„Vorkaufsrecht für das Eckhaus Kolonie- Ecke Osloer nutzen!“

Mieterinnen und Mieter eines aus drei Häusern bestehenden Gebäudekomplexes an der Koloniestraße / Osloer Straße bangen um ihre Wohnungen und Gewerberäume. Sie haben sich zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen, um sich für einen Kauf des Hauses durch den Bezirk stark zu machen. Ihr Appell an den Bezirksstadtrat Ephraim Gothe und an den Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel: Machen Sie Gebrauch vom Vorkaufsrecht! Heute Abend um 18 Uhr findet eine Protestaktion statt.

Aus der Pressemitteilung der Initiative

„Bei dem Käufer handelt es sich um eine GmbH, die aktuell zwei weitere Häuser in Moabit (Siemensstraße 13-14 und Waldenserstraße 9) kauft. Wer hinter dem Unternehmer steht, ist jedoch unklar! Wir kämpfen für den Erhalt unserer bunt-gemischten Hausgemeinschaften. Wir knapp 100 Mieter:innen und Gewerbetreibende erhielten Mitte Mai die Schreckensmeldung vom Bezirk: Unser Gebäudekomplex mit 33 Wohnungen an der Koloniestraße Ecke Osloer Straße im Millieuschutzgebiet Reinickendorfer Straße wurde verkauft. Der Investor ist bisher unbekannt, jedoch deutet alles darauf hin, dass es sich um eine große Investmentgroup handelt, der es um Profit und nicht um den Erhalt bezahlbarer Wohnungen geht. Die Entwicklungen im Kiez deuten ebenfalls auf Verdrängung und Gentrifizierung. Zwei Häuser weiter werden Wohnungen künstlich leer gehalten und Gewerbetreibende sollen den Abriss ihrer Räume dulden! Nebenan steht bereits ein Koloss mit möblierten Studentenappartments, deren Zimmer mehr kosten als unsere Wohnungen. Wir befürchten, zum Spekulationsobjekt zu werden und durch Mieterhöhungen zum Ausziehen gezwungen zu werden.

Auch uns droht nun das Schicksal zahlreicher Hausgemeinschaften, Kleingewerbetreibenden und Einzelpersonen, die dem Ausverkauf, dem Mietenwahnsinn und der Verdrängung bereits zum Opfer gefallen sind. Dagegen wehren wir uns und treten ein für einen Erhalt der Kiezkultur, in der alteingesessene Berliner:innen auf Zugezogene, Studierende und Rentner:innen auf Berufstätige und auf Arbeitssuchende treffen. Denn wenn alle Häuser totsaniert wurden, wohin sollen wir dann ziehen?

Der nun vollzogene Verkauf droht die berlinweite Verdrängung weiter zu eskalieren, was für viele Mitglieder unserer Hausgemeinschaft existenzbedrohende Folgen haben würde. Wir kämpfen dafür, dass der Bezirk Mitte sein Vorkaufsrecht durch einen gemeinwohlorientierten dritten Käufer einsetzt! Die Nutzung des Vorkaufsrechts wäre für uns alle eine riesige Erleichterung in diesen Zeiten des Mietenwahnsinns, und von der Stadtpolitik ein klares Zeichen, dass sie es ernst meint, wenn es um den Erhalt bezahlbaren Wohnraums für alle in Berlin geht.

Wir fordern:

… die Verwaltung des Bezirks Mitte auf, alles zu tun, um das Vorkaufsrecht durchzusetzen

.. die Übernahme unseres Kaufvertrages durch eine gemeinwohl-orientierten Dritten wie eine städtische Wohnungsbaugesellschaft oder Genossenschaft

.. die Politiker:innen des Bezirks und der Stadt Berlin auf, sich für die möglichen Zuschüsse zum Kauf durch einen gemeinwohl-orientierten Käufer einzusetzen“

Mieterinitiative OsKo.bleibt Koloniestraße 13, Osloer Straße 93, Osloer Straße 93A

Heute um 18 Uhr wird vor dem Gebäudekomplex demonstriert..

Instagram: https://www.instagram.com/oskobleibt/  
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Petition auf Change.org: https://www.change.org/OsKoBleibt  

osko.bleibt@gmail.com


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