Europacity: Wird aus Nachbarschaft Freundschaft?

Wenn der Wedding ein eigener Ort wäre, lägen das Bayer-Gelände und der Park am Nordhafen am Rande der Stadt. Doch diese Gebiete befinden sich ja nicht an der Peripherie, sondern mitten im Herzen einer Millionenstadt. Und so rücken auch diese Zonen in den Sog der wachsenden Metropole. In unmittelbarer Nachbarschaft des Wedding drehen sich schon die Baukräne; das ganze Gebiet rund um die Brache des Containerbahnhofs Heidestraße hat sich in eine einzige große Baustelle namens Europacity verwandelt.

Verkehrskonzept für TXL-Gelände wirkt sich auf den Wedding aus

Flugzeug TegelOb 2017 oder erst 2018 – wenn der Flughafen Tegel seine Pforten schließt, steht die Tegel Projekt GmbH mit einem Nachnutzungskonzept in den Startlöchern. Berlin TXL soll ein Schaufenster und praktisches Experimentierfeld für Zukunftstechnologien werden – doch was heißt das für den Wedding?

Ein bisschen günstig – Baustelle Wohnungsbau

An der Ecke Usedomer und Wattstraße hat der Bau eines Miethauses begonnen. Foto: Hensel
An der Ecke Usedomer und Wattstraße hat der Bau eines Miethauses begonnen. Foto: Hensel

In den Tageszeitungen steht: Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften bauen zu wenig preiswerte Wohnungen. Dabei werden gerade diese Unterkünfte in Berlin gebraucht. In der Usedomer Straße Ecke Wattstraße entstehen derzeit etwa 40 dieser heiß begehrten Wohnungen. Auf dem ehemaligen BVG-Betriebshof im Brunnenviertel sind in der vergangenen Woche die Bagger gekommen und haben damit begonnen, den Baugrund vorzubereiten.

Diesterweg-Gelände: Neuer Wohnbauplan bis Mitte Juni

diesterweg_small_1
Das ehemalige Schulgebäude des Diesterweg-Gymnasiums im Brunnenviertel steht seit vier Jahren leer.

Eigentlich sollten die mehr als 300 günstigen Wohnungen im Brunnenviertel längst fertig sein. Im Gemeinschaftsgarten zwischen Putbusser und Swinemünder Straße sollten schon die Tomaten wachsen, in der neuen Kita sollten die Kinder spielen, im großen Saal Veranstaltungen für den Kiez stattfinden. Im Februar 2014 stimmten die Bezirksverordneten von Mitte einhellig für das auch im Kiez favorisierte Projekt des Teams ps wedding und gegen ein konkurrierendes Wohnungsbaukonzept des landeseigenen Wohnungsunternehmens degewo. Doch noch immer steht das ehemalige Gelände des Diesterweg-Gymnasiums leer, nichts ist gebaut und entwickelt worden.

„Der Druck ist schon voll da“ – Eine Diskussion im Sprengelkiez zum Thema Mietpolitik

Insbesondere in zentrumsnahen Stadtteilen wie Wedding sind die Anwohner besorgt wegen steigender Wohnkosten. Unter dem Motto „Wohnen muss bezahlbar bleiben“ lud die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Eva Högl am Dienstag zu einer Diskussionsveranstaltung im Sprengelkiez ein.

Reuestimmung in der SPD

Rund 80 Personen kamen am Dienstagabend in den Lindengarten am Nordufer, darunter viele Anwohner aus Tiergarten und Wedding sowie Angehörige verschiedener lokaler Mieterinitiativen. Den Fragen der Gäste stellten sich außer Eva Högl auch Ephraim Gothe, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die Bezirksverordnete Janina Körper sowie Siemen Dallmann, Anwohner im Sprengelkiez und Vorsitzender des Vereins „Aktiv im Kiez“.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung wurde klar, dass mit Blick auf die Miet- und Wohnpolitik so etwas wie Reuestimmung in der SPD herrscht. Denn das Thema, gestand Eva Högl ein, sei lange Zeit politisch nicht ausreichend behandelt worden. Auch Ephraim Gothe zeigte sich selbstkritisch, beteuerte jedoch, das Thema sei „auf der politischen Agenda ganz nach oben geraten“.

