Unser Zuhause: vom Speckgürtel in die Mitte

Wenn man lan­ge an einem Ort lebt, emp­fin­det man die­sen irgend­wann ganz selbst­ver­ständ­lich als Hei­mat. Den Wed­ding kön­nen nur die weni­ge sei­ner Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner als Geburts­ort ange­ben, die­ser Stadt­teil ist schon immer ein Ort der Ein­wan­de­rung und des Tran­sits gewe­sen. Wie­der ande­re Ber­li­ner sind hier auch nur gebo­ren, weil sich vie­le Kran­ken­häu­ser im Wed­ding befin­den, und haben nie im Stadt­teil gewohnt. Der Zuge­zo­ge­nen­at­las 2016 weist für den Wed­ding aus, dass über die Hälf­te sei­ner Bewoh­ner nicht in Ber­lin gebo­ren ist – nur rund um den Schil­ler­park lag die Quo­te der Ur-Ber­li­ner etwas höher. So ver­wun­dert es nicht, dass auch die meis­ten der Redak­ti­ons­mit­glie­der beim Wed­ding­wei­ser nicht aus der Regi­on Ber­lin-Bran­den­burg stam­men. In unse­rer Serie berich­ten wir von unse­ren Her­kunfts­or­ten  – und war­um wir in unse­rem Stadt­teil Wur­zeln geschla­gen haben. Heu­te: Der lan­ge Weg vom Speck­gür­tel in den Wedding

 

Alt und allein: Wir können helfen!

ÜAlleinesein im Alter - eine Frau mit Rollatorber­ra­schend kam die Nach­richt wohl kaum, doch der Lock­down wird uns noch wei­ter beglei­ten. Das bedeu­tet vor allem für die ein­sa­men Men­schen unter uns, noch län­ger allei­ne aus­zu­har­ren und den All­tag ohne die übli­chen sozia­len Kon­tak­te zu meis­tern. Wo sich eini­ge an die­se Situa­ti­on schon gewöhnt oder durch regel­mä­ßi­ge Video-Calls, Tele­fon­kon­fe­ren­zen und Spa­zier­gän­ge Alter­na­ti­ven gefun­den haben, blei­ben es wei­ter­hin die Älte­ren in der Nach­bar­schaft, die oft auf sich allei­ne gestellt sind. Doch auch trotz Coro­na kön­nen wir alle dazu bei­tra­gen, Unter­stüt­zung für allein­le­ben­de Senio­ren zu gewähr­leis­ten und gegen die Ein­sam­keit anzutreten.

Weihnachtsspenden für den Wedding

Eigent­lich haben wir das anders geplant. Am 20. Dezem­ber soll­te ein Fens­ter­kon­zert im Innen­hof den älte­ren Bewoh­nen­den eini­ger Häu­ser der Genos­sen­schaft 1892 eine weih­nacht­li­che Freu­de berei­ten. Nicht ganz über­ra­schend, aber trotz­dem trau­rig: Der har­te Lock­down lässt uns kei­ne Wahl, als zum Schutz aller vor­erst dar­auf zu ver­zich­ten. Statt Waf­feln und Punsch vom Fami­li­en­ca­fé Zaun­kö­nig und einem Kon­zert von Sän­ger und Gitar­rist Alex­an­der Pepp­ler wol­len wir den Ver­ein “Freun­de alter Men­schen” nun mit einer finan­zi­el­len Unter­stüt­zung von 250 € dabei hel­fen, in Zukunft wei­ter­hin für ihre alten Freun­de – ein­sa­me, hoch­be­tag­te Per­so­nen, die teil­wei­se ihr Haus kaum noch ver­las­sen kön­nen – da zu sein. Wir hof­fen außer­dem, dass wir gemein­sam mit dem FAM e.V. im Früh­ling oder Som­mer unter bes­se­ren Bedin­gun­gen ein Fest im schö­nen Innen­hof ver­an­stal­ten können.

