Schlagwörter: Kolumne

Der Wedding – so sicher wie Abraham Lincolns Schoß

Clint Lukas
Clint Lukas liest aus seinen Texten, wenn er nicht gerade Briefmarken sortiert. Fotos: Andrei Schnell

Clint Lukas, der Mann mit Helm unter Menschen geht, outet sich als Briefmarkensammler und freut sich, wie sicher es im Wedding ist:

Also, die Lage ist folgendermaßen: Ich sitze am Küchentisch in meiner Sprengelkiez-Wohnung und sortiere die Briefmarkensammlung. Draußen im Treppenhaus ist noch immer Radau. Vier Polizeibeamte drängen sich um die Tür meines Nachbarn. Das hab ich vor fünf Minuten durch den Spion beobachtet. Einer der Polizisten bollert mit einer Art Rammbock gegen das Holz unterhalb des Türschlosses, wieder und wieder. Ich nehme an, dass mein Nachbar seinen Schlüssel verlegt hat. Die freundlichen Beamten wollen ihm wohl nur behilflich sein.

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Der Wieselweiser (3): Weddinger Club in den Top 100

Das Logo des Basketballvereins Weddinger Wiesel. Foto: VereinWiesel halten keinen Winterschlaf, schon gar nicht im Wedding! Die Basketballer der Weddinger Wiesel sind nach einer kurzen Weihnachtspause direkt wieder in den Spielbetrieb gestartet. Erfreuliche Nachrichten gab es dabei von den Damen-1, aber auch die Herren-1 konnten einige Erfolge erringen. Dies und vieles mehr in der dritten Ausgabe des Wieselweisers, der Basketball-Kolumne aus dem Kiez.

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Wiesenburg soll als Ort für Flüchtlingsunterkünfte verhindert werden

Wahrzeichen der Wiesenburg ist der Schornstein. Foto: Wiesenburg e.V.
Wahrzeichen der Wiesenburg ist der Schornstein. Foto: Wiesenburg e.V.

Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln – so unentschieden müssen sich derzeit all jene fühlen, denen die Zukunft der Wiesenburg als Kulturort etwas bedeutet. Was vor allem daran liegt, dass komplett unklar ist, ob dort demnächst eine MUF, eine Modulare Unterkunft für Flüchtlinge, errichtet wird. Oder eben nicht. Auf der aktuellsten Liste des Senats jedenfalls ist der Standort Wiesenstraße wieder aufgeführt. Eine Tatsache, die für entsprechende Unruhe sorgt.

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Stillverbot im Café! Droht das auch im Wedding?

Tegeler Sprengel StrDer Prenzlauer Berg macht zur Zeit mal wieder Schlagzeilen. Nicht als Familien- oder Spießerbezirk, sondern in Person eines einzelnen Café-Ladens auf der Schönhauser Allee. Sicher, Cafés im Prenzlauer Berg sind mindestens genauso spannend wie illegale Müllverklappungen im Wedding. Schaut man als Weddinger aber nicht vielleicht doch in eine ähnliche Zukunft?

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Kleine grüne Oasen

(c) Grüne Liga
(c) Grüne Liga
Baumscheiben-Bepflanzer der Türkenstraße geehrt

Als unlängst die Gewinner des von der Grünen Liga initiierten Wettbewerbs „Urbane Paradiese – unsere grünen Stadträume“ prämiert wurden, durften sich in der Kategorie Straßenraum Alfa Conradt und ihre Mitstreiter in der Türkenstraße über den ersten Platz und Gutscheine im Werte von 500 Euro freuen. „Säuberung, Bepflanzung und Neugestaltung des Straßenraums in der Türkenstraße sind ein Beispiel dafür, wie eine Einzelperson durch bürgerliches Engagement andere motivieren kann“, heißt es in der Begründung der Jury. Mit der Bepflanzung der Baumscheibe vor seinem Haus habe der „Motivator“ seit 2013 viele Anwohner und eine Kita mit seiner Verschönerungsidee angesteckt, heißt es dort weiter.

