Weddinger Tipps gegen die Hitze

Der Trinkwasserbrunnen am Vinetaplatz. Foto: Hensel
Foto: Hensel

Lieber Sommer, schön, dass du uns zeigst, wozu du in der Lage bist. In manchen Sommern regnet es mehrere Tage am Stück, in anderen testest du unsere Hitze-Tauglichkeit bei tropischen Temperaturen. Das kann einen ganz schön beeinträchtigen, aber du solltest wissen: der coole Weddinger an sich lässt sich davon genauso wenig beeindrucken wie von vielem, was anderswo für Erstaunen sorgt. Wir haben da nämlich einiges in petto.

Der perfekte Sommertag nördlich der Seestraße

Auf der Wiese liegen uns lesen: das ist Sommer! Foto: Sulamith Sallmann
Auf der Wiese liegen uns lesen: das ist Sommer! Foto: Sulamith Sallmann

Wir könnte eigentlich der perfekte Sommertag im Wedding aussehen? Die eingefleischten Weddingliebhaber unter uns, die das Wochenende lieber im Park ihres Vertrauens verbringen, anstatt die Weltreise in andere Bezirke aufzunehmen, kennen den Struggle. Hier ein paar Tipps für den perfekten Sommertag nördlich der Seestraße.

Das Weddinger Meer – Ode an den Plötzensee

Ole von Vosskuhl im seinem Musikzimmer
Ole von Vosskuhl im seinem Musikzimmer

Die Weddinger verehren ihren Ortsteil, verteidigen ihn, bewohnen ihn selbstverständlich – und besingen ihn nun auch indirekt. Der Brunnenvierteler Ole von Voßkuhl spielt auf der Gitarre eine eingängige Melodie und freut sich dabei über die Menschen, das kühle Wasser und die Plötzenseeheit.

Kommentar: Alle Dämme gebrochen am Plötzensee

Wildes am Plötzensee - Foto: Andrei Schnell
Wildes Baden am Plötzensee – Foto: Andrei Schnell

Es geht um die Menschen, die den Plötzensee nutzen – falsch nutzen. Es geht darum, dass am Plötzensee alle Dämme der Zurückhaltung gebrochen sind. So darf es nicht weitergehen. Möglich, dass einige Leser des Weddingweisers jetzt die Stirn runzeln und fragen: Wo bitte, ist überhaupt das Problem? Ihnen sei gesagt: Ja, es besteht eins. Das übermäßige Wildbaden.

Wedding am Wasser: Der Plötzensee, nicht einfach irgendein See…

Jedenfalls ist er kein Baggersee und schon gar kein künstlich aufgestauter Weiher! Der einzige natürliche See in Berlin-Mitte ist nämlich stolze 740 Meter lang und 7,85 Hektar groß. Wie auch viele brandenburgische Seen ist die „Plötze“ ein Relikt der Eiszeit. Das beliebte Ausflugsziel hat aber weder einen Zu- noch einen Abfluss. Früher war der See für seinen Fischreichtum bekannt – daher auch die Bezeichnung nach dem Karpfenfisch Plötze…

Wissenswertes über den Friedhof am Plötzensee

Straßenkarte 1915
Strassenkarte von 1915 (wikipedia.org), click to zoom

Dohnagestell. Nach einem alten Adelsgeschlecht benannt, trennt diese Strasse vom Eckernförder Platz ausgehend im Verlauf den Plötzensee von den Rehbergen. Als Spaziergänger passiert man auf seinem Weg durch allerlei Dickicht und Grün ein teils recht verwildertes Friedhofsgelände. Es wurde einst von drei verschiedenen evangelischen Gemeinden ab 1865 dort angelegt und war auch bekannt als Friedhof am Plötzensee. Doch erst, wenn die Strasse zumindest für motorisierte Fahrzeuge zu Ende scheint, erst dann steht man am eigentlichen Eingang des Friedhofs.

Wedding am Wasser: Fischerpinte – das Prinzip Eckkneipe

Fischerpinte 3Die Boote klackern gegeneinander, das Wasser plätschert leise am Seeufer, der aufdrehende Wind säuselt durch die Blätter der Bäume– oder ist das der Lärm der nahen Stadtautobahn? Man sieht sie ja nicht und kann auch nicht glauben, dass es sie nur hundert Meter weit tatsächlich gibt. Dieser Ort an der Südspitze des Plötzensees ist einer der ungewöhnlichsten von Berlin-Mitte und eine einzige Bestätigung dafür, dass die Klischees über den Wedding nicht wahr sind. Zumindest, was das gängige Bild vom grauen Häusermeer angeht.