Sonntagsspaziergang: Wedding am und im Fluss

Unscheinbar, überbaut, keine Einbindung in die übrige Innenstadt – so lieblos zeigt sich der Lauf der Panke auf ihren letzten Metern. Aber nicht nur Weddings einzigem richtigen Fluss, sondern der ganzen Gegend ist durch Kriege und den Mauerbau übel mitgespielt worden. Die dichte Bebauung von einst ist zwar unwiederbringlich verloren, aber die vielen kleinen und großen Sehenswürdigkeiten lohnen trotzdem einen Spaziergang pankeaufwärts.

Wo ist die geologische Wand aus dem Humboldthain?

geologische Wand im botanischen Volkspark Pankow
Die geologische Wand aus dem Humboldthain – im botanischen Volkspark Pankow. Foto: Hensel

Wer von der geologischen Wand im Wedding gehört hat und sie sehen will, der wird lange suchen müssen. Aus dem Volkspark Humboldthain, wo sie einst errichtet wurde, ist sie bereits 1914 weggezogen. Heute residiert sie im Botanischen Volkspark Blankenfelde in Pankow. Dort kann man sie zu den Parköffnungszeiten besuchen und etwas über die Erdgeschichte Mitteleuropas lernen.

Unterhaltsame Geschichte des Vergnügens

Historisches Foto fürs Geschichtscafé
Atrraktion Shimmytreppe um 1904. Was das für ein Spaß war, erklärt das Geschichtscafé. Foto gemeinfrei.

Bei einem Geschichtscafé am 14. Juni geht es um Vergnügen vor 100 Jahren im Wedding. Anno erzählt führt durch das Brunnenviertel, zeigt alte Fotos und lädt ein, alte Spiele auszuprobieren. Treff ist um 18 Uhr am U-Bahnhof Bernauer Straße. „Vergnügen zwischen Kino, Schwof und Rummel“ nennt Anno erzählt die Veranstaltung über Vergnügen im alten Arbeiterbezirk.

Tradition: Möbel an der Pankstraße

Möbel Kraft Eingangsbereich zum MöbelhausIm Wedding stehen Möbel manchmal einfach auf der Straße, zum Mitnehmen, aber eher zum Entsorgen. Warum fällt Berlinern trotzdem „Möbelkauf“ ein, wenn sie an den Wedding denken? Der Grund ist das Möbelhaus in der Pankstraße, das lange als „Höffner“ firmierte und jetzt „Möbel Kraft“ heißt. Aber auch das Restaurant des Möbelhauses ist ein Anziehungspunkt an der Pankstraße.

Neuer Glanz fürs Strandbad Plötzensee

Der Wedding hat im Laufe der Jahre viel von seiner Geschichte verloren. Für eine über 100 Jahre alte „blaue Perle“ scheint es nun aber einen Rettungsanker und eine Zukunft zu geben. Das Freibad am Westufer des natürlichen Gewässers mit seinem markanten Backsteingebäude ist seit diesem Jahr an ein neues Team verpachtet. Die Betreiber Michael Verhoeven und Katharina Zahn – Geschäftsführerin – wollen das Potenzial dieses Naturparadieses mitten in der Stadt heben, und etwas gegen die permanente Übernutzung des Sees an seinem Ostufer tun. Statt wild im Landschaftsschutzgebiet zu baden soll es wieder gute Gründe geben, ins frisch renovierte Strandbad zu gehen.

„Krieg macht krank“ – Das Anti-Kriegs-Museum

Fassade eines Museums
Anti-Kriegs-Museum Fassade / Foto: Ariane Hussy

Im wichtigsten Ausstellungsstück des Anti-Kriegs-Museums kann man stehen. Ein Glockenspiel läutet, wenn man es betritt. Vitrinen reihen sich an den Wänden, große Augen schauen von Fotos, Wikipedia-Ausdrucke und Karten rascheln beim Reinkommen. Das wichtigste Ausstellungsstück hat eine lange Wanderung hinter sich, es ist oft umgezogen, wurde vertrieben und nicht gewollt und fand sich schließlich in der Brüsseler Straße 21 wieder. Das wichtigste Ausstelungsstück ist (da kann man keine galantere Pointe ziehen als die Wahrheit) das Anti-Kriegs-Museum selbst. Ein Museum für den Frieden, das dafür aber den Krieg zeigt.

Deko-Fahrrad in einem Musterappartement

Die Besichtigung

Dies ist die Ergänzung zum Artikel „Wenn der Investor kommt“, welcher sich in der Lüderitzstraße abspielt. Der folgende Text bezieht sich einzig auf die Gewerberäume im Erdgeschoss. Es ist empfehlenswert, den Ausgangsartikel zuvor zu lesen.

Rückblick.
Mitte März luden die neuen Mieter der Gewerberäume zur Besichtigung ein. Nach allerlei Dreck, Nachtlärm sowie Ungewissheit, eine Methode um mit der Nachbarschaft in Kontakt zu kommen. Auch wenn ich kein Mieter des Hauses bin, war ich persönlich dort und so entstand dieser Text: