Neue Straßennamen, alte Probleme

Nun ist es beschlossene Sache: Die drei umstrittenen Straßennamen im Afrikanischen Viertel werden durch neue Namen ersetzt, so hat die Bezirksverordnetenversammlung entschieden. Für den Nachtigalplatz und die Lüderitzstraße sind die Namen Bell-Platz und Cornelius-Fredericks-Straße vorgesehen. Für die Petersallee sind sogar zwei neue Namen beschlossen worden. Der Westteil soll Maji-Maji-Allee, der Ostteil Anna-Mungunda-Allee heißen.

Wedding bekommt ein französisches Viertel

Ein Mini-Eiffelturm vor dem Centre Français
Das Centre Français soll das Zentrum des neuen Viertels werden.

Aprilscherz Eine überraschende Wendung gibt es bei der Umbennung von drei Straßen im Afrikanischen Viertel. Der Frankreichbeauftragte des Bezirks Mitte hat kurz vor Ostern überraschend  sein Veto  gegen den aktuellen Umbenennungsbeschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingelegt. Nach diesem sollten die Lüderitzstraße, die Petersallee und der Nachtigalplatz neue Namen nach afrikanischen Persönlichkeiten bekommen. Der nun vorliegende Vorschlag, der auf breite Zustimmung stößt, will französische Namen für alle Straßen im Afrikanischen Viertel.

Weddingmelder-Wochenschau #9/18

Abreißen, sanieren, oder für seinen Erhalt kämpfen? Jetzt steht fest: Das allseits beliebte Simit Evi kann sich über einen um ein Jahr verlängerten Mietvertrag freuen. Dies meldet die Berliner Woche. Jetzt kann der Frühling kommen, auch auf den (namenlosen) Rathausvorplatz vor dem Job-Center und der Bibliothek. Das erwärmt doch das Herz, vor allem bei dieser Eiseskälte von bis zu minus 15 Grad. Und sonst? Es steht in der Wochenschau.

Aus Nachtigalplatz und Lüderitzstraße wird …

Schon  fast gestrichen: Lüderitzstraße

Aus einer kolonialen Begeisterung in der Kaiserzeit heraus wurden im Afrikanischen Viertel Straßen nach Protagonisten der deutschen Kolonialgeschichte, Städten, Flüssen oder Ländern Afrikas benannt. Im letzten Jahr sorgten Ideen für den Ersatz umstrittener Straßennamen in ganz Berlin und darüber hinaus für Furore. Nun liegen neue Namensvorschläge für den Nachtigalplatz, die Lüderitzstraße und die Petersallee vor, die am Donnerstag (1.3.) vorgestellt werden. Sie läuten die nächste Runde in der Auseinandersetzung um die Kolonialnamen ein.

Straßenumbenennung: Pro und Contra zum Juryverfahren

Afrikanisches Viertel, Kameruner Straße Ecke Togostraße
Kameruner Straße Ecke Togostraße

Zum Verfahren, wie die Vorschläge für neue Straßennamen im Afrikanischen Viertel erarbeitet wurden, hat es viel Kritik gegeben. Die Anwohner seien nicht beteiligt, Bürgervorschläge ignoriert und Wissenschaftler nicht involviert worden, so die Vorwürfe. Daniel Gollasch vom Kreisvorstand Mitte von Bündnis 90/Die Grünen verteidigt das Vorgehen der Jury, die nur ausgeführt habe, was das Bezirksparlament beschlossen hat. Anwohner Joachim Faust wünscht sich jedoch eine Aufarbeitung des Juryverfahrens, eine unzweifelhafte Namensgebung und einen bürgernahen Umgang mit den Betroffenen.

Umstrittene neue Namen im Afrikanischen Viertel

Aktualisiert 6.6.17 Der Gesang der Nachtigall aus den nahen Rehbergen ist es nicht, dem der Nachtigalplatz seinen Namen verdankt. Vielmehr wird der als Kolonialist geltende Forscher Gustav Nachtigal geehrt. Auch Adolf Lüderitz, der sich große Ländereien mit Tricksereien erschwindelte, wird mit einer Straße im Wedding gewürdigt. Damit, dass ihre Namen aus dem Straßenbild getilgt werden, möchte der Bezirk Mitte diese Personen nicht mehr ehren.  Nach massiver Kritik an einem der ausgewählten Namen fordert die Bezirksstadträtin jetzt die Jury auf, eine Ersatznominierung vorzunehmen.

Afrikanisches Viertel: Geschichtsstunde mit Smartphone

Die Straßennamen im Afrikanischen Viertel sind in Berlin einmaligWas verbirgt sich hinter den Straßennamen des Afrikanischen Viertels? Eine mobile Webseite zum Afrikanischen Viertel gibt Antworten: zum Nachlesen, aber auch mit vielen interessanten Au-diodateien und Bildern. Hier wird die Geschichte erzählt, die hinter der Benennung der 22 Straßen des Afrikanischen Viertels in Berlin Mitte steht: Es ist die Geschichte des deutschen Kolonialismus und seiner Verbrechen, eine Geschichte, die Franziska Zimmermann und Yonas Endrias mit ihren Texten zum Vorschein bringen.