Entspannung wird nötig sein

Nazarethkirche
Man rechnet mit starkem Zuzug: Berlin-Wedding

Ephraim Gothe gab einen ausführlichen Überblick über die Maßnahmen des Berliner Senats, die auf dem Wohnungsmarkt der Stadt für mehr Entspannung sorgen sollen. Entspannung wird auch nötig sein, denn man geht davon aus, dass Berlin bis 2030 um rund 250.000 Einwohner wachsen wird. Starker Zuzug wird vor allem für Ortsteile wie Pankow, Wedding und Tiergarten erwartet.

Der Berliner Senat hat bereits im vergangenen Jahr mit den städtischen Wohnungsbaugesellschaften ein Bündnis für soziale Wohnungspolitik geschlossen, das ein ganzes Bündel von Regelungen umfasst, um die Entwicklung des Wohnungsmarkts politisch stärker beeinflussen zu können. Teil der Vereinbarung ist zum Beispiel eine Erhöhung des Wohnungsbestands der Gesellschaften um rund 23.000 Wohnungen durch den Zukauf bestehender und den Bau neuer Wohnungen.

Auch eine Neuausrichtung in der Berliner Liegenschaftspolitik soll dazu führen, dass Grundstücke aus dem Besitz der Stadt nicht wie bisher möglichst gewinnbringend verkauft werden, sondern beim Verkauf stärker auf wohnungspolitische Ziele geachtet wird. Ein neues Gesetz soll zudem den spekulativen Leerstand sowie die Zweckentfremdung von Wohnungen eindämmen. Denn durch die Vermietung von Wohnraum als Ferienwohnung kann ein Vermieter bis zu viermal mehr Miete bekommen. Der Berliner Bevölkerung werden diese Wohnungen dadurch jedoch vom Wohnungsmarkt entzogen.

Eva Högl hält vor allem die starken Mietsteigerungen bei Neuvermietungen für problematisch. Hier sei eine Deckelung der Mieterhöhungen erforderlich, so dass Mieten innerhalb von vier Jahren nur um maximal 15% erhöht werden dürfen. Bisher sind es 20% in drei Jahren. Ebenso griff sie den Wunsch einiger Anwohner nach mehr Transparenz bezüglich der Eigentumsverhältnisse von Mietshäusern auf.

Gezielte Aufwertung

Am ehesten kontrovers diskutiert wurde über die gezielte Aufwertung sozial schwacher Wohngebiete, da sie natürlich im Verdacht steht, einer sozialen Verdrängung den Weg zu ebnen. Die Aufwertung der sozialen Struktur, so Gothe, sei jedoch alternativlos, wolle man zum Beispiel verhindern, dass junge Familien fortziehen, sobald ihre Kinder ins schulpflichtige Alter kommen. Die Bezirksverordnete Janina Körper, die – vielleicht etwas leichtfertig – das Reizwort „Gentrifizierung“ in einem durchaus affirmativen Sinn verwendete, wies darauf hin, dass die Aufwertung im engen Dialog mit dem jeweiligen Quartiersmanagement erfolgt, um soziale Verdrängungsprozesse zu verhindern. Statt sozial Starke ins Viertel zu locken, so ein Mitglied des Berliner Mietervereins, solle man vor allem versuchen, den Menschen vor Ort zu helfen.

