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Superwahljahr:
Drei Fragen, drei Tweets: Die Politik

Dritte Runde der Interviewreihe im Tweet-Format. Dieses Mal: Was ist Ihnen politisch am wichtigsten?

Manch ein Bür­ger wählt einen Poli­ti­ker wegen des­sen schö­nem Pro­fil­bild; ande­re Men­schen wäh­len Poli­ti­ker wegen ihrer Ant­wor­ten auf poli­ti­sche Fra­gen. Für letz­te­re unter den Lesern hier ein Ser­vice­bei­trag: In der drit­ten Run­de unse­rer monat­li­chen Rei­he zum Bun­des­tags­wahl­kampf 2021 fra­gen wir die vier Direkt­kan­di­da­ten in Mit­te: Was ist Ihnen poli­tisch am wich­tigs­ten? (Wer den Anfang ver­passt hat, geht hier zurück zur ers­ten  und zur zwei­ten Run­de.)

1. Was wird in den nächs­ten Jah­ren das drän­gends­te Pro­blem sein und wie soll­te es gelöst werden?

Anni­ka Klo­se (SPD): Eine sozi­al gerech­te Kli­ma­po­li­tik: Die Kos­ten dür­fen nicht ein­fach auf die Bürger*innen abge­la­den wer­den. Bei­spiels­wei­se muss ein CO2-Preis mit einem Pro-Kopf-Bonus ver­bun­den sein. So haben die, die kli­ma­freund­lich leben, am Ende sogar mehr Geld in der Tasche und nicht weni­ger. (278 Zeichen)

Mar­tin Nei­se (Lin­ke): Schlech­te Arbeit und Kli­ma­wan­del müs­sen wir gleich­zei­tig bekämp­fen. Die Rei­chen wol­len das nicht. Des­halb: tief­grei­fen­der Umbau der Wirt­schaft mit öffent­li­chen Inves­ti­tio­nen in sau­be­re Ener­gie, Schie­ne, Gebäu­de und Indus­trie. Das muss mit Demo­kra­tie am Arbeits­platz zusam­men­ge­hen. (280 Zeichen)

Otti­lie Klein (CDU): In Mit­te sind die Pro­ble­me unter­schied­lich. An gefährl Orten ist mehr Sicher­heit wich­tig, in vie­len Kiezen geht es um bezahl­ba­res Woh­nen, Arbeits­su­chen­de möch­ten sich & ihrer Fami­lie eine Per­spek­ti­ve bie­ten & Eltern wün­schen sich für ihre Kin­der eine gute Bil­dung. Viel zu tun! 💪 (280 Zeichen)

Han­na Stein­mül­ler (Grü­ne): Die Kli­ma­kri­se wird sich in den nächs­ten Jah­ren wei­ter ver­schär­fen und für mich steht die Bewah­rung unse­res Pla­ne­ten auf Prio 1. Wir brau­chen kon­se­quen­ten Kli­ma­schutz, aber auch Kli­ma­an­pas­sun­gen. Dazu gehört mehr Grün und Was­ser in Mit­te, die für Abküh­lung sor­gen. (269 Zeichen)

2. In wel­chen Aus­schuss des Bun­des­ta­ges wür­den Sie gern gehen und wel­ches The­ma wür­de Sie dort immer wie­der ansprechen?

Anni­ka Klo­se (SPD): Ich habe beim Deut­schen Gewerk­schafts­bund gear­bei­tet und ich möch­te auch wei­ter­hin die all­täg­li­chen Belan­ge der Bürger*innen ver­bes­sern und Hartz IV abschaf­fen: Ganz klar, der Aus­schuss für Arbeit und Sozia­les! Das ist der Kern­aus­schuss für unser gesell­schaft­li­ches Zusam­men­le­ben. (280 Zeichen)

Mar­tin Nei­se (Lin­ke): In den Wirt­schafts­aus­schuss. Wir müs­sen eine neue kli­ma­ge­rech­te Wirt­schaft aus dem Boden stamp­fen. Der Markt regelt da nix. Inves­ti­tio­nen gehen nur an Unter­neh­men, die sozia­le und öko­lo­gi­sche Stan­dards erfül­len. Demo­kra­ti­sche Unter­neh­men wie Genos­sen­schaf­ten wer­den bevor­zugt. (276 Zeichen)

Otti­lie Klein (CDU): So viel­fäl­tig Mit­te ist, so divers sind die Aus­schüs­se, in denen für den Wahl­kreis gear­bei­tet wer­den kann: Bau­en & Woh­nen, Wirt­schaft, Digi­ta­le Agen­da, For­schung & Kul­tur. Im Bereich Finan­zen, wo ich mich gut aus­ken­ne, wären Sus­tainab­le Finan­ce & Digi­ta­ler Euro Zukunfts­the­men. (277 Zeichen)

