Superwahljahr:
Drei Fragen, drei Tweets: Jahrhundertaufgaben

Viertes Interview zum Bundestagswahlkampf im Tweet-Format. Dieses Mal: wie umgehen mit den anstehenden Jahrhundertproblemen.

Vier Direktkandidaten Bundestagswahl mitte

Kie­sel las­sen sich bei­sei­te wischen, Stei­ne kön­nen fort­ge­räumt wer­den – doch was ist, wenn Fel­sen den Weg ver­sper­ren? Man­che Pro­ble­me sind so groß, dass sie Zeit und Mühen brau­chen, um gelöst zu wer­den. Zu sol­chen Pro­ble­men zäh­len die Jahr­hun­dert­auf­ga­ben. In der vier­ten Run­de unse­rer monat­li­chen Rei­he zum Bun­des­tags­wahl­kampf 2021 fra­gen wir die vier Direkt­kan­di­da­ten in Mit­te: Was sehen Sie als Größt­pro­jekt an? (Span­nend auch die Ant­wor­ten der ers­tenzwei­ten und drit­ten Runde.)

1. Aus Kli­ma­wan­del wird Kli­ma­ka­ta­stro­phe – auf was kann beim Umbau unse­res bis­he­ri­gen Lebens noch Rück­sicht genom­men werden?

Anni­ka Klo­se (SPD): Das ist die fal­sche Fra­ge: Die Kli­ma­er­hit­zung wer­den wir nicht durch indi­vi­du­el­len Ver­zicht auf­hal­ten. Wir müs­sen als Gesell­schaft han­deln. Wir müs­sen auf die Rück­sicht neh­men, die es jetzt schon schwer haben. Kli­ma­schutz wird nur mit und sozia­len Aus­gleich gelin­gen. (266 Zeichen)

Mar­tin Nei­se (Lin­ke): Für die Kata­stro­phe sind die Rei­chen und Kon­zer­ne haupt­ver­ant­wort­lich. Auf die neh­men wir kei­ne Rück­sicht. Lin­kes Kli­ma­job­pro­gramm bringt 1 Mio. guter Jobs mit Demo­kra­tie am Arbeits­platz. Damit sich nie­mand zwi­schen dem Ende der Welt und dem Ende des Monats ent­schei­den muss. (275 Zeichen)

Otti­lie Klein (CDU): Jeder kann einen Teil dazu bei­tra­gen, die per­sön­li­che CO2-Bilanz zu ver­bes­sern. Wich­tig ist aber v.a., dass wir mit Inno­va­ti­on & Ent­wick­lung zum kli­ma­neu­tra­len Indus­trie­land wer­den. Denn nur wenn Kli­ma­schutz wett­be­werbs­fä­hig ist, wer­den ande­re Län­der nach­zie­hen. (262 Zeichen)

Han­na Stein­mül­ler (Grü­ne): Unse­re Auf­ga­be ist die Trans­for­ma­ti­on zur Kli­ma­neu­tra­li­tät, damit wir zukünf­ti­gen Genera­tio­nen eine lebens­wer­te Erde hin­ter­las­sen. Das wird tief­grei­fen­de Ver­än­de­run­gen erfor­dern – aber wir Grü­ne haben Kon­zep­te, um sie sozi­al aus­zu­ge­stal­ten. (239 Zeichen)

2. Die Schul­den der deut­schen Ein­heit sind nach 30 Jah­ren noch nicht abbe­zahlt, nun kom­men Schul­den in schwer vor­stell­ba­rer Höhe durch die Coro­na­kri­se oben­drauf. Wer wird bezah­len? Mit Geld und mit gekürz­ten Leistungen?

Anni­ka Klo­se (SPD): Der­zeit bekom­men wir bei Staats­an­lei­hen nega­ti­ve Zin­sen: Es lohnt sich jetzt zu inves­tie­ren, statt zu spa­ren. Auf kei­nen Fall dür­fen wir Sozi­al­leis­tun­gen kür­zen! Dann rede ich lie­ber über eine ordent­li­che Ver­mö­gens­steu­er. Die Ver­mö­gen der Super­rei­chen sind in der Kri­se gewach­sen. (280 Zeichen)

Mar­tin Nei­se (Lin­ke): In der Pan­de­mie wur­den die gro­ßen Unter­neh­men mit Mil­li­ar­den vom Staat gestützt. Dafür darf weder der Kin­der­gärt­ner und schon gar nicht die Rent­ne­rin ble­chen. Die Rei­chen sol­len sich end­lich an unse­rem Gemein­we­sen betei­li­gen. Des­halb: Ver­mö­gens­ab­ga­be statt Kür­zungs­ham­mer. (272 Zeichen)

Otti­lie Klein (CDU): Die CDU steht für eine ver­ant­wor­tungs­vol­le Finanz­po­li­tik. Im kom­men­den Jahr­zehnt wird es dar­um gehen, im Sin­ne der nächs­ten Genera­ti­on zu haus­hal­ten & wich­ti­ge Inves­ti­tio­nen in Kli­ma­schutz, For­schung & Digi­ta­li­sie­rung zu täti­gen. (229 Zeichen)