Die Situation im Sprengelkiez

Nordufer
Im Sprengelkiez sind kaum noch bezahlbare Wohnungen zu finden

Im Verlauf des Abends wurde deutlich, dass die Mitglieder der Mieterinitiativen, die Maßnahmen des Berliner Senats zwar begrüßen, sich aber gleichzeitig auch kurzfristige Maßnahmen wünschen, um den Menschen zu helfen, die bereits jetzt ihre Mieten nicht mehr bezahlen können. So schilderte Siemen Dallmann seine Erfahrungen als Mietervertreter im Sprengelkiez, wo dies bereits bei vielen Mietern der Fall sei. Für Kiezbewohner, die ihre bisherige Wohnung verlassen, sei es fast unmöglich, wieder eine bezahlbare Wohnung im Viertel zu finden. Viele Mieter mit Migrationshintergrund, berichtete eine andere Anwohnerin, mussten bereits fortziehen. „Der Druck ist schon voll da“, fasste Dallmann die Situation zusammen. Er befürchtet, dass sich besonders im Sprengelkiez die Situation noch weiter verschärfen wird. An die Politik richtete Dallmann zudem die Bitte, neben dem Thema Miete auch die Problematik ständig steigender Nebenkosten nicht aus den Augen zu verlieren.

Verdrängung sozial Schwacher aus dem Kiez?

Als Dallmann am Ende der Veranstaltung einen erst seit drei Monaten im Sprengelkiez wohnenden Studenten darüber aufklärt, der Wedding sei noch vor einigen Jahren alles andere als angesagt gewesen, wurde vermutlich so manchem Besucher wieder bewusst, wie schnell und wie sehr sich die Situation im Wedding geändert hat. Nach den Jahren stagnierender Einwohnerzahlen, erleben vor allem die bisher als wenig attraktiv geltenden Stadtviertel eine Zeit des Umbruchs. Wenn die Politik nicht konsequent dagegen steuert, läuft der Wedding Gefahr, eine massenhafte Verdrängung der sozial schwachen Bevölkerung zu erleben. Bleibt zu hoffen, dass sich das Engagement der Mieterinitiativen auszahlt, und insbesondere auch deren Wunsch nach kurzfristigen Maßnahmen in der Politik Gehör findet. Viel Zeit bleibt nicht.

Wedding war einst ein Aushängeschild der Moderne

Das Gebiet nördlich der Seestraße war im Jahr 1918 noch weitgehend unbebaut, da die Bautätigkeit durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum Erliegen gekommen war. Es war also noch viel Platz im nordwestlichen Wedding, als einige große Bauvorhaben im Wohnungs- und Verkehrsbau der Weimarer Republik begannen. So kommt es, dass sich viele bedeutende Zeugnisse des „Neuen Bauens“ gerade rund um die Afrikanische Straße und am Schillerpark finden lassen.

Togostraße-Loggien
Kopfbau in der Friedrich-Ebert-Siedlung

War im Kaiserreich der Wohnungsbau noch durch Angebot und Nachfrage auf dem freien Markt geprägt, setzte in der Weimarer Republik ein Umdenken ein. Gerade im sozialdemokratisch regierten Wedding stand man Mitte der 1920er Jahre wegweisenden Wohnungsbauvorhaben von genossenschaftlichen und gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften sehr offen gegenüber. Zuvor hatte es nur wenige genossenschaftliche Reformwohnungsbauten im Wedding gegeben, so zum Beispiel am Nordufer/Fehmarner Str. und mit dem Karl-Schrader-Haus an der Malplaquetstr./Utrechter Straße. Dabei ging es auch darum, von den als überkommen geltenden Bauweisen wie der Blockrandbebauung mit engen, lichtlosen Hinterhöfen und der für Berlin so typischen Mischung von Wohnen und Gewerbe wegzukommen.

Bedeutende Architekten wie Bruno Taut, Max Taut, Ludwig Mies van der Rohe, Jean Krämer, Paul Emmerich und Paul Mebes, die sich allesamt dem „Neuen Bauen“ verschrieben hatten, realisierten Projekte im Wedding, die – trotz ähnlicher Ausgangsüberlegungen – sehr unterschiedlich ausgefallen sind. Auffällig ist der konsequente Einsatz von Flachdächern bei den meisten Projekten – Ende der 1920er Jahre muss das auf die Zeitgenossen sehr modern gewirkt haben.

Die Siedlungen im Einzelnen:

Offene Blockrandbebauung in der Siedlung Schillerpark

Typische Hofseite eines Wohngebäudes der Schillerpark-SiedlungDie von 1924-1930 errichtete Siedlung Schillerpark besteht aus drei durch Querstraßen getrennten Siedlungsteilen mit 300 Wohnungen.

„Bruno Taut stellte dreigeschossige Blöcke in einer offenen Blockrandbebauung um ruhige Gartenhöfe. Die Treppenhäuser liegen jeweils an der Nord- bzw. an der Ostseite, so dass ein Teil der Eingänge von der Straße, der andere vom Gartenhof aus zugänglich ist. Hierfür sind jeweils an den äußeren Enden der Zeilen Durchgänge geschaffen. Die halboffene Bauweise unterstützt nicht nur die von Taut angestrebte Verbindung der Wohn- und Freiräumen, die Taut „Außenwohnraum“ nennt, auch der angrenzenden Schillerpark wird mit einbezogen. Ein bis dahin in Berlin ungewohntes Motiv war das flache Dach, das hier aus Kostengründen nach holländischem Vorbild erstmals im Berliner Siedlungsbau der 1920er Jahre verwendet wurde.“ (auszugsweise, Quelle:Denkmaldatenbank)

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Siedlung ergänzt. Gemeinsam mit fünf anderen Siedlungen der Berliner Moderne erhielt die Wohnanlage im Jahr 2008 den Status als UNESCO-Weltkulturerbe.

Konsequente Zeilenbauweise in der Friedrich-Ebert-Siedlung

Damarastr-Friedrich-Ebert-SiedlungDie 1929-31 errichtete Siedlung wurde als erste Berliner Wohnanlage konsequent in Zeilenbauweise in Südwest/Nordostrichtung errichtet. Jede der 1400 Wohnungen hat einen Blick auf eine Grünfläche. Der östliche Abschnitt von der Müllerstraße bis zur Togostraße wurde von den Architekten Mebes und Emmerich geplant, während Bruno Taut die Gebäude im Gebiet von der Togostr. bis zur Windhuker Str. entwarf. Gemeinsam ist allen Wohnhäusern, dass sie vier Geschosse und – damals aufsehenerregend – Flachdächer besitzen. Zudem besitzen die Zeilenbauten keinen Fassadenschmuck, sondern werden allein durch leicht erhöhte Kopfbauten, Balkone, Wintergärten und Treppenhäuser gegliedert.

Die Gebäude rund um den Nachtigalplatz wurden erst 1939/40 von den Architekten Werner Harting und Wolfgang Werner errichtet und besitzen weder Flachdächer noch Balkone.

Kubische Wohnbauten Mies van der Rohe 1926/27

Wohnkuben Ludwig Mies van der Rohe Afrikanische Str.Den neben einer Eigenheimsiedlung liegenden Geländestreifen an der Afrikanischen Straße übernahm die Heimstättengesellschaft Primus, die den Architekten Ludwig Mies van der Rohe mit dem Bau von Wohngebäuden mit 88 Wohnungen beauftragte. Dieser errichtete gleichzeitig in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung einen heute sehr berühmten Wohnblock.

„Die 1926-27 errichtete Wohnanlage an der Afrikanischen Straße gehört zu den früh ausgeführten Wohnungsbauvorhaben der Weimarer Republik. Ludwig Mies van der Rohe entwarf kubische, blockhafte Häuser mit Flachdach, die nahezu asketisch wirken. Etwas zurückgesetzt ordnete er drei gleichartige Wohnblocks an, die über gerundete Balkone scharnierartig mit abgewinkelten Seitenbauten verbunden sind.  Während die Haupttrakte drei Geschosse und einen außerordentlich hohen Dachboden umfassen, sind die Seitenflügel mit zwei Geschossen deutlich niedriger. Ein vierter Bau (Ecke Tangastraße) setzt sich aus drei gestaffelten Blöcken zusammen. Alle Wandflächen sind verputzt und ockerfarben gestrichen, die schmale Dachkante wird aus drei Ziegelschichten gebildet. Obwohl im sozialen Wohnungsbau angestrebt wurde, Wohnbereich und Küche zu trennen, bildete Ludwig Mies van der Rohe geräumige Wohnküchen aus, die sich über vorgelagerte Loggien zum Hof öffnen.“  (auszugsweise, Quelle: Denkmaldatenbank)

Expressionistische „Straßenbahnstadt“ an der Müllerstraße

Der 1925-27 erbaute Straßenbahn-Betriebshof, seit 1960 Busbetriebshof, an der Müllerstraße stellt ein Hauptwerk expressionistischer Architektur in Berlin dar.

