Die offene Kneipe – Brauseboys am Donnerstag (4.6.) im Livestream

Die offene Kneipe (von Frank Sorge)

Es ist nachvollziehbar, dass Kneipenwirte fordern, die Kneipen zu öffnen, wenn die schon geöffneten Gaststätten als Kneipe genutzt werden, weil keine Kneipen geöffnet sind. Intuitiv ist jedoch einzusehen, dass drei Halbe einen Menschen unvorsichtiger machen als ein Nackensteak oder ein Teller Bratkartoffeln. Trinke ich aber zum Essen drei Halbe, oder zur Brotsuppe fünf, ist das dann anders, als wenn ich zu Hause koche und dann in die Kneipe gehe? Es ist kompliziert, ich kenne das hier zu Hause, warum darf der das und ich nicht? Am Ende wirft dann jemand ein Spielzeugauto mir an den Kopf, für den im Moment eigentlich noch gar nichts so richtig öffnen müsste. Na gut, außer der Kita vielleicht, wegen der Kopfschmerzen.

Irrtümer über Livestreams: Brauseboys im Himmelfahrtsstrom (21.5.)

Als vor vielen Wochen der Lockdown begann, war an eine Lesebühne kaum zu denken. Wie sollte das gehen, wenn keiner irgendwo hingehen kann? Es lag zwar nahe, ersatzweise etwas im Internet zu machen, mindestens musste dort ja das Ausfallen verkündet werden. Aber Lesebühnen fallen meist nicht so gerne aus, umso mehr, wenn sie z.B. zwanzig Jahre immer wöchentlich stattgefunden haben – ob Heiligabend, EM, Sturm oder sonstwas war. Jetzt ein Virus, na gut, kann man sich alles nicht ausdenken.  Zum zehnten Stream der Brauseboys versucht Frank Sorge ein paar Irrtümer aufzuklären.

Österlicher Moment: Brauseboys am 23.4. im Livestream

Österlicher Moment Es gibt diese Religionen ja nicht erst seit gestern, deshalb sind sie oft gar nicht so von gestern. Ich meine aber nicht Godspots und Online-Predigten, das päpstliche Schauspiel im Livestream, oder dergleichen. Ich stelle es fest, als wir hinter der Kirche mit den Kindern Eier suchen, und zum Feiertag die Orgel spielt. Durch die geöffneten Seitenfenster dringt die Musik nach draußen, einige Menschen sitzen mit Abstand in der Nähe im Hinterhof, um zu lauschen. Ein Lied kennen alle, oder es wurden ein paar Zettel verteilt, jedenfalls singen viele kräftig mit. Das klingt sehr schön.

Brauseboys-Livestream am Donnerstag (16.4.): Alles wird besser

Eine Rolle hätten wir noch

Immer besser. Unser Klopapier geht zur Neige, ich schlage den Kindern vor, sie könnten doch wieder Windeln benutzen. Die gäbe es noch. Sie schütteln heftig den Kopf, auf keinen Fall, ich bin sehr beruhigt. Diverse Male waren wir einkaufen, aber blieben glücklos. Man müsste extra dafür losziehen, nur für Klopapier, aber auf eine solche Aventiure pfeife ich – die Würde des Menschen ist abwischbar – und das hat man dann davon. Eine Rolle haben wir  vor Ostern noch, die allerletzte Reserve. Am Donnerstag war ich bei der Privatbrauerei Eschenbräu, wo man bei Erwerb eines kleinen Bierfasses eine Rolle mitbekommt. Die werden für Gäste vor Ort im Moment nicht benötigt und sind ein kleiner Anreiz.

Grün, grüner, Gründonnerstag! Brauseboys-Livestream am 9.4.

Spargel Foto: Hensel
Bis Johanni nicht vergessen: sieben Wochen Spargel essen. Foto: Hensel

Schreiben ist nicht so leicht im Moment, denn eigentlich gibt es nur ein Thema: Spargel. Werden wir überhaupt welchen haben, wird der Preis in die Höhe schießen, wer muss jetzt den Spargel stechen, welcher Spargel sind wir selbst, und wie viele? Studierende mit verspätetem Semester, auftrittslose Kleinkünstler, es wurde schon mancher vorgeschoben in der Art: „Die haben doch jetzt Zeit“. Aber die Spargelhöfe wollen gar keine auftrittslosen Kleinkünstler, ich kann mir eigentlich auch keinen Kleinkunstkollegen vorstellen, den ich an meinen Spargel lassen würde.

Brauseboys streamen wieder am 2.4.: Von Bier und Broten

Bierflasche Eschenbräu Takeaway
(C) Tilman Vogler

Isolation ist natürlich das falsche Wort, wenn alle immer zu Hause sind. Länger schon hatte ich, mal so für die nähere Zukunft, Ausschau nach einer möglichst nahen Bürofläche gehalten. Eigentlich nur einer Dachkammer oder einem sonst irgendwie nutzlosen Raum, der nicht viel kostet, aber zum Schreiben taugt. Wenig Illusionen machte ich mir darüber, dass es so etwas überhaupt noch gibt, nicht in Laufweite und nicht bezahlbar für mich, also suchte ich nicht mit Nachdruck. Jetzt denke ich nur: Hätteste ruhig mal genauer gucken können. Wer schreibt, braucht in der Regel dafür Ruhe und Isolation, an den Kopf geworfene Kuscheltiere von ungeduldigen Kindern sind da eher nicht mitgemeint.