„Icedippers“: Die Eisbader vom Plötzensee

Foto: Stephan Wall

Die Luft riecht nach nassen Haaren, nach Bier und Gras und Badehandtüchern. Irgendwo spielt jemand Gitarre, plötzlich platscht es laut im Wasser und dann wieder lacht eine Gruppe von Männern. Der Plötzensee ist an diesen magischen Sommerabenden voll mit kleinen Booten, Badetieren und Schwimmerinnen. Auf der Wiese beim Steingarten sitzen Gruppen von jungen Leuten, auf der anderen Seite FKK, und das Strandbad ist ohnehin immer voll. Später im November sind die Uferwege dann verlassen und es ist viel leichter, dort seine Laufrunden zu drehen. Und vom Sommer zu träumen. Donnerstags ein Erinnerungsfoto bei Instagram teilen. Und das ist alles?

Weddinger Tipps gegen die Hitze

Der Trinkwasserbrunnen am Vinetaplatz. Foto: Hensel
Foto: Hensel

Lieber Sommer, schön, dass du uns zeigst, wozu du in der Lage bist. In manchen Sommern regnet es mehrere Tage am Stück, in anderen testest du unsere Hitze-Tauglichkeit bei tropischen Temperaturen. Das kann einen ganz schön beeinträchtigen, aber du solltest wissen: der coole Weddinger an sich lässt sich davon genauso wenig beeindrucken wie von vielem, was anderswo für Erstaunen sorgt. Wir haben da nämlich einiges in petto.

Der perfekte Sommertag nördlich der Seestraße

Auf der Wiese liegen uns lesen: das ist Sommer! Foto: Sulamith Sallmann
Auf der Wiese liegen uns lesen: das ist Sommer! Foto: Sulamith Sallmann

Wir könnte eigentlich der perfekte Sommertag im Wedding aussehen? Die eingefleischten Weddingliebhaber unter uns, die das Wochenende lieber im Park ihres Vertrauens verbringen, anstatt die Weltreise in andere Bezirke aufzunehmen, kennen den Struggle. Hier ein paar Tipps für den perfekten Sommertag nördlich der Seestraße.

Das Weddinger Meer – Ode an den Plötzensee

Ole von Vosskuhl im seinem Musikzimmer
Ole von Vosskuhl im seinem Musikzimmer

Die Weddinger verehren ihren Ortsteil, verteidigen ihn, bewohnen ihn selbstverständlich – und besingen ihn nun auch indirekt. Der Brunnenvierteler Ole von Voßkuhl spielt auf der Gitarre eine eingängige Melodie und freut sich dabei über die Menschen, das kühle Wasser und die Plötzenseeheit.

Kommentar: Alle Dämme gebrochen am Plötzensee

Wildes am Plötzensee - Foto: Andrei Schnell
Wildes Baden am Plötzensee – Foto: Andrei Schnell

Es geht um die Menschen, die den Plötzensee nutzen – falsch nutzen. Es geht darum, dass am Plötzensee alle Dämme der Zurückhaltung gebrochen sind. So darf es nicht weitergehen. Möglich, dass einige Leser des Weddingweisers jetzt die Stirn runzeln und fragen: Wo bitte, ist überhaupt das Problem? Ihnen sei gesagt: Ja, es besteht eins. Das übermäßige Wildbaden.

Wedding am Wasser: Der Plötzensee, nicht einfach irgendein See…

Jedenfalls ist er kein Baggersee und schon gar kein künstlich aufgestauter Weiher! Der einzige natürliche See in Berlin-Mitte ist nämlich stolze 740 Meter lang und 7,85 Hektar groß. Wie auch viele brandenburgische Seen ist die „Plötze“ ein Relikt der Eiszeit. Das beliebte Ausflugsziel hat aber weder einen Zu- noch einen Abfluss. Früher war der See für seinen Fischreichtum bekannt – daher auch die Bezeichnung nach dem Karpfenfisch Plötze…