„Die „Straßenbahnstadt“, die einen ganzen Baublock an der Müllerstraße, Belfaster Straße, Londoner Straße und an der später aufgehobenen Themsestraße einnimmt, dokumentiert den Ausbau des großstädtischen Nahverkehrs nach dem Ersten Weltkrieg. Architekt Jean Krämer errichtete für die Berliner Straßenbahn-Betriebs-GmbH insgesamt fünf Betriebshöfe. Im Unterschied zur U-Bahn-Hauptwerkstatt, die ebenfalls von Wohnhäusern begrenzt wird, aber einen vielschichtigen Aufbau besitzt, entwickelte Jean Krämer einen symmetrischen, städtebaulich wirkungsvollen Grundriss. Die Fahrzeughalle, die 320 Straßenbahnwagen aufnehmen konnte, wurde an der Rückseite des Baublocks angeordnet. Die Wohnhäuser umschließen den Betriebshof und öffnen sich zur Müllerstraße durch eine torartig gestaffelte Baugruppe. Die Wohnanlage für Beschäftigte wirkt einheitlich, obwohl vielfältige Details zu sehen sind. Die Fassaden sind rotbraun verputzt und mit ornamentaler Keramik besetzt. Die Obergeschosse werden durch vertikale Bänder gegliedert.

Bus-Betriebshof Müllerstraße

Die scharfkantigen, spitz vorkragenden Wandvorlagen der klinkerverkleideten Erdgeschosszone, unterstreichen den expressiven Charakter. Die Wohntrakte an Londoner und Belfaster Straße umfassen nur drei Stockwerke, abgesehen vom Mittelbau, der durch ein ein zusätzliches Geschoss herausgehoben wird. Die Hofseiten werden durch dreieckig vorspringende Treppenhäuser gegliedert. Die Eckgebäude an der Rückseite des Baublocks, die an die Wagenhalle anschließen, steigern sich zu massigen, flachgedeckten Turmhäusern. Die turmartigen, 32 m hohen Kopfbauten an der Einfahrt zum Betriebshof, die expressiv gestaltet sind, bilden das architektonische Markenzeichen der „Straßenbahnstadt“. Sie enthalten Wohnungen, Betriebs- und Verwaltungsräume, außerdem einen Hochbehälter für die Wasserversorgung des Betriebshofs. Unten öffnen sich Parabelbögen, die an die gotische Baukunst erinnern, gemauert aus roten Klinkern mit ausstrahlenden Fugen. Die wuchtigen Schlusssteine leiten zur prismatisch gefalteten Turmwand über. Über dem sechsten Geschoss folgt der Wasserbehälter, der sich durch eine violette Klinkerverkleidung und eine gegenläufige Mauerfaltung vom unteren Bereich absetzt.“ (auszugsweise, Quelle: Denkmaldatenbank)

Neubau in Nachbarschaft des Weltkulturerbes Schillerpark

Die Siedlung Schillerpark in Weddings Englischem Viertel gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Wer dort in unmittelbarer Nachbarschaft baut, muss sich an hohen architektonischen Ansprüchen messen lassen. An der Barfusstraße, direkt gegenüber der Siedlung und in unmittelbarer Nachbarschaft der denkmalgeschützten St.Aloysius-Kirche aus den 1950er Jahren sollen nun Wohnungsbauten entstehen. Die Jury für einen nichtoffenen Planungswettbewerb tagte am 16. Mai unter dem Vorsitz des Berliner Architekten Andreas Becher. Mehr über den Wettbewerbsgewinner und Bilder unter baunetz.de