Das Wichtigste der Woche im Wedding

Osloer Straße Ecke Prinzenallee. Foto: Hensel
Osloer Straße Ecke Prinzenallee

Zwei bemerkenswerte Dinge sind in der abgelaufenen Woche passiert. Sonst hätte man wunderbar über den ersten Schnee des Winters, der uns erst Ende März ereilte und den Wedding für ein paar Minuten in ein kleines Wintermärchen verwandelt hat, schreiben können, doch in diesem Moment wirkte das Ganze wie ein schlechter Aprilscherz. Und von der Zeitumstellung auf Sommerzeit, die uns abends eine Stunde mehr Helligkeit beschert, haben wir auch nicht viel. Nur gut, dass die frostigen Temperaturen nicht gerade Lust aufs Rausgehen gemacht haben – und damit das Zuhausebleiben ein bisschen erträglicher. Hier unser nicht ganz ernst gemeinter Beitrag zum Zeitgefühl im Wedding.

Der Wedding in Zeiten von Corona (13. Woche)

Für manche, die den Wedding nur aus der Ferne be- oder (noch lieber) verurteilen, war ein Gang durch unseren quirlig-bunten Stadtteil, in dem sich Sprachfetzen aus aller Herren Länder mit einem allgemeinen Gefühl von entspanntem Schlendrian vermischen, schon der reinste Horrortrip. Nun, in Zeiten von Corona, wirken die relativ leeren Straßen, geschlossenen Geschäfte und deutlich weniger Passanten auf den Gehwegen endgültig wie eine Szenerie aus einem Science-Fiction-Film. Wer hätte einen so ruhigen Wedding noch vor 4 Wochen für möglich gehalten? Dabei schaut ganz Deutschland täglich in unseren Teil der Stadt. Schließlich befindet sich das Robert-Koch-Institut bei uns am Nordufer, von wo aus über die Nachrichtenkanäle täglich neue Zahlen vermeldet werden. Und dazu auch eine Risiko-Einschätzung, auf der die momentan so gravierenden politischen Entscheidungen basieren.

Das Wichtigste der Woche im Wedding

In der Nacht vom Sonntag auf Montag kam aus dem  Virchowklinikum die Meldung, dass der erste Patient, der in Berlin durch eine Routineuntersuchung positiv auf das Virus getestet wurde, in der dortigen Isolierstation untergebracht wurde. Die Rettungsstelle der Inneren Medizin war deswegen 24 Stunden lahmgelegt, die Mitarbeiter der betroffenen Schicht bleiben nun erst einmal zu Hause. Nun wurde auf dem Gelände des Klinikums ein eigenes Untersuchungsgebäude für Corona-Verdachtsfälle ausgewiesen, um den restlichen Betrieb nicht zu beeinträchtigen. Ansonsten haben wir ja auf dem Blog schon gesagt: Wedding, bleib gelassen wie immer!

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Der Satz fiel schon des öfteren: Wir haben einen Deckel. Aber nun ist der Mietendeckel nicht nur angekündigt, beraten, beschlossen und verabschiedet, sondern auch in Kraft. Wieder kurz die Eckdaten: Es gibt einen Mietenstopp. Die Miete des 18. Juni 2019 zählt für die nächsten 5 Jahre. Außerdem gibt es einen Deckel. Zu hohe Mieten, einsehbar in einer Tabelle, können unter Umständen gesenkt werden. Vermieter müssen bald ihren Mietern die maximale Höchstmiete mitteilen und bei Bedarf selbstständig senken. Tun sie das nicht, drohen Bußgelder.

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Sturmschaden
Foto: Alexander Hüsing / twitter.com/azrael.74

Sabine, wer ist eigentlich Sabine? Der Sturm sollte zwar den Wedding ordentlich durcheinander wirbeln, aber passiert ist bis auf einen umgefallenen Baum im Goethepark nichts. Leser Manfred von der Weddingweiser Pinnwand hoffte vergebens, dass der Weddinger Straßenmüll rüber in den Prenzlauer Berg weht.  Und was wehte sonst noch durch den Blätterwald?

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Brexit sei Dank ist Berlin plötzlich die einwohnerreichste Stadt der EU (Würde man die Vororte mitzählen, wäre es allerdings der Ballungsraum Paris). Auch nach der viel zu kurzen Übergangsphase nach dem Austritt der Briten bleiben uns im Wedding noch so schöne britische Straßennamen wie Londoner Straße, Edinburger Straße oder (am schönsten:) Windsorstraße. Und wie zum Trost auch ein Restaurant, das britisches Pub Food anbietet, das Hirsch & Hase in der Brunnenstraße. Und natürlich das (bald 20 Jahre alte) Offside mit seiner exorbitanten Auswahl an Whiskey. Take care!

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Mietenwahnsinn-Demo

Im Wedding dürften die meisten eine niedrigere Miete herbeisehnen – hier sind die Mieten prozentual am stärksten angestiegen. Nun hat das Abgeordnetenhaus den Mietendeckel beschlossen, der aber noch die Gerichte beschäftigen wird. Frühestens ab November können die Mieten gesenkt werden. Wir bleiben dran! Was sonst noch so los war, erfahrt ihr hier.

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Die Beuth Hochschule wird sich von ihrem Namen trennen. Der Namensgeber Christian Beuth hatte einst antisemitische Äußerungen getätigt, die bei der Benennung der Hochschule 2009 einer breiten Öffentlichkeit nicht bekannt waren. Erst durch ein Gutachten 2017, das eine Rede Beuths aus dem Jahr 1811 wiedergegeben hatte, wurde eine Umbenennungsdebatte losgetreten. Mehr steht im Tagesspiegel. Und sonst? Die BVV Mitte hat den Klimanotstand ausgerufen.