Verwirrspiel um das Café Leo

Cafe LeoIm Herbst bekam der Betreiber des Imbisswagens „Café Leo“, Hüseyin Ünlü, einen großen Schreck. Die Sondergenehmigung für den Betrieb des seit 2011 bestehenden Treffpunkts auf dem „Leo“ sollte Ende des Jahres auslaufen. Eine Online-Petition brachte 15.000 Unterschriften zusammen, die dem Bezirksamt überreicht wurden. Im Dezember gab es dann vorläufige Entwarnung: bis Ende Mai 2016 darf der preisgünstige Imbiss bleiben.

 

Doch nun sucht das Bezirksamt Mitte überraschend im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens bis 22. Januar einen privaten Betreiber für den Betrieb einer Kleingastronomie auf dem Leopoldplatz.

GESCHLOSSEN: „Herr Bielig“ oder Wenn ich durchhalte, wird es klappen

Regina Bielig vor ihrem Laden.

Das Café „Herr Bielig – Der Laden“ ist ein bunter Stilmix aus Restaurant und Tante-Emma-Laden mit dem Charme eines Trödels und der Spontanität einer Eisdiele. Statt WLAN gibt es hier wechselnde Lebensweisheiten an der Wand, Kuchen aus Omas Zeiten, Tagesgerichte oder Kaffee zum Mitnehmen. Vor kurzem feierte das Café seinen ersten Geburtstag im Soldiner Kiez. Besitzerin Regina Bielig zieht Bilanz.

Phönicia: Falafel statt Döner

Um im Wedding einen guten Falafel zu bekommen, sollte man manchmal auch längere Wege in Kauf nehmen. Seit ein paar Jahren gibt es in der Seestraße Spezialitäten aus Nahost. Inzwischen ist der kleine Laden in libanesischer Hand und bezieht sich namenstechnisch auf die Phönizier, die bekanntlich im heutigen Libanon ihren Siedlungsschwerpunkt hatten. Anders als bei den meisten Falafelläden kann man vor dem Phönicia im Sommer auch schön sitzen.

GESCHLOSSEN: JÄÄ-ÄÄR: Baltische Perle

Jää-äär Brunnenstraße innen Der Winter nimmt Einzug in Berlin. Bereits um 16 Uhr umhüllt eine feucht-dunstige Dunkelheit die Stadt und weckt die Sehnsucht nach Strickpullis und Lagerfeuern, dampfenden Getränken in kühlen Fingern und leckerem Kuchen für den Winterspeck. Gerade im kargen Brunnenviertel gibt es wenige Orte, die diese Gelüste stillen können, doch jetzt eben doch: In der Brunnenstraße 56 eröffnete das Jää-äär. In einem YouTube-Video wurden bereits Versuche unternommen, diesen merkwürdigen Namen auszusprechen („Yeaaaahhh“?): https://www.youtube.com/watch?v=XZC55FrRG-Q.

 

Schiller-Oase: Auf ein Schwätzchen im Park

Gastronomie kennt der Schillerpark erst seit wenigen Jahren – und doch kommt es einem vor, als ob es die „Schiller-Oase“ schon immer gegeben hätte. In der Nordostecke des hundertjährigen Parks, gegenüber der Weltkulturerbe-Siedlung und in der Nachbarschaft einer Kleingartenanlage ist das Jugendstil-Toilettenhäuschen in ein Mini-Restaurant umfunktioniert worden. Masoud Nayeb ist so etwas wie die gute Seele der einzigen Gaststätte weit und breit. Der Endvierziger hat Wurzeln in Norditalien und im Iran – eine Mischung, die gut in den multikulturellen Wedding passt. Gemeinsam mit seinem Sohn Mahiar, einem gelernten Koch, überzeugt er immer mehr Kunden durch selbst zubereitete Gerichte mit frischen Zutaten. Jetzt im Winter sind besonders die Suppen, aber auch die Mailänder Apfeltaschen mit Vanilleeis der Renner.

„Naveena Path“: Tamilisch für Anfänger

Foto: L.Tilly

Das Naveena Path liegt an der Tegeler Straße im Sprengelkiez, den man gewissermaßen als den Prenzlauer Berg des Wedding bezeichnen kann: Eine relativ abgeschlossene, sanierte Wohnungsstruktur mit vielen Altbauten, dazu Kindergärten und Gebrauchtwagen, Bio- Cafés, verkehrsberuhigte Zonen und Einbahnstraßen, engagierte Anwohner (neuerdings wohnt hier auch Peer Steinbrück). Man kennt sich, wir kennen das, all das ist ein bisschen beneidenswert.