mietern? Im Wedding wehren sich jetzt Mieter.

Weddinger Empfehlungen: Bilderbücher über Großeltern

Foto) Soraya Cremalle

Heute möchte uns Buchhändlerin Emilie einmal Bücher empfehlen, die sich um Großeltern drehen. Denn sie haben uns viele Dinge mitzugeben. Wir teilen unsere Geheimnisse mit ihnen, besondere Momente, aber manchmal finden sie keinen Zugang zu unseren Ideen. Manche von uns durften sie nie kennenlernen, und wieder andere haben sich dann Ersatz-Großeltern gesucht. Jetzt ist es an der Zeit, alle Großeltern einmal zu würdigen und uns die Wichtigkeit dieser Familienmitglieder ins Gedächtnis rufen.

Läuft bei ihr? Tampons für obdachlose Frauen

Lisa ist Weddingerin aus Überzeugung. „Osramkiez for life!“ sagt sie lachend, als sie fröstelnd den Schal enger zieht. Dass die warme Jahreszeit endgültig vorbei ist, merkt nicht nur sie. Vor allem für die Menschen, die kein eigenes Zuhause haben, beginnt jetzt eine harte Zeit. Wenn Lisa die Müllerstraße hoch läuft, kommt sie am neuen Standort von „Evas Haltestelle“ vorbei, einer Hilfseinrichtung für obdachlose Frauen, die der Sozialdienst der katholischen Frauen im Wedding betreibt. Evas Haltestelle ist eine Institution im Kiez und hat nun endlich an der Müllerstr. 126 einen neuen Standort gefunden – bis zu 100 Frauen finden in den neuen Räumlichkeiten einen sicheren Ort, um zu schlafen, zu essen, sich zu waschen und soziale Kontakte zu pflegen.