Was tun gegen die Armut im Wedding und Gesundbrunnen?

Klassische 1920er Jahre am Rathaus-Altbau
Rathaus Wedding – hier befindet sich das Amt für Soziales.

Meinung Alle zwei Jahre legt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zeitversetzt neue amtliche Zahlenkolonnen über die letzten zwei Jahre vor, die Auskunft geben sollen, wie es um die soziale Lage in unseren Kiezen steht. Wie viele  Bewohnerinnen und Bewohner sind arbeitslos? Wie viele leben von Transferleistungen, weil sie nicht von ihrer Arbeit leben können oder weil sie zum Beispiel aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht arbeiten gehen können? Wie viele Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren leben in Haushalten, in denen das Geld der Eltern am Ende des Monats nicht zum (Über)leben für alle reicht und wo ergänzende Transferleistungen bezogen werden? Und wie viele Menschen leiden unter Altersarmut?

Milieuschutz ist irreführend

Straßenszene Badstraße
Soll das Milieu geschützt werden oder die Gier begrenzt werden? Foto: Andrei Schnell

Meinung Der Wedding bekommt zu den bestehenden noch vier weitere Gebiete mit Milieuschutz hinzu. Es ist an der Zeit, einen irreführenden Alltagsbegriff zu beerdigen. Sollen „Negativgruppen“ wie das „Milieu“ bleiben dürfen oder nicht? Das ist ein politischer Streit aus dem Jahr 1978. Heute, 40 Jahre später, ist diese Frage längst durch eine ganz andere Frage abgelöst worden.

Eine Frage: Sind wir im Wedding dreckig?

Meinung Als ich vor fast drei Jahren in den Wedding zog, war das keine Liebe auf den ersten Blick, aber eine auf den zweiten. Die soll ja bekanntermaßen länger halten als die rosarote Wolkenverliebtheit, bei der man schnell einer Selbsttäuschung erliegt beziehungsweise allerlei Illusionen. Und was danach kommt, ist schnöde Ernüchterung. Bei mir und dem Wedding war es genau anders herum. Am Anfang stand die Ernüchterung, dann wuchs eine Liebe auf den zweiten Blick.

Wir brauchen eine Park-Kita-Garten-WG-Schule!

Genter Wochenmarkt: Die Fläche ist eigentlich ein Parkplatz. Gut ausgenutzt!

Meinung Baum und Fluss, Park und Biene sind Begriffe, die natürlich auch jeder Stadtbewohner kennt. Zusammen mit See und Blume bilden diese Wörter ein Stückchen dessen ab, was wir als Natur kennen und mögen. Beim Langen Tag der Stadtnatur am Wochenende habe ich im Gemeinschaftsgarten Himmelbeet einen neuen Begriff gelernt: Multicodierung. Vielleicht kann er so manches grüne Fleckchen in der Stadt retten.

Kurze Wege zum Einkaufen im Wedding? Fehlanzeige!

In der Müllerstraße. Foto: Joachim Faust
In der Müllerstraße. Foto: Joachim Faust

Meinung Wenn was im Wedding kommt, dann immer gleich doppelt und dreifach. Wir erleben das gerade an der Müllerstraße mit ihrer hohen Dichte an Filialisten. An anderen, nicht weniger lebendigen Stellen herrscht dagegen gähnende Leere. Der Markt regelt eben doch nicht alles von allein.

Nächstes Ziel: die Wedding-Uni

E-Racer
Rast davon – der E-Racer der Beuth-Hochschule. Foto: Stephan Niespodziany / LNDW

Meinung Per Livestream kann die ganze Welt zuschauen, wie Forscher Alexander Gerst in die ewige Nacht des Weltraums aufbricht. Nicht ganz so viele Zuschauer wird der Aufbruch von hunderttausend Berlinern zur Langen Nacht der Wissenschaften am Sonnabend haben. Sie werden die Entdeckung machen, dass der Wedding für Forscher nicht mehr hinterm Mond liegt. Das führt zu der Frage: Und wann kommt die Wedding-Uni?

Für Umme mit dem Leihrad

Leihrad der Firma ofo. Foto: Hensel
Zwei Leihräder stehen in der Brunnenstraße. Als das Foto entstand, sind zwei Kids schnell noch aus dem Bild gesprungen. Offenbar wollten sie gerade los. Foto: Hensel

Meinung Die Weddinger Jugend hat das Radfahren entdeckt. Wer hätte gedacht, dass gerade die Nachwuchs-Gangster, die sonst niemals mit dem Fahrrad gesehen wurden, breitbeinig und mit natürlich nur einer Hand radelnd im Wedding unterwegs sind. Kaum einen Meter legen sie noch zu Fuß zurück. Kein Wunder: Eine freundliche Firma aus dem fernen China hat ihnen kostenlose Leihräder geschickt. Die Kids aus der Nachbarschaft nehmen das Geschenk dankend an.

Sagt dem Stau adé, Weddinger!

Reifen; Fahrrad. Foto: Sulamith Sallmann
Foto: Sulamith Sallmann

Meinung Irgendwo zwischen dem Virchow und der Müllerstraße kommt der Verkehr im Wedding durch Baustellen dauerhaft zum Erliegen. Nicht nur in den Stoßzeiten an Werktagen, sondern inzwischen auch am Wochenende. Alternative Verkehrsmittel? Eine Aktion des Klima-Bündnisses der europäischen Städte kommt gerade zur rechten Zeit: Stadtradeln.