Sind unsere Spätis in Gefahr?

Nach dem Training geht das Team von Dynamo Dosenbier in den Späti. Foto: A. Keilen
Foto: A. Keilen

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft oft eine große Lücke, vor allem wenn es um die Aufgaben des Ordnungsamts geht. Man schaue nur einmal auf die in zweiter Spur parkenden Autos auf der Müllerstraße oder die Hundehaufen auf unseren Gehwegen. Die Toleranz der Berliner wird oft bis an die Grenze strapaziert. Nur bei einer Sache hört der Spaß dann wirklich auf: Wenn durch Kontrollen an Sonntagen die Ladenschließung bei Spätis durchgesetzt wird. Diese meist inhabergeführten Familienbetriebe sind die wahren sozialen Mittelpunkte der Kieze, auch im Wedding. Sie dürfen normalerweise sonntags nicht öffnen, was aber bis jetzt niemanden gestört hat.

Das preisgekrönte Rathausumfeld gefällt nicht jedem

Fußweg
Der Fußweg zwischen Lesegarten und Bibliothek

Die Neugestaltung des Platzes am Elise-und-Otto-Hampel-Weg („Rathausumfeld Wedding“) hat eine Auszeichnung in der Kategorie „Landschaftsarchitektur im Detail“ des Landschaftsarchitekturpreises 2019 des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) erhalten. Die Gestaltung des Platzes gefällt aber nicht allen Weddingern.

Ein Beispiel für Vereinskultur im Wedding

Berlin - Wedding - Muellerstrasse (c) Foto von Susanne Haun
Foto Susanne Haun

Aus der Fülle an noch bestehenden Vereinen des Weddings greifen wir den Verein StandortGemeinschaft Müllerstraße .V. heraus und beleuchten ihn näher. Der Verein wurde 2013 gegründet und bietet seither seinen Mitgliedern zahlreiche Netzwerk- und Bildungsaktivitäten an. Unter dem Motto „Besonderheiten, und Interessantes der Müllerstraße herauszustellen oder zu entwickeln“ sind die Vereinsmitglieder im Umfeld von Waren oder Dienstleistungen in verschiedenen Branchen zu finden, wie im Bereich Wohnungen, Gewerbe- oder Ladenflächen, Ausüben eines Handwerks, Kunst und Kultur.

Pro und contra Leinenpflicht

Straßenschild. Foto: Sulamith Sallmann
Straßenschild. Foto: Sulamith Sallmann

Am 1. Januar hat Berlin eine weitreichende Leinenpflicht für alle Hunde eingeführt, die in Treppenhäusern, auf belebten Straßen oder auf Märkten gilt. Auch vorher schon galt dies für Spielplätze und Parks, die mit dem grünen Schild gekennzeichnet sind. Wenn sich Hundehalter davon befreien lassen wollen, müssen sie einen Sachkundenachweis oder einen Nachweis über die Haltung des Hundes im Juli 2016 vorlegen. Davon abgesehen, dass das kaum zu kontrollieren ist, scheiden sich die Geister: Ist die Leinenpflicht, so verständlich der Wunsch nach ihr ist, eigentlich noch im Sinne einer artgerechten Hundehaltung?

Warst auch schon mal besser, alte Dame BVG!

BVG Busbetriebshof. Entworfen von Jean Krämer. Foto Joachim Faust.

Liebe BVG, zu deinem 90. Geburtstag –am 10. Dezember 1928 wurde die BVG als Zusammenschluss von verschiedenen Verkehrsbetreibern gegründet und nahm dann am 1.1.1929 ihren Betrieb auf – ist Dir der Glanz abhanden gekommen. Hach, früher: Nur zwei Wochen lang rund um das Kriegsende 1945 war der Betrieb ganz eingestellt, nicht mal die Teilung in zwei Betriebe 1949 – 1991 legte die BVG wirklich lahm. Doch das Bild, das der im Besitz des Landes befindliche Verkehrsbetrieb im Moment abgibt, ist der einst so innovativen Verkehrsmetropole unwürdig.

Kommentar zur Lebensmittelverschwendung

Meinung Es war einer dieser Abende, an denen alles mit einem unverfänglichen Gespräch zwischen Fremden begann und mit einer leeren Weinflasche endete. Irgendwann drehte sich das Gespräch um die Verschmutzung der Meere, Klimawandel und das eigene Konsumverhalten. Hitzig wurden Maßnahmen debattiert, für die jedoch immer ein Gegenargument in irgendeinem Teil der Wertschöpfungskette lauerte. Fast zynisch schauten wir alle auf die leere Flasche Wein, bis sich eine der Beteiligten verabschiedete: „Das, was momentan passiert, ist schrecklich, aber was kann ich tun?“