Weddinger Empfehlungen: Weihnachtsgeschenke in Buchform

junge freundliche Frau mit Büchern im Arm
Émilie Peinchaud vom Buchladen in der Maxstraße. Foto: Totem

Und wieder durchstöbert Émilie Peinchaud aus dem Café-Buchladen Totem in der Maxstraße originelle Bilderbücher für Groß und Klein und wählt daraus drei Empfehlungen für unsere Leser. Bald ist wieder Weihnachten – eine perfekte Gelegenheit wertvolle und ganz besondere Bücher zu verschenken, die man sich anschauen und immer wieder anfassen kann…

„Berlin mit scharf“ – Fünftes Buch der Brauseboys

Buchcover Berlin mit scharf
„Berlin mit scharf“ – das fünfte Buch der Brauseboys.

Und Weihnachten wird wieder gegessen. Da passt es irgendwie, dass die Brauseboys ihr fünftes Buch, das derzeit aus der Druckerei ausgeliefert wird, „Berlin mit scharf“ genannt haben. Kochrezepte sucht man zwar vergebens in dem Taschenbuch. Dafür findet sich eine Anleitung zum Verspeisen des Weddinger Nationalgerichts: „Der Döner im Wandel der Zeiten“. Weitere lebenspraktische Anweisungen zum Überleben im Wedding und seinem Umland tragen die Texte zusammen. Wer das Buch kauft, der hat etwas zum Schmunzeln oder – falls humorlos – ein Weihnachtsgeschenk.

Otto Nagel über das Weddinger Milljöh

Buchcover
Cover des Eröffnungsbandes „Das nasse Dreicke“ von Otto Nagel. Grafik: promo

Bei den so genannten ewigen Fragen, die die Menschheit immer beschäftigt hat und immer beschäftigen wird, denkt man heutzutage an Liebe, an Trennung oder ans Erwachsenwerden. Davon handeln die Pop-Songs, die Hollywoodfilme und die Bücher der Center-Buchhandlungen. Dabei gibt es auch andere „ewige Fragen“. Zum Beispiel: Wie verhält sich eine Gesellschaft zu den Ärmsten unter ihnen? Walter Frey hat in diesem Jahr Otto Nagels Roman „Die weiße Taube oder Das nasse Dreieck“ neu aufgelegt. Dieses Buch spielt während der Weltwirtschaftskrise 1928 in einer Spelunke an der Panke.

Lucas Vogelsangs Bericht von der Heimaterde

Vogelsang Heimaterde
Heimaterde. Reportagen von Lucas Vogelsang. Cover: Aufbau-VerlagHeim

Elf Reportagen über die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Zusammenlebens hat Lucas Vogelsang geschrieben. Aber es geht in seinem Buch nicht darum, warum Mann und Frau nicht zusammenpassen. Vielmehr geht es in Heimaterde um den türkische Bäcker, die arabischen Jungs, Ägypter und um Frau Kulack. Um Neue und um Alteingessene. Das Buch mit dem Untertitel „Eine Weltreise durch Deutschland“ ist eine amüsant zu lesende Reise eines optimistischen Reporters durch den weiten Wedding und die Weite Deutschlands.

Heiko Werning: Vom Wedding verweht

Heiko Wernig bei der Präsentation seines neuen Buches. Foto: Sallmann
Heiko Werning bei der Präsentation seines neuen Buches. Foto: Sallmann

Als nach London wegmigrierte Berlinerin und ehemalige Wahlweddingerin kommt jedes Mal Freude auf, wenn man mich mit einem Buch von Heiko Werning bedenkt. So schenkte mir meine Mutter zu Weihnachten 2011 das Werk „Mein wunderbarer Wedding“. Das Buch enthielt eine Widmung, die ich tatsächlich immer mal wieder ansehe: „Mit herzlichen Grüßen aus der alten Heimat nach London, dem Wedding Europas“ (ja, das ist wohl eine Weile her…). Nun sandte mir der Weddingweiser das aktuelle Buch „Vom Wedding verweht – Menschliches, allzu Menschliches“ zu.

Clint Lukas ist der letzte der Cowboys

Nie wieder Frieden. Buch von Clint Lukas. Grafik Verlag Periplaneta.
„Nie wieder Frieden“. Buch von Clint Lukas. Grafik: Verlag Periplaneta

Clint Lukas kann gut schreiben. Clint Lukas kann auf der Lesebühne gut seine Texte vorlesen. Clint Lukas kann gut zeichnen. Die Zeichnungen entdeckt man nicht, wenn er mittwochs ab 21 Uhr bei den Mauerseglern liest. Die findet man in seinen Büchern. Zum Beispiel in „Nie wieder Frieden“. Erschienen ist das Buch im Frühjahr 2016 im Periplaneta-Verlag. In diesem Werk bekennt er, ein Cowboy zu sein. Wir blättern mal durch seine Texte.

So wahr! Die Welt ist eine Torte

Grafik aus "Torten der Wahrheit" von Katja Berlin, erschienen im riva Verlag.
Das Cover von „Torten der Wahrheit“ von Katja Berlin, erschienen im riva Verlag.

Habt ihr sie gesehen – in der Wilma Bar, im Offside, in der Hertha-Fankneipe, im Castle Pub? Irgendwo da muss sie sein. Katja Berlin ist die Frau, die an in den Bars und Kneipen im Wedding und in Gesundbrunnen darauf achtet, was die Leute so sagen. Sie ist die Frau, die der Stadt am Stammtisch den Puls fühlt, nach Hause geht und das Bauchgefühl in sehr treffende und augenzwinkernde Bauchgefühl-Infografiken übersetzt. So zumindest stellt man sich das vor. In ihrem neuen Buch „Torten der Wahrheit: Die Welt ist kompliziert genug!“ sind eine Reihe gefühlter Wahrheiten veröffentlicht.

Johannes Ehrmann blickt von oben auf den Wedding

"Großer Bruder Zorn" von Johannes Ehrmann. Grafik: Eichborn Verlag.
„Großer Bruder Zorn“ von Johannes Ehrmann. Grafik: Eichborn Verlag.

„Schaudernd lege ich mich wieder schlafen.“ Über diesen Satz kann man sagen, dass er kurz ist und dass er ein Satz ist. Er stammt aus Heiko Wernings Buch „Mein wunderbarer Wedding“ (2010), ein Buch mit Lesebühnentexten aus dem Wedding. In Johannes Ehrmanns Buch „Großer Bruder Zorn“ (Verkaufsstart heute) steht zum Beispiel das Gefüge: „Ihre letzten drei Worte.“ Das ist auch kurz, aber es ist kein vollständiger Satz. Und das Buch „Großer Bruder Zorn“ spielt zwar im Wedding, aber es ist kein Roman aus dem Wedding, mehr ein Roman über den Wedding. Also Außenbetrachtung. Oder wie es im Klappentext heißt: „Johannes Ehrmann lebt am Rande des Weddings“ (Marketingdeutsch für: nicht im).