Heiko Werning überlebt den Wedding

Cover von Wedding sehen und sterben
Buch­co­ver von Hei­ko Wer­nings “Wed­ding sehen und ster­ben”. Gra­fik: Edi­ti­on Tiamat 

Um Hei­ko Wer­nings neu­es Buch “Wed­ding sehen und ster­ben” zu bespre­chen, möch­te ich aus­ho­len: Ich war ein­mal bei einer Lese­büh­ne. Bevor es los­ging, war ledig­lich ein Tisch zu sehen, auf dem eine tote Rat­te lag. Links neben mir frag­te einer, war­um eine Rat­te? Rechts neben mir einer: war­um eine tote. Und hin­ter mir hör­te ich: Die tote Lese­rat­te ist ein Sym­bol für den Nie­der­gang der Buch­kul­tur. Klar, ich war fremd­ge­gan­gen, ich war bei einer Lese­büh­ne im Prenz­lau­er Berg. Sor­ry. Zur Ent­schul­di­gung kann ich vor­brin­gen, dass ich hier Blei­stift und Klad­de her­aus­zog, um eine Buch­kri­tik zu Hei­ko Wer­nings “Wed­ding sehen und ster­ben” vor­zu­for­mu­lie­ren. Dabei han­delt es sich um eine Samm­lung von Erleb­nis­sen aus dem Jah­re Null.

Panke-Trail folgt Stettiner Bahn

Humboldtsteg
Hier soll sich eine wei­te­re Brü­cke ein­fä­deln. Foto: And­rei Schnell

Ein Rad­schnell­weg wie eine Auto­bahn ohne Kreu­zun­gen und Ampeln – das bleibt ein Traum. Doch der Pan­ke-Trail wäre immer­hin kreu­zungs­arm. Eine Mach­bar­keits­un­ter­su­chung hat Ende letz­ten Jah­res eine Rou­te für den neu­en Rad­weg aus­ge­wählt. Der Trail ist eine von meh­re­ren Rad­schnell­ver­bin­dun­gen, die Ber­lin bau­en möch­te. Der Favo­rit der Unter­su­chung führt ent­lang der ehe­ma­li­gen Stet­ti­ner Bahn durch die Grün­ta­ler Stra­ße. Und am Hum­boldt­hain soll es eige­ne Brü­cken nur für Rad­fah­rer geben.

Superwahljahr: Wer tritt an im Wedding?

wahllokal
Ein­gang zu einem Wahl­lo­kal. Foto: And­rei Schnell

Das ist unser fort­lau­fend aktua­li­sier­ter Bei­trag zu den Wed­din­ger Kan­di­da­ten im Super­wahl­jahr 2021. Der Tag für alle Wah­len ist der 26. Sep­tem­ber. Wir schlüs­seln auf, wel­che Lis­ten- und Direkt­kan­di­da­ten es wis­sen wol­len und gegen­ein­an­der antre­ten. Der Arti­kel beginnt mit den Kan­di­da­ten der Bun­des­tags­wahl. Es folgt ein Abschnitt zum Bezirks­bür­ger­meis­ter. Kli­cke auf Dein Vier­tel, um alle für Dich rele­van­ten Infos zur Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus  zu erhal­ten:  Afri­ka­ni­sches Vier­tel, Anton­kiez, Brun­nen­vier­tel, Brüs­se­ler Kiez, Gericht­stra­ße, Gesund­brun­nen, Eng­li­sches Vier­tel , Osram­hö­fe, Leo, Sol­di­ner Kiez, Spren­gel­kiez. Last but not least stel­len die Par­tei­en die­se Lis­te für die Wahl der Bezirks­ver­ord­ne­ten auf. Hilf­reich auch unse­re FAQs zu den Wahlen.

Arbeitslosigkeit weiter hoch

Agen­tur für Arbeit Mül­ler­stra­ße. Foto: Weddingweiser

Nach wie vor feh­len für vie­le Men­schen im ehe­ma­li­gen Bezirk Wed­ding Jobs. Zum Stich­tag 31. Dezem­ber 2020 waren 15.954 Per­so­nen arbeits­los gemel­det. Im Orts­teil Wed­ding such­ten 8.678 Men­schen und im Orts­teil Gesund­brun­nen 7.276 Men­schen eine Arbeit. Zum Ver­gleich: Vor einem Jahr im Dezem­ber 2019 gab es im Orts­teil Wed­ding 5.971 Arbeits­lo­se und im Orts­teil Gesund­brun­nen 5.047. Ange­stie­gen war die Arbeits­lo­sig­keit zeit­gleich mit der Coro­na­kri­se. Ein Rück­gang der hohen Arbeits­lo­sen­quo­te ist im Gebiet des ehe­ma­li­gen Wed­ding noch nicht zu beobachten. 

