Die Julius-Leber-Kaserne, terra incognita.

Nur wenige Bewohner unseres Stadtteils haben in dieses gut einen Quadratkilometer große Stück Wedding schon einmal einen Fuß gesetzt. Und das, obwohl sich darin sogar ein Freibad und ein Hallenbad befinden. Es handelt sich um die Julius-Leber-Kaserne, die größte Kaserne Berlins, einen militärischen Sicherheitsbereich, von einer Mauer mit Stacheldraht umgeben. Wir bringen ein bisschen Licht ins Dunkle.

Ein Leben als Fremde: Walli Nagels Erinnerungen

Walli Nagel
Cover des zweiten Bandes der Reihe Wedding-Bücher. Cover: Walter Frey Verlag

Als Walli Nagel 1925, frisch verheiratet mit dem berühmten Maler Otto Nagel, aus der Sowjetunion in den Wedding kam, war „ich etwas Neues, noch nie zuvor Gesehenes“. Ihre Erinnerungen beschreiben ein Leben als Fremde in der Fremde. Der Rückblick auf ihr Leben (erstmals erschienen 1981) heißt „Das darfst du nicht“. Es ist nun im Walter Frey Verlag in der Reihe „Weddinger Bücher“ neu herausgekommen. 

Warst auch schon mal besser, alte Dame BVG!

BVG Busbetriebshof. Entworfen von Jean Krämer. Foto Joachim Faust.

Liebe BVG, zu deinem 90. Geburtstag –am 10. Dezember 1928 wurde die BVG als Zusammenschluss von verschiedenen Verkehrsbetreibern gegründet und nahm dann am 1.1.1929 ihren Betrieb auf – ist Dir der Glanz abhanden gekommen. Hach, früher: Nur zwei Wochen lang rund um das Kriegsende 1945 war der Betrieb ganz eingestellt, nicht mal die Teilung in zwei Betriebe 1949 – 1991 legte die BVG wirklich lahm. Doch das Bild, das der im Besitz des Landes befindliche Verkehrsbetrieb im Moment abgibt, ist der einst so innovativen Verkehrsmetropole unwürdig.

Zwei glanzlose Partnerstädte des Wedding

Dezenter Hinweis auf eine Partnerstadt

Auf einer Rückreise von Frankreich nach Berlin kam ich an einem Autobahnschild vorbei, darauf steht „Tourcoing“. Moment, gibt es nicht eine Tourcoingstraße bei uns im Wedding? Tatsächlich, in der Siedlung am ehemaligen Quartier Napoléon, der heutigen Julius-Leber-Kaserne, wurde eine Straße so benannt. Tourcoing ist nämlich seit 1995 die Partnerstadt des Wedding. Auch bei der Bezirksfusion ist das so geblieben und der Bezirk Mitte hat die Partnerschaft übernommen.

Versteckt im Wedding (Teil 1)

Der Garten des Hotel Grenzfall. Foto: S. Ostertag
Foto: S. Ostertag

Der Wedding ist übersichtlich in ein paar Kieze eingeteilt, dazu ein paar Parks und Plätze. Fertig ist das Bild vom grauen Ghetto am Rand der Berliner Innenstadt. So scheint es zumindest. In Wirklichkeit ist der Wedding ein riesiger grüner Dschungel voller großer und kleiner Besonderheiten. Die Kleinode und höchst bemerkenswerten Schätze erschließen sich aber nicht jedem oberflächlichen Betrachter. Deshalb helfen wir mit unserer Serie ein bisschen dabei, sie aufzuspüren.

Druckbar Wedding: Nicht einfach nur Siebdruck

Der Siebdruck ist dank der vielen Designermärkte und auch Etsy & Co. für viele kein Fremdwort mehr. Bis zum Format DIN A3 plus bei maximal drei Farben zu drucken kann eigentlich jeder. 
Dass diese Kunstform Passion, „Wahnsinn“ und auch Demut fordert, ist vielen aber nicht bewusst.
 Einer dieser „Siebdruck-Wahnsinnigen“ ist Leo Kloster mit seiner Druckbar Wedding.

 In der Gerichtstraße befindet sich nicht nur die Werkstatt, sondern dort ist auch ein Ort für den ganzen Kiez entstanden.