NochMall – Indoor-Flohmarkt in schick

Nicht ganz im Wedding, aber nur einen Steinwurf entfernt in Reinickendorf hat die BSR ein ganz besonderes Kaufhaus eingerichtet. Auf zwei Etagen werden in modernem, stylischem Ambiente Waren verkauft, die nicht nur preiswert sind, sondern ein zweites Leben suchen. Wer gern stöbert, ist in der „NochMall“ auf jeden Fall richtig. Und für alle anderen bietet dieses besonders nachhaltige Kaufhaus einige Features, die den Besuch ebenfalls lohnen.

„Keller Door Books“ – 2nd Hand-Buchladen in Wedding

Wer liebt nicht den Geruch von Büchern und die beruhigende Wirkung von Papier? Mit einer Wortkombination aus Englisch und Deutsch eröffneten Britt Leppik samt Partner den  2nd Hand -Buchladen „Keller Doors“ neu.  Der Name verweist auf eine geheime Kellertür, die sich unter einem Teppich im Buchladen befindet. Gleichzeitig soll er den multikulturellen Lifestyle Weddings unterstreichen. Das aus Estland kommende Paar schätzt die kosmopolitische Atmosphäre dieses Viertels und das Gemeinschaftsgefühl hier, was sie mit diesem Laden zusätzlich unterstützen möchten. Gegründet wurde der Bücherladen ursprünglich von William Parker unter dem Namen „The Book Nook“. Dieser besitzt übrigens einen zweiten Laden in Neukölln.

„The Berlin Book Nook“: 2nd Hand-Bücher im Wedding

In einer so großen Stadt wie Berlin gibt es für jeden Geschmack einen Schlupfwinkel – auf englisch „nook“. Und wer speziell auf englischsprachige Literatur und Sachbücher steht, wird jetzt auch im Wedding fündig. Im kleinen, aber feinen „Berlin Book Nook“ in der Antwerpener Straße gibt es Tausende gebrauchte Bücher in englischer Sprache.

GESCHLOSSEN: „Frack du lac“: Second Hand-Trends entdecken

Frack du lac 2„Leben“ prangt noch in großen Lettern über dem Second-Hand Geschäft „Frack du Lac“ in der Kameruner Straße 43. So lässt sich das alte Lebensmittelgeschäft nur noch erahnen. Heute gibt es hier ein großes Sammelsurium an funktionalen Textilien für Sie und Ihn. Das Sortiment reicht von Hosen, Jacken, Pullover, Shirts, Schmuck bis hin zu zahlreichen Accessoires. In dem kleinen Laden vergisst man schnell die Zeit, denn es gibt Vieles zu entdecken. Gleich vor dem Geschäft fällt die „Free Box“ ins Auge. Hier kann sich der Kunde gern ein Kleidungsstück seiner Wahl kostenlos mitnehmen.

ZweigStelle Berlin: Second Hand mit Ausstrahlung

zweigstelle gitte zweigEine sechzig Jahre alte Rose in der Tegeler Straße zeigt im Winter ihre Dörnchen – und das Schaufenster dahinter, das was die ZweigStelle das ganze Jahr über beherbergt: den vielfältigen Geschmack ihrer Besitzerin Gitte, die schon beim Übertreten der Türschwelle mit ihrer Ausstrahlung und Offenheit jeder neugierigen Kundin entgegen kommt.

Weddingwoche #49: Der Daheim-Bazar

In den Vororten der USA ist es keine Seltenheit, dass die heimische Garage in einen Privatflohmarkt verwandelt wird, um die Haushaltskasse aufzubessern. In deutschen Vororten dagegen schon. Die Müllers von gegenüber brauchen ja nicht wissen, was wir ausrangieren. Die sollen nicht denken, wir hätten das nötig. In den Stadtzentren hat man weder Garage noch Ahnung, wer die Nachbarn überhaupt sind.

Umso erstaunlicher, dass Juliane Becker unter dem Motto „Open Home Bazaar“ zu einem Flohmarkt in den eigenen vier Wänden lädt. Die Einnahmen daraus fließen aber nicht in ihre Haushaltskasse, sondern werden der deutschen Krebshilfe gespendet. Heute, am 7. Dezember, findet der Flohmarkt von 14-20 Uhr in der Malplaquetstr. 14b statt. Eine schöne Idee, aus der ein urbaner Trend werden könnte. Wenn uns statt dem Briefträger bald die Amazon-Drohne unser neues Buch zustellt, wäre ein bisschen Besuch schön, wenn wir es wieder verkaufen.

