Flohmarkt am Pankeufer gibt dem Nichtstun einen Sinn

Immer wieder Sonntag: Flohmarkt am Pankeufer. Foto: Hensel
Immer wieder Sonntag: Flohmarkt am Pankeufer. Foto: Hensel

Was macht ihr am Sonntag? Spaziergang an der Panke, entspannen bei einem kühlen Getränk, die Woche in einer Hängematte wegschaukeln? Das alles und noch viel mehr geht natürlich auch im Wedding. Anfang Mai wurde am Pankeufer, zwischen Wiesenburg und den Höfen der Gerichtstraße 23, ein neuer Flohmarkt eröffnet. Der kreative Kiez lädt seitdem an jedem Sonntag ab 11 Uhr zum „Schauen, schlendern, schnabulieren“ am idyllischen Pankeufer ein.

Weddingmelder-Wochenschau #18/17

(C) Marcel Nakoinz

Obwohl in der Maxstraße später ein Auto in Flammen aufgeht, blieb es während der antikapitalistischen Demo am Tag vor dem 1. Mai friedlich. Andernorts hatte man da weniger Glück.

Falls ihr rausgehen möchtet: heute ist wieder Markttag: der Weddingmarkt kommt zurück! Aber Achtung, er hat einen neuen Standort. Außerdem sind viele Hinterhöfe auch zum Flohmarkt geöffnet. Was sich sonst noch unter und auf dem Asphalt des Weddings zugetragen hat, das gibt’s wie immer in unserem Wochenmelder, also der Wedding-Schau, der Weddingmelder-Wochenschau. Jetzt aber…

Hilfe, die Touristen kommen in den Wedding!

Touristen an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße. Foto: Hensel
Touristen an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße. Foto: Hensel

Tourismus im Wedding, Touristen im Brunnenviertel? Viele Bewohner würden den Kopf schütteln: im Kiezalltag sind ganz andere Themen wichtig. Doch die drei touristischen Attraktionen des sonst ruhigen Weddinger Wohnquartiers fehlen in keinem Berlin-Reiseführer: die Gedenkstätte Berliner Mauer, die Berliner Unterwelten, der Mauerpark-Flohmarkt. Fast zwei Million Menschen aus aller Welt sehen sich in jedem Jahr im Kiez und an seinen Grenzen um. Wir fassen zusammen, was es da so zu sehen gibt.

GESCHLOSSEN: „Frack du lac“: Second Hand-Trends entdecken

Frack du lac 2„Leben“ prangt noch in großen Lettern über dem Second-Hand Geschäft „Frack du Lac“ in der Kameruner Straße 43. So lässt sich das alte Lebensmittelgeschäft nur noch erahnen. Heute gibt es hier ein großes Sammelsurium an funktionalen Textilien für Sie und Ihn. Das Sortiment reicht von Hosen, Jacken, Pullover, Shirts, Schmuck bis hin zu zahlreichen Accessoires. In dem kleinen Laden vergisst man schnell die Zeit, denn es gibt Vieles zu entdecken. Gleich vor dem Geschäft fällt die „Free Box“ ins Auge. Hier kann sich der Kunde gern ein Kleidungsstück seiner Wahl kostenlos mitnehmen.

Weddingwoche #49: Der Daheim-Bazar

In den Vororten der USA ist es keine Seltenheit, dass die heimische Garage in einen Privatflohmarkt verwandelt wird, um die Haushaltskasse aufzubessern. In deutschen Vororten dagegen schon. Die Müllers von gegenüber brauchen ja nicht wissen, was wir ausrangieren. Die sollen nicht denken, wir hätten das nötig. In den Stadtzentren hat man weder Garage noch Ahnung, wer die Nachbarn überhaupt sind.

Umso erstaunlicher, dass Juliane Becker unter dem Motto „Open Home Bazaar“ zu einem Flohmarkt in den eigenen vier Wänden lädt. Die Einnahmen daraus fließen aber nicht in ihre Haushaltskasse, sondern werden der deutschen Krebshilfe gespendet. Heute, am 7. Dezember, findet der Flohmarkt von 14-20 Uhr in der Malplaquetstr. 14b statt. Eine schöne Idee, aus der ein urbaner Trend werden könnte. Wenn uns statt dem Briefträger bald die Amazon-Drohne unser neues Buch zustellt, wäre ein bisschen Besuch schön, wenn wir es wieder verkaufen.

Die Kolumne „Weddingweiser’s Woche“ erscheint ebenfalls jeden Samstag neu im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.