Was, wann, wo Wedding (19. Woche)

An diesem Sonntag ist nicht nur Flohmarkt an der Panke. Dieser Sonntag ist vor allem Kindertheater-Tag. Gleich vier Vorstellungen gibt es am Muttertag. Doch nicht nur für Mutter und Kind gibt es in dieser Woche was zu erleben im Wedding. Es gibt Bingo, Whisky Tasting, ein Romy Schneider-Filmspecial – und all die anderen ganz normalen Events aus dem Weddinger Universum. Unsere Veranstaltungsvorschau  für das kommende Wochenende und die Tage danach zeigt euch, wo was los ist.

Das Jahr aus Sicht der Brauseboys (Teil 1)

Frühling im Wedding

In ihrem zwölften Jahresrückblick stellen die Brauseboys erstmals positive Nachrichten ins Zentrum: Berlin hat neue Pandas! Orkantief Xavier sorgt für Vollbeschäftigung in der Forstwirtschaft! Air Berlin senkt seine Klima-Emissionen auf Null! Trumps Frisur hat das ganze Jahr gehalten! Weder er noch Kim Jong-Un haben den 3. Weltkrieg begonnen! Noch nie wollten so viele Parteien in Deutschland nicht regieren! Im ersten Teil präsentieren wir hier Texte aus dem Frühling und Sommer.

Der Wedding – so sicher wie Abraham Lincolns Schoß

Clint Lukas
Clint Lukas liest aus seinen Texten, wenn er nicht gerade Briefmarken sortiert. Fotos: Andrei Schnell

Clint Lukas, der Mann mit Helm unter Menschen geht, outet sich als Briefmarkensammler und freut sich, wie sicher es im Wedding ist:

Also, die Lage ist folgendermaßen: Ich sitze am Küchentisch in meiner Sprengelkiez-Wohnung und sortiere die Briefmarkensammlung. Draußen im Treppenhaus ist noch immer Radau. Vier Polizeibeamte drängen sich um die Tür meines Nachbarn. Das hab ich vor fünf Minuten durch den Spion beobachtet. Einer der Polizisten bollert mit einer Art Rammbock gegen das Holz unterhalb des Türschlosses, wieder und wieder. Ich nehme an, dass mein Nachbar seinen Schlüssel verlegt hat. Die freundlichen Beamten wollen ihm wohl nur behilflich sein.

Inmitten der verstrahlten Bohemiens vom Leopoldplatz

Statue "Betender Junge" und das Kaufhaus

Poet, Slamer, Dichter und Gastautor beim Weddingweiser Clint Lukas fühlt sich wohl am Leopoldplatz:

„Als ich früher im Brunnenviertel gewohnt habe, bin ich immer nur wegen des Bürgeramts zum Leopoldplatz gefahren. Ich weiß noch, wie ich aus der U-Bahn kam und sie da stehen sah, zwischen BURGER KING und der Haltestelle des 120er Busses: Arbeiter ohne Arbeit, Sprittis, Junkies, alle keine Kinder von Traurigkeit. Und ich dachte jedes Mal, Herrgottsakra, hier muss ich wirklich nicht wohnen. Inzwischen wohne ich hier und bin täglich am Leo.

Clint Lukas ist der letzte der Cowboys

Nie wieder Frieden. Buch von Clint Lukas. Grafik Verlag Periplaneta.
„Nie wieder Frieden“. Buch von Clint Lukas. Grafik: Verlag Periplaneta

Clint Lukas kann gut schreiben. Clint Lukas kann auf der Lesebühne gut seine Texte vorlesen. Clint Lukas kann gut zeichnen. Die Zeichnungen entdeckt man nicht, wenn er mittwochs ab 21 Uhr bei den Mauerseglern liest. Die findet man in seinen Büchern. Zum Beispiel in „Nie wieder Frieden“. Erschienen ist das Buch im Frühjahr 2016 im Periplaneta-Verlag. In diesem Werk bekennt er, ein Cowboy zu sein. Wir blättern mal durch seine Texte.

Politwochen

Klaus Lederer (Die Linke) und Volker Surmann bei den Politwochen der Brauseboys. Foto Andrei Schnell.
Klaus Lederer (Die Linke) und Volker Surmann bei den Politwochen der Brauseboys. Foto Andrei Schnell.

Für die Brauseboys ist es die dritte Wahl, bei der sie Politwochen auf der Lesebühne veranstalten. Und auch ihr erster Gast in diesem Jahr, Klaus Lederer (Linke), stand schon einmal im La Luz auf der Bühne. Unterhaltung und Politik bringen die Politwochen zusammen. Oder stellen zumindest beides nebeneinander. Beim Auftakt der diesjährigen Reihe am 25. August hat sich das Publikum amüsiert, Klaus Lederer war schlagfertig und es gab Neuigkeiten zu erfahren.