Superwahljahr:
Drei Fragen, drei Tweets: Weg in die Politik

Zweite Runde der Interviewreihe im Tweet-Format. Dieses Mal: Wie war Ihr Weg in die Politik?

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vier Direktkandidaten
Tre­ten gegen­ein­an­der an: Anni­ka Klo­se (SPD), Mar­tin Nei­se (Lin­ke), Otti­lie Klein (CDU) und Han­na Stein­mül­ler (Grü­ne). Foto­rech­te im Bild genannt.

Es gibt ein Leben neben der Poli­tik, aber es gibt eben auch ein Leben in und mit der Poli­tik – gera­de für die Direkt­kan­di­da­ten, die Chan­cen haben, den Wahl­krei­se Mit­te zu gewin­nen. Hier Run­de zwei unse­rer monat­li­chen Rei­he zum Bun­des­tags­wahl­kampf 2021. (Und wer es ver­passt hat, geht hier zurück zur ers­ten Run­de.)

1. Sind Sie zur Politik gekommen oder ist diese zu Ihnen gekommen? Wie fing alles an?

Anni­ka Klo­se (SPD): In der Schu­le habe ich ange­fan­gen „Poli­tik“ zu machen. Poli­tik fin­det sich nicht nur in einer Par­tei, son­dern über­all, wo Ent­schei­dun­gen getrof­fen wer­den. Mich haben die Unge­rech­tig­kei­ten im Bil­dungs­sys­tem gestört. Es gab das drei­glied­ri­ge Schul­sys­tem, das fand ich enorm unfair. (279 Zeichen)

Otti­lie Klein (CDU): Die Poli­tik muss­te bei mir etwas war­ten. Genau­er gesagt bis zur Abga­be der Dok­tor­ar­beit. Da ich finan­zi­ell auf eige­nen Bei­nen ste­he seit ich 17 bin, kam für mich – neben Aus­bil­dung und Jobs – ein poli­ti­sches Enga­ge­ment lan­ge nicht infra­ge. Poli­tisch war ich aber schon immer. (269 Zeichen)

Mar­tin Nei­se (Lin­ke): Base­ball­schlä­ger­jah­re und #Treu­hand­ver­bre­chen poli­ti­sie­ren früh. Muham­mad Ali fand ich toll. Dar­über auf die Auto­bio­gra­fie von Mal­colm X gesto­ßen. Was für Typen! So mutig woll­te ich sein, wenn ich groß bin. 😊 Dann das Mani­fest vom ollen Karl gele­sen. Da war‘s um mich gesche­hen. (278 Zeichen)

Han­na Stein­mül­ler (Grü­ne): Ich war schon immer poli­tisch, in der Jugend in Eine-Welt und Umwelt­in­itia­ti­ven aktiv. Irgend­wann woll­te ich nicht nur Sym­pto­me lin­dern, son­dern die Regeln und Struk­tu­ren mit­ge­stal­ten. Im Euro­pa­wahl­kampf 2014 bin ich zu Bünd­nis 90/ Die Grü­nen gekom­men und ger­ne geblie­ben. (273 Zeichen) 

2. In Deutschland gibt es mehr als eine Partei. Warum wählten Sie die Ihrige Partei aus?

Anni­ka Klo­se (SPD): Mei­ne Oma hat mich früh mit zur AWO genom­men. Hier habe ich gelernt, auf­ein­an­der zu ach­ten – ins­be­son­de­re auf jene, denen es auf­grund ver­schie­de­ner Grün­de schlech­ter geht und die auf Unter­stüt­zung ange­wie­sen sind. Bei der Sozi­al­de­mo­kra­tie ist man genau für die­se Men­schen da. (275 Zeichen)

Mar­tin Nei­se (Lin­ke): Als Sozia­list gibt’s nicht so viel Aus­wahl. Die Grü­nen legen sich nicht mit den Mäch­ti­gen an. Bei Ein­tritt in die Par­tei von Bon­zen­kanz­ler Schrö­der hät­te mei­ne Fami­lie gesagt: Tickst du noch ganz rich­tig? Und dann braucht es Visio­nen vom bes­se­ren Leben. Daher DIE LINKE. (270 Zeichen)

Otti­lie Klein (CDU): Die CDU ist poli­ti­sche Mit­te, sie ver­bin­det die Frei­heits­lie­be mit wirt­schaft­li­cher Ver­nunft & sozia­ler Ver­ant­wor­tung. Bei uns steht der Mensch im Mit­tel­punkt, nicht die Ideo­lo­gie. Oder um es mit Kon­rad Ade­nau­er zu sagen: Wir neh­men die Men­schen wie sie sind, ande­re gibt’s nicht. (280 Zeichen)

Han­na Stein­mül­ler (Grü­ne): Bünd­nis 90/Die Grü­nen den­ken als ein­zi­ge Kli­ma­schutz und sozia­le Gerech­tig­keit zusam­men. Außer­dem sind wir euro­pä­isch und femi­nis­tisch. Für mich gibt es nur eine Par­tei, die all das wirk­lich zusam­men­bringt. Des­we­gen bin ich auch nach 6 Jah­ren über­zeugt, hier rich­tig zu sein. (275 Zeichen)

