Das Wichtigste der Woche im Wedding

Ein Thema, welches es ganz sicher auch über den Wedding hinaus geschafft hat, ist die Wahl des Wedding zum viertcoolsten Stadtteil weltweit in der britischen Zeitschrift Time Out. Von „ja cool“  über „psst“ bis „nun ist alles verloren“ variieren die Weddinger Meinungen. Denn es ist nicht alles Gold, was glänzt – wie ein Teil der Weddingweiser-Redaktion dazu steht, steht im Kommentar. Und was war sonst noch los?

Die freundliche Übernahme der Oh!Calcutta-Bar

Die Bar Oh!CalcuttaMan redet gern von Bars als Wohnzimmererweiterung. In diesem Fall ist das wörtlich zu verstehen. Denn als die Stammkneipe Oh!Calcutta im Vorderhaus schließen sollte, fackelten drei Freunde nicht lange. Als Quereinsteiger übernahmen sie ihre Lieblingsbar, änderten so wenig wie möglich am Äußeren und stellten ein Team von Barkeepern ein. Kann das gut gehen? Wir haben die drei getroffen.

Kommt in unsere Kieze, wir beißen nicht!

Nicht gerade um die Ecke: das Rathaus Mitte in der Karl-Marx-Allee. Foto: Hensel
Nicht gerade um die Ecke: das Rathaus Mitte in der Karl-Marx-Allee. Foto: Hensel

Meinung Der Bezirk hat wieder Geld und kann Investitionen planen. Deshalb können nun auch einige Straßen und Gehwege saniert und umgestaltet werden. Im Wedding und in Gesundbrunnen stehen Baumaßnahmen in der Swinemünder Straße, in der Koloniestraße und in der Ungarnstraße an. Das Straßen- und Grünflächenamt (SGA) hat gut zu tun, denn es plant und beauftragt diese Investitionen. Dabei soll das Amt auch noch die Bürger mitnehmen – offenbar keine leichte Aufgabe.

Klaut nicht die Bücher aus den Bücherboxen!

Eine der Bücherboxen - in der Osloer Straße. Foto: Sulamith Sallmann
Bücherbox in der Osloer Straße. Foto: Sulamith Sallmann

Das Prinzip ist einfach: stell ein Buch rein, nimm ein Buch raus. So funktionieren Bücherboxen. Ist es nicht ein Wunder, dass das einfach so klappt? Schließlich steht niemand in der Box, der diese ungeschriebenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) überwacht. Wie sind sie eigentlich organisiert, die Weddinger Bücherboxen – und wer verjagt die Bücherdiebe? Eine Bestandsaufnahme.

Nachbarschaft

Searching for the Grey. Grafik Lisa Blum.
Searching for the Grey. Grafik Lisa Blum.

Es ist selten, dass sich jemand die Mühe macht, einen unbekannten Stadtteil ohne vorgefertigte Meinung zu erkunden. Lisa Blum, die nicht im Wedding wohnt, hat den Soldiner Kiez auf sich wirken lassen. Zur Methode des ziellosen Umherschweifens hat sie sich von der Situationistischen Internationalen inspirieren lassen und ihre Eindrücke in einem Booklet gesammelt. Hier ein Auszug aus dem Text „Nachbarschaft“:

„Ich laufe die Tromsöer Straße entlang. Die Straße endet in einer Sackgasse. Dahinter erstreckt sich ein lang gezogener Parkplatz. Ich biege rechts ab und folge einem Fußweg, der mich auf ein ehemaliges Industrieareal führt. Kinder spielen vor einer Moschee. Ein Junge, um die sieben Jahre alt, fragt einen anderen Jungen „Hast Du eine Zigarette bekommen“? Sie klettern an einem Treppengeländer hoch, das zu einer Lagerhalle hinaufführt.