„Bei Ernst“ ist Schluss: Ich darf nicht traurig sein!

Nachtschwärmer bei Ernst
Nachtschwärmer Bei Ernst. Foto: A. Hahn

Meinung Ja, diese Worte stehen hier wirklich: „nicht traurig“. Der beste aller Kneipenwirte hört in einigen Monaten auf und schließt sein Wohnzimmer. Nach 24 Jahren Nachtschwärmer Bei Ernst ist dann Schluss. Aber könnte man Ernst und sein öffentliches Wohnzimmer überhaupt ersetzen? Eine Meinung – statt eines Interviews.

Alte Karten und Stadtpläne beim Geschichtscafé

Historische Stadtpläne und Karten
Historische Pläne werden beim Geschichtscafé besprochen. Foto: Anno erzählt

Auf einer Karte und von oben betrachtet, ist das Brunnenviertel lediglich eine kleine Ausbuchtung des Weddings. Dieser Zipfel lag in den zurückliegenden 150 Jahren aber ganz und gar nicht am Rande. Mit historischen Stadtplänen will der Historiker Niklaas Görsch bei einem Geschichtscafé den kleinen Kiez am Humboldthain als Teil der großen Verkehrsgeschichte vorstellen. Am Sonntag, den 25. März nimmt er die Gäste  mit auf eine Zeitreise von den sandigen Anfängen des Stadtteils bis hin zur Gegenwart. Er schaut dabei besonders auf Schienen, Straßen und Linien.

Aus Nachtigalplatz und Lüderitzstraße wird …

Schon  fast gestrichen: Lüderitzstraße

Aus einer kolonialen Begeisterung in der Kaiserzeit heraus wurden im Afrikanischen Viertel Straßen nach Protagonisten der deutschen Kolonialgeschichte, Städten, Flüssen oder Ländern Afrikas benannt. Im letzten Jahr sorgten Ideen für den Ersatz umstrittener Straßennamen in ganz Berlin und darüber hinaus für Furore. Nun liegen neue Namensvorschläge für den Nachtigalplatz, die Lüderitzstraße und die Petersallee vor, die am Donnerstag (1.3.) vorgestellt werden. Sie läuten die nächste Runde in der Auseinandersetzung um die Kolonialnamen ein.

Tonbank Berlin: Die Bank, die spricht

Die beiden Podcaster Stefan & Stephan
Die beiden Podcaster Stefan & Stephan

Der Podcast-Boom ist wahrscheinlich für die meisten unübersehbar, oder eher unüberhörbar. Überall sprießen neue Formate aus den Mikrofonen, von Abenteuer-Podcast, Technik-Podcasts, bis zu den Podcasts der ZEIT, erlebt dieses schon lange existierende Unterhaltungsformat gerade einen Boom. Aber Stopp! Auch aus dem Wedding kommt seit letztem Sommer ein Podcast. Tonbank-Berlin heißt er und an den Mikrofonen sind die beiden Weddinger Stefan und Stephan.

Kutschi: Einflugschneise in den nördlichen Wedding

Dieser wichtige Verkehrsknotenpunkt liegt zwar nicht im Wedding, aber so dermaßen haarscharf an der Bezirksgrenze, dass auch viele Weddinger dort umsteigen, einkaufen oder essen gehen. Klar, dass wir vom Weddingweiser den Kurt-Schumacher-Platz in Reinickendorf nicht ignorieren können. Seit jeher verkürzen die Berliner seinen sperrigen Namen zu Kutschi. Klingt ein bisschen schnoddrig und ein wenig lieblos. Aber es sagt bereits alles darüber, wie dieser Platz wahrgenommen wird.

Otto Nagel über das Weddinger Milljöh

Buchcover
Cover des Eröffnungsbandes „Das nasse Dreicke“ von Otto Nagel. Grafik: promo

Bei den so genannten ewigen Fragen, die die Menschheit immer beschäftigt hat und immer beschäftigen wird, denkt man heutzutage an Liebe, an Trennung oder ans Erwachsenwerden. Davon handeln die Pop-Songs, die Hollywoodfilme und die Bücher der Center-Buchhandlungen. Dabei gibt es auch andere „ewige Fragen“. Zum Beispiel: Wie verhält sich eine Gesellschaft zu den Ärmsten unter ihnen? Walter Frey hat in diesem Jahr Otto Nagels Roman „Die weiße Taube oder Das nasse Dreieck“ neu aufgelegt. Dieses Buch spielt während der Weltwirtschaftskrise 1928 in einer Spelunke an der Panke.

Weddinger Freiheiten: Als die Kirche besetzt war

Auf den Stellwänden geht es um die Geschichte im Wedding und um soziales Engagement. Fotos: Andrei Schnell
Auf den Stellwänden geht es um die Geschichte im Wedding. Fotos: Andrei Schnell

Ja, das waren noch Zeiten! Als ein paar lautstarke Außenseiter verkündeten, die Stephanuskirche sei jetzt besetzt. Wobei sie mit Besetzung meinten, das Kirchenhaus gehöre jetzt ihnen und nicht mehr der amtlichen Kirche. Aus heutiger Sicht ist das unvorstellbar. Und noch viel erstaunlicher wirkt heute, dass damals nicht als erstes nach dem Sicherheitsdienst gerufen wurde. Nachzulesen ist diese Episode der Kirchenbesetzung auf einer von zwölf Stellwänden der Wanderausstellung „Weddinger Freiheiten“, die derzeit in der St.- Paul-Kirche in der Badstraße 50 zu sehen ist.