Han­na Stein­mül­ler (Grü­ne): Ich will für die Teil­ha­be aller Men­schen kämp­fen. Dazu gehört der Kampf gegen Kin­der­ar­mut (Aus­schuss für Arbeit und Sozia­les) und der radi­ka­le Umbau unse­rer Städ­te, damit sie Lebens­qua­li­tät für alle statt nur für eini­ge bie­ten. (Aus­schuss für Stadt­ent­wick­lung und Woh­nen) (271 Zeichen)

3. Wel­chen Satz wür­den Sie auf jeden Fall in Ihrer ers­ten Bun­des­tags­re­de einbauen?

Anni­ka Klo­se (SPD): Es kommt natür­lich ganz aus das The­ma drauf an. Lee­re reden über­las­se ich ande­ren. Ich möch­te aus Über­zeu­gung spre­chen. Aber es könn­te etwas sein wie: Wohn­raum darf kei­ne Ware sein, son­dern ist ein Grund­recht. Daher beschlie­ßen wir heu­te einen bun­des­wei­ten Mie­ten­stopp! (269 Zeichen)

Mar­tin Nei­se (Lin­ke): Deutsch­land hat nun end­lich eine Regie­rung, die die Mehr­heit der Bevöl­ke­rung in den Mit­tel­punkt stellt und nicht die Eli­ten. (124 Zeichen)

Otti­lie Klein (CDU): Ganz klar: I 🧡 Mit­te. (21 Zeichen)

Han­na Stein­mül­ler (Grü­ne): „Kli­ma­schutz und Sozi­al­po­li­tik sind zwei Sei­ten der glei­chen Medail­le. Nur wenn wir bei­des zusam­men­den­ken und für bei­des gleich­zei­tig kämp­fen, haben wir eine Chan­ce gegen die Kli­ma­kri­se.“ (187 Zeichen)


Über diese Reihe

Hier geht es zu Twit­ter­ka­nä­len von Anni­ka Klo­seMar­tin Nei­seOtti­lie Klein und Han­na Stein­mül­ler. Links zu mehr Social Net­wor­king der Direkt­kan­di­da­ten ste­hen im Bei­trag: Wer tritt an im Wed­ding. Und hier geht es zu den Web­sei­ten von Anni­ka Klo­seMar­tin Nei­seOtti­lie KleinHan­na Stein­mül­ler.

Die Rei­hen­fol­ge der vier Kan­di­da­ten von SPD, Lin­ke, CDU, Grü­ne in die­sem Bei­trag ergibt sich aus dem Ergeb­nis bei den Erst­stim­men der Bun­des­tags­wahl 2017 im Bezirk Mit­te. Damals hol­te Eva Högl 23,5 Pro­zent, Ste­phan Rau­hut 20,5 Pro­zent, Frank Hen­kel 18,6 Pro­zent und Özcan Mut­lu 18,0 Prozent.

Du willst die vier auch etwas fra­gen? Schrei­be Dei­ne Fra­gen in die Kom­men­ta­re oder uns per Mail.

In die­ser Serie stel­len wir den vier aus­sichts­rei­chen Direkt­kan­di­da­ten im Wahl­kreis Mit­te ein­mal im Monat drei Fra­gen. Für ihre Ant­wor­ten haben sie maxi­mal 280 Zei­chen. Aus der Zei­chen­be­gren­zung lei­tet sich der Name der Rei­he ab: drei Fra­gen, drei Tweets. In der ers­ten Run­de stell­ten sich die vier Kan­di­da­ten per­sön­lich vor.

Außerdem

Noch mehr Wahl: Unser fort­lau­fend aktua­li­sier­ter Bei­trag zur Bun­des­tags­wahl, zur Ber­lin­wahl und zur BVV-Wahl (ent­schei­dend für den Bezirksbürgermeister).

Wei­te­re Infos zur Wahl in unse­ren mit­wach­sen­den Arti­keln “Wer tritt an” – Bun­des­tagBer­lin­wahlBür­ger­meis­ter im Bezirk. Und wie war das noch mal ganz grund­sätz­lich mit Wah­len und so? Ers­te Ant­wor­ten ste­hen in unsern FAQ. Ver­misst du hier eine Fra­ge, dann stel­le sie uns und wir recher­chie­ren für dich die Antwort.

Andrei Schnell

Man hat mir versichert, es gäbe keine Vorschrift zu gendern und ich sei in dieser Frage frei, nicht wahr? Mein Hintergrund ist ostdeutsch, das beruht auf Erlebnissen. Politik sehe ich mir an wie den Sport. Wenn ich ein Buch lese, möchte ich es gleich besprechen. Ich mag Geschichten und Geschichte. Mister Gum möchte ich noch erwähnen.

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