Die Kolumne „Weddingweiser’s Woche“ erscheint ebenfalls jeden Samstag neu im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.

Open Home Bazaar: Zuhause ist es doch am schönsten!

„Na, wie gefällt’s dir?“ wird die Besucherin gefragt. „Ich war noch nie auf einem Open Home Bazaar“, antwortet diese. „Ich auch nicht“, sagt Juliane lachend. Dabei ist sie es, die den Flohmarkt organisiert. Das Besondere: für den Verkauf von Kleidungsstücken, Haushalts- und Dekoartikeln und Büchern hat sie einen Abend lang ihre eigene Wohnung im Karl-Schrader-Haus in der Malplaquetstraße geöffnet.

Soleil du Sud – Second Hand und ein Café

Vielleicht braucht es den Mut und die Verwegenheit einer Französin, um ausgerechnet auf der Schwedenstraße ein Geschäft für Frauenmode zu eröffnen. Roseline Russell machte „Soleil du Sud“ bereits 2006 auf und verbindet dort Pariser Mode und Berliner Second Hand-Style. Dazu kommt seit kurzem auch ein Café.

Soleil du Sud

AKTUALISIERT 2018 Auf der Schwedenstraße rauscht der Verkehr lautstark zwischen Osloer und Badstraße auf und ab. Von den Spielcasinos, die sich mit ihren zugeklebten Fenstern wie ein farbenfrohes Geschwür ausgebreitet haben, liegen hier gleich drei Stück nahe beieinander. Es gibt einen Kiosk, einen An- und Verkauf-Laden, türkische Bäckereien und so viel Leerstand wie sonst nur noch selten im Wedding. Daran, dass hier ein Modeladen existiert, glaubt man erst, wenn man vor ihm steht oder im Weddingweiser davon liest.

Soleil du Sud von außenRoseline Russell sitzt auf einer kleinen pinkfarbenen Bank vor ihrem Laden und erzählt mit französischem Akzent von der Bar, die sich früher in der Hausnummer 15b befand. Tatsächlich ist von außen noch gut erkennbar, dass hier früher eine Kneipe war. Nachdem sie geschlossen wurde, stand das Geschäft längere Zeit leer. Da sie damals ohne Job war und im selben Haus wohnt, kam Roseline auf die Idee, dort eine eigene Boutique zu eröffnen. Das war im November 2006. Anfangs verkaufte sie nur Ware aus zweiter Hand, die eine Freundin in Paris einkaufte, verpackte und dann in die Schwedenstraße schickte. Inzwischen kauft Roseline Kleidung und Schmuck als Neuware aus Frankreich, doch ein Großteil ihres heutigen Angebots besteht aus Second Hand Artikeln, die sie von Berlinern erhält. Man kann seine Kleidung als Kommisionsware im Laden abgeben und erhält nach dem Verkauf die Hälfte des Ladenpreises.

Soleil du Sud Das Innere des Ladens wirkt, als hätten sich ein Wohnzimmer, eine private Schmuckausstellung und ein begehbarer Kleiderschrank im gleichen Raum verabredet. Die Wandfarben schaffen ein sommerlich-mediterranes Flair. Auf alten Möbelstücken liegen Halsketten, Ohrringe und anderer Schmuck ausgebreitet. Dazwischen stehen Kleiderständer und Schaufensterpuppen mit leichten Kleidern, Blusen und Jacken. Couch und Sessel laden zum Sitzen ein. Sans aucun doute, es ist gemütlich hier. Wer für den Frühling noch ein originelles Kleidungsstück abseits der ausgelatschten Modepfade sucht und in entspannter Atmosphäre stöbern möchte, sollte unbedingt mal im „Soleil du Sud“ vorbeischauen. „Und woher kommt jetzt die Katze?“, frage ich Roseline, als wir wieder auf der Bank sitzen. „Sie kommt mich ab und zu besuchen, ich wohne doch hier im selben Haus.“ Ach so, stimmt ja.

Foto: Soleil du Sud

Und ab 10. März 2018 verwandelt sich der kleine Laden auch noch in das „Café de Paris“ mit einem kleinen Barbetrieb.

Soleil du Sud
Schwedenstraße 15b, 13357 Berlin (nähe U-Bhf Osloer Straße)

Di – Sa 16-22 Uhr
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