Weihnachtspost & Schokolade für “alte Freunde”

Ganz­jäh­rig orga­ni­sie­ren die “Freun­de alter Men­schen” Aktio­nen und Ver­an­stal­tun­gen, um Allein­le­ben­de und Hoch­be­tag­te in unse­rer Nach­bar­schaft zu unter­stüt­zen. FAM e.V. haben wir euch schon in den ver­gan­ge­nen Wochen vor­ge­stellt und auch berich­tet, wir ihr hel­fen könnt. In der Weih­nachts­zeit ist es dem Ver­ein beson­ders wich­tig, den Ältes­ten Zeit und Auf­merk­sam­keit zu schen­ken – auch, wenn das die­ses Jahr alles anders ablau­fen muss.

Eintritt: Anklopfen – ein besonderes Atelier in der Bellermannstraße

Atelier in der Bellermannstraße

Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de sind wohl bekannt dafür, nicht immer den gewöhn­lichs­ten Weg ein­zu­schla­gen. Es ist eben eine Lebens­wei­se – viel mehr als nur ein Beruf. In sei­ner Wed­din­ger Gale­rie ver­kör­pert ein Künst­ler die­ses Bild, als hät­te er nie etwas ande­res gemacht – und das trifft es ziem­lich genau.

Dreimal Falafel: Die Besten im Wedding

Zwei weiße Teller, jeweils mit Falafel, Halloumi und Salat. Im Hintergrund rundes arabisches Brot und eine Flasche Fritzcola.
Fala­fel, Hallo­u­mi und Maka­li Tel­ler bei Dar4 Foto: Samu­el Orsenne

Zuge­ge­ben, wirk­lich neu und über­ra­schend kann eine Hom­mage an die run­den Kicher­erb­sen­bäll­chen gar nicht mehr sein. Die Fala­fel gehört mitt­ler­wei­le genau so sehr zur Ber­li­ner Ess­kul­tur, wie es der Döner schon seit den 70er Jah­ren – die Cur­ry­wurst sogar seit 1949 – tut. Als Sand­wich in der Mit­tags­pau­se, aus­führ­li­ches Abend­brot, Mit­ter­nachts­s­nack oder spä­tes Kater­früh­stück. In all ihren Varia­tio­nen ver­führt sie gro­ße und klei­ne Weddinger:innen an fast jeder Ecke. Doch wo schmeckt sie am bes­ten? Natür­lich im eige­nen Kiez! Eine  köst­li­che Aus­wahl der ver­meint­lich bes­ten Läden rund um den Bad­stra­ßen­kiez, den Net­tel­beck­platz und U‑Bahnhof Wed­ding soll euch nicht vor­ent­hal­ten bleiben.

Ungewöhnliches aus den Gerichtshöfen Teil 1 – denttabs

Foto: Tilman Vogler
Foto: Til­man Vogler

Unter Künst­ler­ate­liers, Werk­stät­ten, Woh­nun­gen und Hand­werks­be­trie­ben fin­det man in den Wed­din­ger Gerichts­hö­fen so manch wun­der­sa­me Din­ge. Hier wird gewer­kelt und gebas­telt, gemalt und gelebt. Wir haben uns an die­sem his­to­ri­schen Ort mal umge­schaut und berich­ten über unse­re Begeg­nun­gen und Erlebnisse.

Café mit Seeblick auf die Plötze

Dass wir die­ses Jahr doch noch im Plöt­zen­see schwim­men gehen kön­nen, ohne die Brut­stel­len der Wild­vö­gel zu zer­stö­ren, haben wir der Öff­nung des Strand­bads zu ver­dan­ken. Nicht nur Flo­ra und Fau­na freu­en sich dar­über, auch die gas­tro­no­mi­sche Aus­wahl im Wed­ding hat damit tol­len Zuwachs bekom­men. Zum Bei­spiel das mari­ti­me Café der Culi­na Com­pa­ny mit Rund­um­blick auf die Plötze. 

Cucina Inflagranti: Pizza aus dem Holzfeuerofen am Weddinger Strand

Wer sich letz­tes Jahr schon öfter am Strand des Plöt­zen­sees auf­ge­hal­ten hat, kennt den unwi­der­steh­li­chen Piz­za­ge­ruch des Infla­gran­ti Foodtrucks schon. Zufäl­lig und spon­tan fand der Truck zwi­schen ver­schie­de­nen Fes­ti­vals ein neu­es Zuhau­se auf dem Gelän­de des Strand­bads. Nun wur­de aus der tem­po­rä­ren Vari­an­te eine rich­tig ummau­er­te Sache: die Cuci­na Infla­gran­ti ist geboren!