Nette Geste. Der Bundespräsident im Wedding

Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Gespräch mit Menschen aus dem Soldiner Kiez. Foto Andrei Schnell

Ein Bundespräsident hat nur sehr wenig zu entscheiden. Seit Tun besteht darin, bedeutungsvoll zu tun, die passende Geste zu verwenden. Am 15. Juni kam Frank-Walter Steinmeier zur Stippvisite in den Wedding. Hier die persönlichen, nicht-repräsentativen Beobachtungen zur Bedeutung eines Staatsbesuchs in einem gescheitertem Staatsteil.

Unterhaltsame Geschichte des Vergnügens

Historisches Foto fürs Geschichtscafé
Atrraktion Shimmytreppe um 1904. Was das für ein Spaß war, erklärt das Geschichtscafé. Foto gemeinfrei.

Bei einem Geschichtscafé am 14. Juni geht es um Vergnügen vor 100 Jahren im Wedding. Anno erzählt führt durch das Brunnenviertel, zeigt alte Fotos und lädt ein, alte Spiele auszuprobieren. Treff ist um 18 Uhr am U-Bahnhof Bernauer Straße. „Vergnügen zwischen Kino, Schwof und Rummel“ nennt Anno erzählt die Veranstaltung über Vergnügen im alten Arbeiterbezirk.

Europawahl 2019: Grüne holen alle Kieze

Europawahl wedding
Das Ergebnis der Europawahl im Wedding

Bei der Europawahl am 26. Mai haben die Grünen im Wedding in allen Kiezen deutlich gewonnen – fast immer mit großem Vorsprung. Überraschend erfolgreich ist aber auch die Partei DIE PARTEI. Sie kam im Wedding auf 7,5 Prozent und überholte damit AfD und FDP. Die Gruppe der Anderen (ohne FDP und DIE PARTEI) kam im Wedding auf 13,9 Prozent. In Summe zeigt sich ein buntes Wahlergebnis mit dominierendem Grün.

Panke Trail: Platz fürs Rad

Ausschnitt: Radschnellverbindung Panke Trail im Wedding und im Prenzlauer Berg. Grafik: Infravelo/Vössing

Autofahrer haben eine Gelegenheit verstreichen lassen, ihre Argumente zur Radschnellverbindung Panke Trail einzubringen. Nach einer Infoveranstaltung zu Routen und Alternativen fand sich lediglich ein Strich in der Spalte Autofahrer. Die anderen rund 200 Teilnehmer sehen sich als Nutzer der BVG, Fußgänger oder eben als Radfahrer. Aktuell als machbar für den Panke Trail angesehen wird – auch unter Nutzung von Autostraßen – dieser Verlauf:

Ex-Diesterweg: Runder Tisch soll vermitteln

Sabine Horlitz
Sabine Horlitz vom Non-Profit ps.wedding verteidigt ihr Projekt. Foto: Andrei Schnell

Wieder eine neue Wendung beim Ex-Diesterweg-Gymnasium im Brunnenviertel: Bei einer Infoveranstaltung am 2. Mai stimmten die Stadträte für Schule, Carsten Spallek (CDU), und für Stadtentwicklung, Ephraim Gothe (SPD), einem Runden Tisch zu. Wieder einmal ist offen, wie es mit dem Gelände weitergeht. Aktuell wird gestritten, ob Abriss und Schulneubau kommen soll oder ob es doch noch eine Möglichkeit gibt, das alternative, gemeinwohlorientierte Projekt von ps wedding auf der Fläche unterzubringen.

Deutsche Wohnen: Wandbild ja, Heizung nein

Wandbild
Deutsche Wohnen bemalt Haus mit Wandbild in der Stralsunder Straße. Foto: Andrei Schnell

Mieter der Deutschen Wohnen sind empört. Seit über zehn Tagen sitzen in der Stralsunder Straße 34 a im Brunnenviertel einige Mieter in kalten Wohnungen. Die Reparatur eines Heizungsrohres zieht sich hin. Flinker war die Vermieterin mit der Bemalung der Fassade. Außen hui und innen pfui, denken die Mieter nun.

Navi an die Ostsee: Tipps für die Fahrt

Die Ostsee ist in Europa das „nördliche Mittelmeer“. Vom Wedding aus ist es zwar nicht gerade nur ein Katzensprung , die Küste liegt aber auch keine halbe Weltreise entfernt. Für manch einen hat die „Badewanne der Berliner“ auch im Winter ein Wochenende lang ihren Reiz, andere buchen jetzt ihren Sommerurlaub. Hier zeigen wir euch Wege und Alternativwege ans Meer.

Ein Leben als Fremde: Walli Nagels Erinnerungen

Walli Nagel
Cover des zweiten Bandes der Reihe Wedding-Bücher. Cover: Walter Frey Verlag

Als Walli Nagel 1925, frisch verheiratet mit dem berühmten Maler Otto Nagel, aus der Sowjetunion in den Wedding kam, war „ich etwas Neues, noch nie zuvor Gesehenes“. Ihre Erinnerungen beschreiben ein Leben als Fremde in der Fremde. Der Rückblick auf ihr Leben (erstmals erschienen 1981) heißt „Das darfst du nicht“. Es ist nun im Walter Frey Verlag in der Reihe „Weddinger Bücher“ neu herausgekommen. 

Wedding als Metapher für Nahost / Buchkritik

Buchcover
Cover des Buches „Der neu-deutsche Antisemit“. Grafik: Hentrich-Hentrich-Verlag

Nein, mit der Laubsäge puzzelt Arye Sharuz Shalicar nicht am Brett vor dem Kopf seiner Leser herum – er wirft die benzingetriebene Kettensäge an. Sein Buch „Der neu-deutsche Antisemit – Gehören Juden heute zu Deutschland?“ ist nicht für das abwägende Seminar gedacht. Es dient der schnellen Diskussion auf der Straße, in der U-Bahn oder im Büro. Für diesen Zweck sind die provokanten Behauptungen, knappen Argumente und kurzen Zusammenhänge grob geschnitzt. Ein Buch, wie wenn einer mit der Faust auf den Holztisch schlägt, dass es nur so kracht.