Han­na Stein­mül­ler (Grü­ne): Die Schul­den­brem­se muss refor­miert wer­den. Wir müs­sen auch in der Kri­se ziel­ge­rich­tet inves­tie­ren kön­nen: In Bil­dung, Maß­nah­men gegen die Kli­ma­kri­se und somit in Genera­tio­nen­ge­rech­tig­keit. Kli­ma­schäd­li­che Sub­ven­tio­nen abzu­bau­en wäre eine Teil­fi­nan­zie­rung. (255 Zeichen)

3. Was sind aus Ihrer Sicht wei­te­re anste­hen­de Jahrhundertaufgaben?

Anni­ka Klo­se (SPD): Sozia­le Gerech­tig­keit! Und das fängt bei guter Arbeit an. Das Ziel muss sein: Arbeit für die Beschäf­tig­ten zu orga­ni­sie­ren: Also Gehalt, Mit­be­stim­mung und Arbeits­zeit mit denen jede*r gut leben kann. Und das schon ab der Aus­bil­dung und bis zum Ren­ten­ein­tritt. (259 Zeichen)

Mar­tin Nei­se (Lin­ke): Steht gera­de nicht so im Ram­pen­licht, wird aber ent­schei­dend sein für die nächs­ten Jahr­zehn­te: die Erfor­schung und Ver­fü­gung über Künst­li­che Intel­li­genz. Hier stellt sich die Fra­ge: Über­wa­chungs­ka­pi­ta­lis­mus oder eine KI, die den Men­schen dient? (245 Zeichen)

Otti­lie Klein (CDU): Die Digi­ta­li­sie­rung und der demo­gra­phi­sche Wan­del sind Quer­schnitts­the­men, die bei allen poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen stär­ker mit­ge­dacht wer­den müs­sen. Ziel ist es, unse­re Sozi­al­sys­te­me & unse­ren gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt zu sichern. (237 Zeichen)

Han­na Stein­mül­ler (Grü­ne): Die För­de­rung von guten Lebens­be­din­gun­gen für alle Kin­der ist für mich eine Jahr­hun­dert­auf­ga­be. In Deutsch­land und welt­weit. Ich möch­te Kin­der­ar­mut bekämp­fen und dafür sor­gen, dass sich alle Kin­der frei ent­fal­ten kön­nen. Das hat posi­ti­ve Aus­wir­kun­gen für alle in der Gesell­schaft. (280 Zeichen)


Über diese Reihe

Hier geht es zu Twit­ter­ka­nä­len von Anni­ka Klo­seMar­tin Nei­seOtti­lie Klein und Han­na Stein­mül­ler. Links zu mehr Social Net­wor­king der Direkt­kan­di­da­ten ste­hen im Bei­trag: Wer tritt an im Wed­ding. Und hier geht es zu den Web­sei­ten von Anni­ka Klo­seMar­tin Nei­seOtti­lie Klein und Han­na Stein­mül­ler.

Die Rei­hen­fol­ge der vier Kan­di­da­ten von SPD, Lin­ke, CDU, Grü­ne in die­sem Bei­trag ergibt sich aus dem Ergeb­nis bei den Erst­stim­men der Bun­des­tags­wahl 2017 im Bezirk Mit­te. Damals hol­te Eva Högl 23,5 Pro­zent, Ste­phan Rau­hut 20,5 Pro­zent, Frank Hen­kel 18,6 Pro­zent und Özcan Mut­lu 18,0 Prozent.

Du willst die vier auch etwas fra­gen? Schrei­be Dei­ne Fra­gen in die Kom­men­ta­re oder uns per Mail.

In die­ser Serie stel­len wir den vier aus­sichts­rei­chen Direkt­kan­di­da­ten im Wahl­kreis Mit­te ein­mal im Monat drei Fra­gen. Für ihre Ant­wor­ten haben sie maxi­mal 280 Zei­chen. Aus der Zei­chen­be­gren­zung lei­tet sich der Name der Rei­he ab: drei Fra­gen, drei Tweets. Hier geht es zu Run­de 1, Run­de 2 und Rund 3.

Außerdem

Noch mehr Wahl: Unser fort­lau­fend aktua­li­sier­ter Bei­trag zur Bun­des­tags­wahl, zur Ber­lin­wahl und zur BVV-Wahl (ent­schei­dend für den Bezirksbürgermeister).

Wei­te­re Infos zur Wahl in unse­ren mit­wach­sen­den Arti­keln “Wer tritt an” – Bun­des­tagBer­lin­wahlBür­ger­meis­ter im Bezirk. Und wie war das noch mal ganz grund­sätz­lich mit Wah­len und so? Ers­te Ant­wor­ten ste­hen in unsern FAQ. Ver­misst du hier eine Fra­ge, dann stel­le sie uns und wir recher­chie­ren für dich die Antwort.

Andrei Schnell

Man hat mir versichert, es gäbe keine Vorschrift zu gendern und ich sei in dieser Frage frei, nicht wahr? Mein Hintergrund ist ostdeutsch, das beruht auf Erlebnissen. Politik sehe ich mir an wie den Sport. Wenn ich ein Buch lese, möchte ich es gleich besprechen. Ich mag Geschichten und Geschichte. Mister Gum möchte ich noch erwähnen.

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