Nicht nur für Gastronomen: Suppe mit Sinn

Suppenteller von oben

Die Ber­li­ner Tafel enga­giert sich gegen Armut und Ver­schwen­dung. Mit­hil­fe von Spen­den erhal­ten so rund 300 sozia­le Ein­rich­tun­gen Lebens­mit­tel. An ihrer Akti­on „Sup­pe mit Sinn“ kön­nen sich Cafés, Restau­rants und am Ende Kon­su­men­ten betei­li­gen. Im Wed­ding sind nur weni­ge Gas­tro­no­men mit von der Partie. 

Seit dem ers­ten Novem­ber die­ses Jah­res kön­nen sich Gas­tro­no­mie­be­trie­be an der ber­lin­wei­ten Akti­on Sup­pe mit Sinn betei­li­gen. Die­se bie­ten eine Sup­pe oder ein ande­res Gericht an, von deren Erlös jeweils ein Euro an die Ber­li­ner Tafel gespen­det wird. Das Geld benö­tigt die Ber­li­ner Tafel in der kal­ten Jah­res­zeit beson­ders für den erhöh­ten Logis­tik­auf­wand, damit ins­be­son­de­re die Ber­li­ner Käl­te­hil­fe mit geret­te­ten Lebens­mit­teln belie­fert wer­den kann. In ganz Ber­lin neh­men bis­her 92 Restau­rants und Cafés an der Akti­on teil. Für Pier Lui­gi Lov­i­so­t­to, den Fund­rai­ser der Ber­li­ner Tafel, ist das ein gro­ßer Erfolg: „Die­ses Jahr haben wir zum ers­ten Mal selbst vie­le Restau­rants kon­tak­tiert, im Vor­jahr gab es nur 61 Teilnehmende.“ 

So funktioniert es

Wenn Lov­i­so­t­to über den Wed­ding spricht, dann lässt sich aller­dings ein Fun­ke Ent­täu­schung an sei­nem Blick erken­nen. Hier betei­li­gen sich bis­her näm­lich nur drei Gas­tro­no­mie­be­trie­be. Dabei kann es auch im Wed­ding gut funk­tio­nie­ren, das ver­kün­det zumin­dest die Inha­be­rin von Gil’s Sup­pen-Treff, Gül Pilic: „Die Kun­den spen­den flei­ßig auf frei­wil­li­ger Basis. Dabei erhö­he ich die Prei­se der Sup­pen nicht, kün­di­ge es aber über­all an. So geben man­che 1 Euro, ande­re aber auch mehr.“

Natür­lich blei­be es bei der Akti­on nicht nur bei der Sup­pe mit Sinn, die Spen­den kön­nen über ganz ver­schie­de­ne Gerich­te und Spen­den­va­ri­an­ten ein­tref­fen. So unter­stützt das Kaka­du die Tafel mit einer Ein­mal­spen­de und das Café Miss Ploff ruft mit­hil­fe einer Spen­den­box zur Unter­stüt­zung auf. 

Die Geschichte der “Tafel”

Halle mit geretteten Lebensmitteln

Die Ber­li­ner Tafel gibt es seit 1993, damals noch unter dem Namen „Initia­tiv­grup­pe Ber­li­ner Frau­en e.V“. Damals wie auch heu­te gab es zu vie­le Lebens­mit­tel und lei­der auch Armut. Die Tafel ist in drei Säu­len orga­ni­siert. Bei der Klas­sik­säu­le trans­por­tie­ren Sprin­ter über­schüs­si­ge Lebens­mit­tel von den Super­märk­ten in eine gro­ße Lager­hal­le. Dort wird sor­tiert und anschlie­ßend wer­den die Lebens­mit­tel an Ein­rich­tun­gen wie die Bahn­hofs­mis­si­on, der Dro­gen­not­dienst oder an den Jugend­treff ver­teilt. „Obwohl wir einen gesell­schaft­li­chen Wan­del bei der Wert­schät­zung von Lebens­mit­teln fest­stel­len, holen wir trotz­dem noch absur­de Men­gen ab“, erklärt Sarah von Lar­cher von der Ber­li­ner Tafel. Eine Kon­kur­renz zu Orga­ni­sa­tio­nen wie „Too Good To Go“ sieht sie daher über­haupt nicht: „Für uns ist die Haupt­sa­che, dass die Lebens­mit­tel geret­tet wer­den“. Die Zah­len geben ihr Recht. Denn allein in Deutsch­land gehen in der gesam­ten Nah­rungs­mit­tel­ket­te 18 Mio. Ton­nen pro Jahr an Lebens­mit­teln ver­lo­ren – fast ein Drit­tel des gesam­ten Nah­rungs­mit­tel­ver­brauchs in Deutsch­land. Davon sind 2,58 Ton­nen dem Groß- und Ein­zel­han­del zuzu­schrei­ben. Eine Zahl, die laut WWF zu 90 Pro­zent ver­meid­bar ist. 

Die zwei wei­te­ren Säu­len sei­en die KIMBA – ein Pro­jekt, bei dem Kin­der durch gemein­sa­mes Kochen den Umgang mit Lebens­mit­teln erler­nen – und die Aus­ga­be­stel­len „LAIB und SEELE“. Mitt­ler­wei­le gebe es 45 Anlauf­stel­len für rund 50.000 bedürf­ti­ge Men­schen. Auch im Wed­ding gibt es drei Aus­ga­be­stel­len, die wie alle ande­ren auch, ehren­amt­lich funktionieren.

Lastwagen LKW der Berliner Tafel

Die Ber­li­ner Tafel wird ins­ge­samt bereits von 1.800 Ehren­amt­li­chen unter­stützt und freut sich der­zeit beson­ders über den Erfolg der Sup­pe mit Sinn, bei dem Kon­su­men­ten und Gas­tro­no­mie­be­trie­be aktiv wer­den kön­nen. Lov­i­so­t­to appel­liert daher noch­mal an alle Restau­rants und Cafés, die sich noch bis Ende des Jah­res an der Akti­on betei­li­gen kön­nen: „100 Teil­neh­men­de ist unser Ziel!“ Er wol­le ger­ne auch einen „Kebab mit Sinn“ moti­vie­ren teil­zu­neh­men, den gebe es schließ­lich noch nicht. Aber vor allem sagt er: „Wir wol­len Wed­din­ger Restaurants!“ 

Die LAIB und SEELE- Aus­ga­be­stel­len im Wedding

Evan­ge­li­sche Kaper­na­um-Gemein­de
LAIB und SEE­LE-Aus­ga­be­stel­le
See­str. 35
13353 Ber­lin
Aus­ga­be­tag: Diens­tag


Evan­ge­li­sche Oster­kir­chen­ge­mein­de
LAIB und SEE­LE-Aus­ga­be­stel­le
Samoastr. 14
13353 Ber­lin
Aus­ga­be­tag: Frei­tag


Kir­chen­ge­mein­de an der Pan­ke
LAIB und­SEE­LE-Aus­ga­be­stel­le
Bad­str. 50
13357 Ber­lin
Aus­ga­be­tag: Samstag 

Wenn Sie Gastronom*in in Ber­lin sind und sich an der Akti­on „Sup­pe mit Sinn“ betei­li­gen möch­ten, dann kön­nen Sie sich an suppemitsinn@berliner-tafel.de oder tele­fo­nisch unter 030 7827414 wenden. 

Mehr unter https://www.berliner-tafel.de/berliner-tafel/helfen/anders-helfen/suppe-mit-sinn/#/item/5281

Text/Fotos: Anni­ka Keilen

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