Abfuhr für Tannen

TannenDas Tan­nen-Glück ist bald vor­bei. Ent­na­delt, abge­schmückt und man­che noch mit Lamet­ta-Fet­zen beklei­det lie­gen vie­le Weih­nachts­bäu­me schon an Wed­din­ger Wegesrän­dern. Dien­ten die Nadel­bäu­me noch vor zwei Wochen der Ver­brei­tung weih­nacht­li­cher Stim­mung, erwar­tet die per Fens­ter­wurf aus­ran­gier­ten Gehöl­ze jetzt eine zwei­te Kar­rie­re als Mate­ri­al zur Energiegewinnung. 

Diesterweg-Gymnasium setzt auf Französisch und Latein

Diesterweg Gymnasium mit Französisch und Latein
Das Dies­ter­weg Gym­na­si­um in der Bött­ger­stra­ße Ecke Pankstra­ße. Foto: And­rei Schnell

Das Dies­ter­weg-Gym­na­si­um gibt sich nun eben­falls einen Schwer­punkt. Die Schu­le an der Pankstra­ße wählt als eige­nes Pro­fil die Spra­chen Fran­zö­sisch und Latein. Außer­dem nimmt das Gym­na­si­um ab Herbst 2021 Schü­ler auch ab Klas­se 5 auf. Damit ist das Gym­na­si­um „grund­stän­dig“. Rund 45 der mehr als 110 staat­li­chen und nicht-staat­li­chen Gym­na­si­en in Ber­lin sind grund­stän­dig und bie­ten damit den Wech­sel in der 5. Klas­se an. Unge­wöhn­lich für ein Gym­na­si­um ist, dass das Dies­ter­weg eine Ganz­tags­schu­le bis 16 Uhr ist. Wäh­rend grö­ße­re Schü­ler schon allein auf­grund des Stun­den­plans täg­lich vie­le Stun­den in der Schu­le ver­brin­gen, haben nur sie­ben Gym­na­si­en in Ber­lin einen Ganz­tags­be­trieb mit Arbeits­ge­mein­schaf­ten und Freizeitangeboten.

Unser Zuhause: Dzień dobry, Wedding!

Wenn man lan­ge an einem Ort lebt, emp­fin­det man die­sen irgend­wann ganz selbst­ver­ständ­lich als Hei­mat. Den Wed­ding kön­nen nur die weni­ge sei­ner Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner als Geburts­ort ange­ben, die­ser Stadt­teil ist schon immer ein Ort der Ein­wan­de­rung und des Tran­sits gewe­sen. Wie­der ande­re Ber­li­ner sind hier auch nur gebo­ren, weil sich vie­le Kran­ken­häu­ser im Wed­ding befin­den, und haben nie im Stadt­teil gewohnt. Der Zuge­zo­ge­nen­at­las 2016 weist für den Wed­ding aus, dass über die Hälf­te sei­ner Bewoh­ner nicht in Ber­lin gebo­ren ist – nur rund um den Schil­ler­park lag die Quo­te der Ur-Ber­li­ner etwas höher.So ver­wun­dert es nicht, dass auch die meis­ten der Redak­ti­ons­mit­glie­der beim Wed­ding­wei­ser nicht aus der Regi­on Ber­lin-Bran­den­burg stam­men. In unse­rer Serie berich­ten wir von unse­ren Her­kunfts­or­ten  – und war­um wir in unse­rem Stadt­teil Wur­zeln geschla­gen haben.

Eintritt: Anklopfen – ein besonderes Atelier in der Bellermannstraße

Atelier in der Bellermannstraße

Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de sind wohl bekannt dafür, nicht immer den gewöhn­lichs­ten Weg ein­zu­schla­gen. Es ist eben eine Lebens­wei­se – viel mehr als nur ein Beruf. In sei­ner Wed­din­ger Gale­rie ver­kör­pert ein Künst­ler die­ses Bild, als hät­te er nie etwas ande­res gemacht – und das trifft es ziem­lich genau.

Kolonie10: Fledermaus und Gutachten

Koloniestraße Berlin Wedding Innenhof
Hof der Kolo­nie­stra­ße 10. © Til­man Vogler

Drei Gut­ach­ten kann die Gemein­schaft der Mie­ter in der Kolo­nie­stra­ße 10 vor­wei­sen und mit ihnen um den Erhalt ihres Hofes kämp­fen. Eines davon belegt, dass in dem Hin­ter­hof die sehr sel­te­ne Mops­fle­der­maus geor­tet wur­de. Ein Inves­tor will Gara­gen in dem his­to­ri­schen Par­al­lel­hof abrei­ßen, um Platz für ein Apart­ment­haus zu schaf­fen. Das geht nun aus Natur­schutz­grün­den nicht so ein­fach. Die Mie­ter wol­len, dass eine Genos­sen­schaft das Wohn­haus und die Remi­sen kauft. Sie haben sich zum Kul­tur­hof Kolo­nie­stra­ße 10 zusam­men­ge­schlos­sen. Zwei Genos­sen­schaf­ten kämen für den Kauf in Fra­ge. Doch die kön­nen nur kau­fen, wenn der Inves­tor sei­ne eige­nen Plä­ne begräbt.

Ein Vierteljahrhundert Bibliothek am Luisenbad

Die Bibliothek am Luisenbad in der Travemünder Straße. Foto: Andrei Schnell
Die Biblio­thek am Lui­sen­bad in der Tra­ve­mün­der Stra­ße. Foto: And­rei Schnell

Wenn man die­se Biblio­thek von außen sieht, spürt man sofort: Die­se Gebäu­de haben Geschich­te. Und doch ist es erst 25 Jah­re her, dass aus den ver­blie­be­nen Gebäu­de­res­ten eines frü­he­ren Bads, eines Ver­gnü­gungs­lo­kals und eines Kinos eine städ­ti­sche Biblio­thek wur­de. Die­se wur­de über­wie­gend unter der Erde ange­legt und ist in ihrer halb­kreis­för­mi­gen Lese­hal­le durch­aus modern.