Der Wedding und die Berlinale

Ticket für die Berlinale im City Kino Wedding 2016
Ein Ticket für die Berlinale im City Kino Wedding – leider schon zwei Jahre alt. Foto: Hensel

Meinung. Bereit für den Filmmarathon? Morgen beginnen die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Bis zum 25. Februar gibt es am Potsdamer Platz, aber auch in den Kiezen bei der Berlinale Kino satt. Das City Kino Wedding war in den vergangenen zwei Jahren Spielort der Festspiele. In diesem Jahr zeigt das Programmkino in der Müllerstraße leider keine Berlinale-Filme. Doch das ist kein Grund zum Schmollen. Auch das sei ein kleiner Trost: der Wedding sendet sozusagen eine Botschafterin zu den Filmfestspielen.

Kommentar: Baugesetz kein Ersatz für Mietenpolitik

Umgezogen
Wenn der Umzug zur Drohung wird. Foto: AndreiSchnell

Woran liegt es, dass die Politik sich eifrig bemüht, dem Wunsch der Wähler nach gedämpften Mieten nachzukommen und diese einfach keine Bremswirkung wahrnehmen? Nicht wenige Menschen glauben, es sei nur eine Frage der Zeit, bis sie nicht nur ihren Kiez, sondern die überhaupt die Berliner Innenstadt verlassen müssen. Die Vorstellung, einmal umziehen zu müssen, wirkt auf sie wie eine Bedrohung. Die Politik tut ihr Bestes, doch die Menschen sind enttäuscht. Das liegt daran, dass die Menschen wieder politische Entscheidungen erwarten. Nur haben die Politiker, groß geworden in den Jahren der Sparsamkeit, noch nicht erkannt, dass politische Enthaltsamkeit nicht mehr das ist, was Schlimmeres verhindert.

Hunde, na klar. Aber bitte mit Leine!

Straßenschild. Foto: Sulamith Sallmann
Straßenschild. Foto: Sulamith Sallmann

Ab morgen müssen alle Hunde in Berlin grundsätzlich an die Leine. Das neue Hundegesetz gilt offiziell ab Donnerstag und damit die Leinenpflicht. Auch wenn es schwer wird, sie zu kontrollieren und auch die sogenannten Ausführungsbestimmungen zum neuen Gesetz noch gar nicht fertig sind, ist die neue Regelung gut und richtig.

Verkehr: Die Ausnahme ist im Wedding die Regel

Parken ohne Nummernschild auf der Badstraße. Foto Andrei Schnell.
Zweite-Reihe-Parker in der Badstraße. Foto Andrei Schnell.

Manchmal staunt man, wie nah eine gefühlte Realität der Wirklichkeit kommt. Beispiel: Verkehr. Am Freitag (12.1.) hat die Polizei fast vier Stunden auf den Hauptstraßen im Wedding und in Gesundbrunnen Autos kontrolliert. Man vermutet schon, dass die Beamten bei einem Teil der Wagen Grund zur Beanstandung gehabt hätten – Falschparken und so. Tatsächlich waren es, man glaubt es kaum, 80 Prozent!

Der Wedding bleibt hässlich

Fahrrad, Antwerpener Straße, kuriosParkverbotsschilder auf dem Gehweg sind ihre ersten Vorboten. Wenig später schon folgen die Abschlepper, gern von ein bis zwei mehr oder minder präsenten Polizeiuniformen flankiert, bevor es offensichtlich wird. Das bis gestern noch recht unscheinbare Wohnhaus wird eingerüstet – und verschwindet für mehrere Wochen gänzlich hinter Hämmern, Stemmen und (vielleicht bald schon geklauten) Bauaufzügen. „Gentrifidings“ ruft man eilig dort, wo von außen mal eben aufgehübscht werden soll. Dabei steht auch deswegen längst fest: von innen bleibt der Wedding hässlich. Trotz neuem Zeppelinplatz. Trotz aufgeklebter Dämmplatten. Trotz der neuen Fassaden, der neuen Balkone und der aufgemalten Klinkersteine.

Ein Auf und ab: Das Jahr 2017 im Wedding

Bunter Wedding: Farbbeutel fliegen auf neue Fassaden. Lebendiger Wedding: Ob Droschkenpferde, ein Designmarkt oder Honigbienen, alles ist bei uns in Bewegung. Glanzvoller Wedding: Die Berlinale, der neue Zeppelinplatz oder ein Kulturfestival, unser Stadtteil braucht sich nicht zu verstecken. Schließlich scheint der Rathausvorplatz, der weiterhin keinen Namen haben wird, noch vor dem BER fertig zu werden.

Warum AmMa65 am Ende jeden angeht

 

Amma65 © Andaras Hahn

Überall werden momentan Häuser verkauft, oftmals auch die Mieter vertrieben – sei es durch bewusste Schikane oder das legale Einsetzen von Mietsteigerungen. Meist hört man Fälle aus Kreuzberg, doch jedes Baugerüst vor einem Haus in unserem Wedding ruft in mir ein komisches Gefühl hervor.
Der aktuell prominenteste Fall ist der bevorstehende Verkauf des Eckhauses Amsterdamer/Malplaquetstraße, kurz AmMa65. Am Sonntag lud das Haus zum Adventsumtrunk in die Montagehalle ein.

Bezirkshaushalt: Es ist wieder Geld da

Rathaus Mitte
Die Bezirksverordneten beschließen im Rathaus den Haushalt 2018/2019. Foto: Andrei Schnell

Nach den langen Jahren des berühmten roten Bleistifts kann nun wieder aus dem Vollen geschöpft werden. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) –  dem „Parlament“ auf Bezirksebene – hat einen Bezirkshaushalt für 2018 und 2019 beschlossen. Und in dem steigen die Ausgaben kräftig. Es kann wieder verteilt werden. Auch im Wedding. Über die steigenden Investionen freuen sich die einzelnen Fraktionen.