Staatsfeind Kurt Steffelbauer

Cover des Buches „Kurt Steffelbauer. Ein Berliner Lehrer im Widerstand“. Gestaltung Walter Frey Verlag

Heidrun Joop hat die Lebensgeschichte des Weddinger Lehrers Kurt Steffelbauer recherchiert und in ein Buch gebracht. Als Widerstandskämpfer wurde er 1941 vom NS-Regime zum Tode verurteilt. Ein Buch, das einen genauen Einblick in einen Verbrecherstaat ermöglicht. Im gerade veröffentlichten vierten Teil der von Walter Frey herausgegebenen Reihe Wedding-Bücher werden NS-Schreibtischmörder beim Namen genannt.

Nette Geste. Der Bundespräsident im Wedding

Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Gespräch mit Menschen aus dem Soldiner Kiez. Foto Andrei Schnell

Ein Bundespräsident hat nur sehr wenig zu entscheiden. Seit Tun besteht darin, bedeutungsvoll zu tun, die passende Geste zu verwenden. Am 15. Juni kam Frank-Walter Steinmeier zur Stippvisite in den Wedding. Hier die persönlichen, nicht-repräsentativen Beobachtungen zur Bedeutung eines Staatsbesuchs in einem gescheitertem Staatsteil.

Unterhaltsame Geschichte des Vergnügens

Historisches Foto fürs Geschichtscafé
Atrraktion Shimmytreppe um 1904. Was das für ein Spaß war, erklärt das Geschichtscafé. Foto gemeinfrei.

Bei einem Geschichtscafé am 14. Juni geht es um Vergnügen vor 100 Jahren im Wedding. Anno erzählt führt durch das Brunnenviertel, zeigt alte Fotos und lädt ein, alte Spiele auszuprobieren. Treff ist um 18 Uhr am U-Bahnhof Bernauer Straße. „Vergnügen zwischen Kino, Schwof und Rummel“ nennt Anno erzählt die Veranstaltung über Vergnügen im alten Arbeiterbezirk.

Deutsche Wohnen: Wandbild ja, Heizung nein

Wandbild
Deutsche Wohnen bemalt Haus mit Wandbild in der Stralsunder Straße. Foto: Andrei Schnell

Mieter der Deutschen Wohnen sind empört. Seit über zehn Tagen sitzen in der Stralsunder Straße 34 a im Brunnenviertel einige Mieter in kalten Wohnungen. Die Reparatur eines Heizungsrohres zieht sich hin. Flinker war die Vermieterin mit der Bemalung der Fassade. Außen hui und innen pfui, denken die Mieter nun.

69. Berlinale in der neuen Betonhalle im silent green Kulturquartier

69. Berlinale 2019, Antikino im silent green Kulturquartier, Foto von M.Fanke
69. Berlinale 2019, Antikino im silent green Kulturquartier, Foto von M.Fanke

Wer die Berlinale ohne Anstehen und feste Vorstellungszeiten besuchen möchte, der kann noch bis zum 17. Februar bzw. 9. März in der fertiggestellten Betonhalle des silent green Kulturquartier, Gerichtstr. 35, das 14. Forum Expanded: ANTIKINO (THE SIREN’S ECHO CHAMBER) genießen. Die Ausstellung und das Screening im Rahmen der 69. Berlinale bereichern die Kulturwelt des Weddings.

Navi an die Ostsee: Tipps für die Fahrt

Die Ostsee ist in Europa das „nördliche Mittelmeer“. Vom Wedding aus ist es zwar nicht gerade nur ein Katzensprung , die Küste liegt aber auch keine halbe Weltreise entfernt. Für manch einen hat die „Badewanne der Berliner“ auch im Winter ein Wochenende lang ihren Reiz, andere buchen jetzt ihren Sommerurlaub. Hier zeigen wir euch Wege und Alternativwege ans Meer.

Ein Leben als Fremde: Walli Nagels Erinnerungen

Walli Nagel
Cover des zweiten Bandes der Reihe Wedding-Bücher. Cover: Walter Frey Verlag

Als Walli Nagel 1925, frisch verheiratet mit dem berühmten Maler Otto Nagel, aus der Sowjetunion in den Wedding kam, war „ich etwas Neues, noch nie zuvor Gesehenes“. Ihre Erinnerungen beschreiben ein Leben als Fremde in der Fremde. Der Rückblick auf ihr Leben (erstmals erschienen 1981) heißt „Das darfst du nicht“. Es ist nun im Walter Frey Verlag in der Reihe „Weddinger Bücher“ neu herausgekommen. 

Wedding als Metapher für Nahost / Buchkritik

Buchcover
Cover des Buches „Der neu-deutsche Antisemit“. Grafik: Hentrich-Hentrich-Verlag

Nein, mit der Laubsäge puzzelt Arye Sharuz Shalicar nicht am Brett vor dem Kopf seiner Leser herum – er wirft die benzingetriebene Kettensäge an. Sein Buch „Der neu-deutsche Antisemit – Gehören Juden heute zu Deutschland?“ ist nicht für das abwägende Seminar gedacht. Es dient der schnellen Diskussion auf der Straße, in der U-Bahn oder im Büro. Für diesen Zweck sind die provokanten Behauptungen, knappen Argumente und kurzen Zusammenhänge grob geschnitzt. Ein Buch, wie wenn einer mit der Faust auf den Holztisch schlägt, dass es nur so kracht.