Die Wende aus Sicht des RIAS TV

Cover Zeuge der Wende
Cover des Buches “Zeu­ge der Wen­de” von Ger­hard Specht. Gra­fik: Omnio-Verlag

„Kein Bild für RIAS“ hat Ger­hard Specht ein Kapi­tel sei­ner Erin­ne­run­gen an die Arbeit beim „Feind­sen­der“ über­schrie­ben. Der Rund­funk im ame­ri­ka­ni­schen Sek­tor (RIAS) war für die DDR-Behör­den die gefähr­lichs­te Rund­funk­an­stalt, der Erfolg der bei­den älte­ren RIAS-Radio­sen­der war im Osten enorm. Unter Jugend­li­chen war RIAS 2 ver­mut­lich Leit­me­di­um. Kein Wun­der, dass die Ver­ant­wort­li­chen in der DDR dem 1988 in der Vol­ta­stra­ße gestar­te­ten RIAS-Fern­se­hen (heu­te: Deut­sche Wel­le) so vie­le Stei­ne in den Weg leg­ten wie nur mög­lich. Ger­hard Specht beschreibt kon­kret, wie sei­ne Arbeit mit Hin­hal­te­tak­tik behin­dert wur­de. Kon­se­quenz: „Uns man­gel­te es schlicht an Bewegt­bild-Mate­ri­al von jen­seits der Mauer.“ 

FAQ zu den Wahlen 2021

Wählen
Wäh­len mit Wis­sen. Foto: And­rei Schnell

Wie viele Stimmen habe ich?

Min­des­tens fünf, even­tu­ell auch sechs. Für die Bun­des­tags­wahl kann ein Kreuz beim Direkt­kan­di­da­ten und eines bei der Par­tei gesetzt wer­den. Eben­so bei der Abge­ord­ne­ten­haus­wahl. Bei der Wahl der Bezirks­ver­ord­ne­ten gibt es nur eine Stim­me, die für die gewünsch­te Par­tei. Die sechs­te Stimme

Wie sieht der Stimmzettel aus?

Noch gibt es kei­ne Mus­ter-Stimm­zet­tel für die Wah­len. Bis dahin zei­gen wir hier Mus­ter ver­gan­ge­ner Jahre.

Stimmzettel Bundestagswahl

Was heißt Erst- und Zweitstimme?

Bei der Bun­des­tags­wahl gibt es einen Wahl­zet­tel. Auf die­sem wird links der Direkt­kan­di­dat ange­kreuzt und rechts die Par­tei. Die­ses Kreuz gilt als das wich­ti­ge, denn es ent­schei­det über die Zusam­men­set­zung des Bun­des­ta­ges. Das Kreuz auf der lin­ken Sei­te, die Erst­stim­me, gilt als weni­ger wich­tig, denn es ent­schei­det nur dar­über, wel­che Per­son für eine Par­tei in den Bun­des­tag ein­zieht, aber nicht dar­über, wie stark die­se Par­tei wird.

Für das Abge­ord­ne­ten­haus gibt es zwei Zet­tel in unter­schied­li­cher Far­be. Das Prin­zip gleicht dem der Bundestagswahl.

Was heißt Liste, was heißt Direktkandidat?

Unter den gewähl­ten Par­la­men­ta­ri­ern und Abge­ord­ne­ten kön­nen die direkt gewähl­ten ein klein wenig stol­zer als ihre Kol­le­gen sein, denn sie haben sich in ihrem Wahl­kreis gegen Kon­kur­ren­ten ande­rer Par­tei­en durch­ge­setzt. In der Pra­xis haben die Direkt­kan­di­da­ten aber nicht mehr Rech­te als die Mit­glie­der des Bun­des­ta­ges oder Abge­ord­ne­ten­hau­ses, die über Lis­te ein­ge­zo­gen sind.

Die Lis­te ist eine Rei­hen­fol­ge, die von den Par­tei­en auf­ge­stellt wer­den. Sie wird dann wich­tig, wenn der Par­tei mehr Sit­ze zuste­hen als Direkt­kan­di­da­ten gewon­nen haben. Bei Par­tei­en wie Grü­ne und Lin­ke, die erfah­rungs­ge­mäß wenig Direkt­man­da­te holen, ist die Lis­te also wich­ti­ger als bei Par­tei­en wie CDU und SPD, die vie­le Wahl­krei­se direkt gewin­nen. In der Umgangs­spra­che wird oft abfäl­lig davon gespro­chen, dass bestimm­te Poli­ti­ker über die Lis­te “abge­si­chert” sind. Damit wird beschrie­ben, dass Direkt­kan­di­da­ten manch­mal auch auf der Lis­te ganz weit oben genannt wer­den. Sinn­voll ist das bei Spit­zen­po­li­ti­kern wie dem Kan­di­da­ten für das Amt des Regie­ren­den Bür­ger­meis­ters, weni­ger sinn­voll natür­lich bei Poli­ti­kern der zwei­ten Reihe.

Kann ich den Kanzler wählen, welche Wirkung hat meine Stimme?