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Kolumne: Ungesunde Mischung

Warum Neubau keinen Jubel auslöst

Jetzt geht‘s also richtig los! Die landeseigene Wohnungsgesellschaft Gesobau errichtet an der Uferstraße und der Bornemannstraße 180 Wohnungen. Das wäre angesichts des angespannten Wohnungsmarktes auch im Wedding eigentlich ein Grund zur Freude. Immerhin verspricht die Gesobau, dass ein Drittel ihrer Neubauwohnungen durch die Wohnungsförderung des Landes Berlin für durchschnittlich 6,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden sollen.

Doch so richtig will sich Jubel nicht einstellen.

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Kolumne: Atze mal wieder vor dem Aus

Atze MusiktheaterNun ist der geneigte Weddinger noch immer ein wenig stolz darauf, dass die anderswo gepflegte staatlich alimentierte Hochkultur hier bislang nur kleine Kringel, aber sonst einen ziemlich Bogen ums Areal schlägt. Das mag gentrifizierungstechnisch von Vorteil sein, verursacht dabei aber um so mehr Wellenschlag, wenn selbst das Wenige an subventionierter Kunst und Kultur den Bach runter geht. So wie beim Musiktheater Atze.

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Die Kolumne: Echt clever, wir Weddinger

Freie Universität veröffentlicht Studie und lässt uns jubeln!

Dem Weddinger ist nicht über den Weg zu trauen. Da sieht er sich Seite an Seite mit dem Schlurch aus Marzahn. Beide leben in Bezirken, die zu den „negativ stereotypisierten Stadtteilen“ Berlins gehören. Dafür seien Menschen aus eher positiv beleumundeten Stadtteilen wie Kreuzberg oder Prenzlauer Berg alleine schon dieses Umstandes wegen per se vertrauenswürdiger. Das ist nachzulesen in einer Studie der Freien Universität, die jetzt in der Fachzeitschrift City & Community veröffentlicht wurde.

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Die Kolumne: Unter Nachbarn

Die Wohnung oben würde ich gern mal sehen. Ich stelle sie mir vor wie einen Hobbykeller – mit Schummerlicht und unzähligen, mit schweren Apparaten voll gestellten Ikea-Regalen, die nicht lasiert oder lackiert wurden, einem Berg von Werkzeugen im Zentrum und einem kleinen, mickrigen Hibiskus auf der Fensterbank. Den Hibiskus habe ich einmal aus der Nähe gesehen, als die Frau im dritten Stock die Urlaubspflege übernahm und das Pflänzchen durch das Treppenhaus getragen wurde. Der Besitzer ist ein Herr mit schütterem Haar und Brille. Er wirkt ruhig – wie einer, der einfach nichts zu sagen oder viel zu verbergen hat. Doch die schweren Vibrationen und der kreischende Gesang seiner Bohrmaschine, die sich durch den Stahlbeton quält, sind stets präsent im ganzen Block.

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Die Kolumne: Qual der Schulwahl

Meine Mutter hatte es gut. Sie weiß gar nicht, wie gut sie es hatte. Wirklich. Als ich sieben Jahre alt wurde, schickte sie mich einfach so in die Schule. Die Frage, in welche Schule ich gehen würde, stellte sie sich nicht. Es gab ja auch nur eine in dem kleinen Ort am Rand von Berlin. In die wurde ich eingeschult, da machte ich später meinen ersten Abschluss. Ende der Geschichte. 30 Jahre später im Wedding könnte ich bereits jetzt Bücher über das Thema Schulwahl verfassen und die Entscheidung für eine Bildungseinrichtung fällt mir schwer. Und dabei muss ich erst in den kommenden Monaten ein Kreuzchen vor einem Schulnamen machen, der kleine Weddinger bekommt erst in einem Jahr eine Schultüte.

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