3. Welche Ihrer bisherigen politischen Stationen war für Sie am interessantesten?

Anni­ka Klo­se (SPD): Der Juso-Lan­des­vor­sitz! Fünf Jah­re lang durf­te ich als Vor­sit­zen­de der Jusos Ber­lin jun­gen Men­schen einen poli­ti­schen Kom­pass ver­mit­teln. Wir waren für gesell­schaft­li­che Ver­än­de­rung sicht­bar und haben gleich­zei­tig in Par­tei und Par­la­ment Ver­bes­se­run­gen aktiv umge­setzt! (269 Zeichen)

Mar­tin Nei­se (Lin­ke): Ich habe vie­le Pro­jek­te mit latein­ame­ri­ka­ni­schen Künst­lern, Arbei­te­rin­nen und Akti­vis­ten gemacht. Die­se Leu­te haben mir immer impo­niert. Machen Poli­tik oft unter schwie­rigs­ten Bedin­gun­gen. Manch­mal unter Lebens­ge­fahr. Von ihnen sehr viel gelernt, was mich heu­te trägt. (268 Zeichen)

Otti­lie Klein (CDU): Die Bun­des­tags­kan­di­da­tur in Mit­te ist für mich die mit Abstand inter­es­san­tes­te poli­ti­sche Auf­ga­be bis­lang. Sie erlaubt mir, mit unter­schied­lichs­ten Men­schen in den Aus­tausch zu tre­ten und an Lösun­gen für die Fra­gen & Pro­ble­me vor Ort zu arbei­ten. Was soll ich sagen: I 🧡 Mit­te. (277 Zeichen)

Han­na Stein­mül­ler (Grü­ne): Ich mag die Arbeit in der BVV (Kom­mu­nal­par­la­ment), weil sie in mei­nem Hei­mat­be­zirk für rea­le Ver­än­de­run­gen sorgt. In den Aus­schüs­sen ver­su­chen wir gemein­sam die bes­ten Lösun­gen zu fin­den, um zB die Grün­flä­chen in Mit­te zu schüt­zen oder bezahl­ba­ren Wohn­raum zu schaf­fen. (270 Zeichen)


Über diese Reihe

Hier geht es zu Twit­ter­ka­nä­len von Anni­ka Klo­se, Mar­tin Nei­se, Otti­lie Klein und Han­na Stein­mül­ler. Links zu mehr Social Net­wor­king der Direkt­kan­di­da­ten ste­hen im Bei­trag: Wer tritt an im Wed­ding. Und hier geht es zu den Web­sei­ten von Anni­ka Klo­seMar­tin Nei­seOtti­lie KleinHan­na Stein­mül­ler.

Die Rei­hen­fol­ge der vier Kan­di­da­ten von SPD, Lin­ke, CDU, Grü­ne in die­sem Bei­trag ergibt sich aus dem Ergeb­nis bei den Erst­stim­men der Bun­des­tags­wahl 2017 im Bezirk Mit­te. Damals hol­te Eva Högl 23,5 Pro­zent, Ste­phan Rau­hut 20,5 Pro­zent, Frank Hen­kel 18,6 Pro­zent und Özcan Mut­lu 18,0 Prozent.

Du willst die vier auch etwas fra­gen? Schrei­be Dei­ne Fra­gen in die Kom­men­ta­re oder uns per Mail.

In die­ser Serie stel­len wir den vier aus­sichts­rei­chen Direkt­kan­di­da­ten im Wahl­kreis Mit­te ein­mal im Monat drei Fra­gen. Für ihre Ant­wor­ten haben sie maxi­mal 280 Zei­chen. Aus der Zei­chen­be­gren­zung lei­tet sich der Name der Rei­he ab: drei Fra­gen, drei Tweets. In der ers­ten Run­de stell­ten sich die vier Kan­di­da­ten per­sön­lich vor.

Außerdem

Noch mehr Wahl: Unser fort­lau­fend aktua­li­sier­ter Bei­trag zur Bun­des­tags­wahl, zur Ber­lin­wahl und zur BVV-Wahl (ent­schei­dend für den Bezirksbürgermeister).

Wei­te­re Infos zur Wahl in unse­ren mit­wach­sen­den Arti­keln “Wer tritt an” – Bun­des­tagBer­lin­wahlBür­ger­meis­ter im Bezirk. Und wie war das noch mal ganz grund­sätz­lich mit Wah­len und so? Ers­te Ant­wor­ten ste­hen in unsern FAQ. Ver­misst du hier eine Fra­ge, dann stel­le sie uns und wir recher­chie­ren für dich die Antwort.

Andrei Schnell

Man hat mir versichert, es gäbe keine Vorschrift zu gendern und ich sei in dieser Frage frei, nicht wahr? Mein Hintergrund ist ostdeutsch, das beruht auf Erlebnissen. Politik sehe ich mir an wie den Sport. Wenn ich ein Buch lese, möchte ich es gleich besprechen. Ich mag Geschichten und Geschichte. Mister Gum möchte ich noch erwähnen.

2 Comments

  1. Wäre inter­es­sant wenn die Tweets ver­linkt wären, oder zumin­dest die Twit­ter-Pro­fi­le, weil man dann nach­schau­en könn­te, was ande­re dar­auf wie­der­um get­wee­tet haben.

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