Beim Bun­des­tag stellt tra­di­tio­nell die stärks­te Par­tei den Bun­des­kanz­ler. Das Grund­ge­setz ver­langt dies aber nicht. Es heißt dort ledig­lich, dass der Bun­des­tag einen Bun­des­kanz­ler wählt. Damit könn­te also auch eine klei­ne­re Par­tei einen Kanz­ler stel­len. Vor­aus­set­zung ist natür­lich, dass sie genü­gend Koali­ti­ons­part­ner fin­det. Die Minis­ter wer­den vom Volk oder den Par­tei­en im Bun­des­tag gewählt. Der Kanz­ler schlägt sie vor und der Bun­des­prä­si­dent bestä­tigt den Vor­schlag for­mal. Tra­di­tio­nell sind die Minis­ter auch Mit­glied des Bun­des­ta­ges, aber es gab auch Minis­ter, die kein Man­dat hat­ten. So gesche­hen bei Klaus Kin­kel, Frank-Wal­ter Stein­mei­er oder Ursu­la von der Leyen.

Der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter wird vom Abge­ord­ne­ten­haus gewählt. Auch hier ist es ledig­lich Tra­di­ti­on, dass die stärks­te Par­tei die­ses Amt bekommt. Die Ber­li­ner Ver­fas­sung erlaubt dem Regie­ren­den Bür­ger­meis­ter, die Sena­to­ren zu benen­nen und zu entlassen.

Bei der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung wer­den Par­tei­en gewählt. Anders als im Bund und im Land gibt es kei­ne Bezirks­re­gie­rung und damit auch kei­ne Koali­tio­nen. Der Bezirks­bür­ger­meis­ter wird per Zähl­ge­mein­schaft gewählt. Die Pos­ten der Stadt­rä­te wer­den ent­spre­chend des Wahl­er­geb­nis­ses pro­por­tio­nal an die Par­tei­en ver­ge­ben, wobei die Bezirks­ver­ord­ne­ten die Stadt­rä­te wäh­len müs­sen. Der Umfang der Auf­ga­ben der Stadt­rä­te ist in der Ber­li­ner Ver­fas­sung nicht festgelegt.

Warum Superwahljahr?

In Ber­lin gab es vor mehr als 30 Jah­ren das letz­te Mal das Zusam­men­tref­fen von Bun­des­tags- und Ber­lin­wahl. 1990 tra­fen sich die bei­den Wah­len zum letz­ten Mal in einem Jahr. Damit haben die Wäh­ler fünf Stim­men. Das sind jeweils die Erst- und Zweit­stim­me für die Bun­des­tags­wahl und  für die Wahl des Abge­ord­ne­ten­hau­ses. Hin­zu kommt eine Stim­me für eine Par­tei, die man für die Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung wäh­len möchte.

Weitere Fragen?

Schreibt gern in die Kom­men­ta­re, wenn ihr Fra­gen habt, die wir für euch recher­chie­ren sollen.

Autorenfoto Andrei Schnell

And­rei Schnell recher­chiert für Leser Fra­gen zur Wahl.

Gesundbrunnen wird 2021 Parkzone

Hinweisschild Parkzone
Park­schein­au­to­ma­ten bald auch in Wed­ding und Gesund­brun­nen. Foto: Weddingweiser

Sie­ben Zonen mit Park­raum­be­wirt­schaf­tung will Mit­te in die­sem und im nächs­ten Jahr in den Orts­tei­len Wed­ding und Gesund­brun­nen ein­rich­ten. Los­geht es mit dem Gesund­brun­nen. Eine Vier­tel­stun­de Par­ken wird 50 Cent kos­ten. Das ent­spricht zwei Euro pro Stun­de. Im Sol­di­ner Kiez und im Afrikanischen/Englischen Vier­tel soll die Gebühr die Hälf­te betragen. 

Starkes Votum fürs Café Leo

Cafe Ldo
Das Café Leo auf dem Leo­pold­platz. Foto: Weddingweiser

Das Bezirks­amt will für das Café Leo ein Inter­es­sen­be­kun­dungs­ver­fah­ren star­ten. Ein umständ­li­ches Wort für die Erlaub­nis, auf dem Leo­pold­platz Gas­tro­no­mie anbie­ten zu dür­fen. Was bedeu­tet das? Soll das Café Leo etwa weg? Soll das Café blei­ben, aber der Betrei­ber Hüs­eyin Ünlü soll gehen? Will das Amt den Cha­rak­ter des Cafés ändern? War­um ist über­haupt ein Kiosk auf dem Kirch­vor­platz erlaubt? Und was ist am Café Leo eigent­lich beson­ders? Und war­um hat der Bezirk mit­zu­re­den? Hier die Antworten.

Unicorn: Büronomaden nutzen alte Post

Ein Postamt, heute ohne Postfiliale...
Post­amt in der Gericht­stra­ße. Foto: Weddingweiser

Der Schreib­tisch­ver­mie­ter Uni­corn ist in die Gericht­stra­ße gezo­gen. Dort heißt es nun: Schreib­ti­sche statt Brief­mar­ken. Im his­to­ri­schen Post­amt in der Gericht­stra­ße 51 ver­mie­tet das Unter­neh­men Uni­corn zahl­rei­che Cowor­king-Schreib­ti­sche. Cowor­king heißt auf deutsch Zusam­men­ar­beit und beschreibt eine rela­tiv unge­bun­de­ne Mög­lich­keit für jun­ge oder klei­ne Fir­men, Büro­räu­me anzumieten.