Litfaßsäulen: Aussterbende Gattung

Berliner Straßen sind irgendwie anders. Typisch sind die gepflasterten, breiten Gehwege, auf denen im Wedding auch viele Einkaufswagen herumstehen, die weißen Straßenschilder mit einer weltweit einmaligen Schriftart, die Gaslaternen und unendlich viele Litfaßsäulen. Sie prägen das Stadtbild wie nirgendwo sonst in Deutschland – es gab zuletzt noch 2.500 von ihnen.

Das Wahlplakat im Schatten der Macht

WahlplakatDie Macht wird mit Dir sein, immer. Wer kennt diesen Satz nicht? Er stammt von keinem Hobby-Politologen und auch von keinem Berufsdiskutierer. Gemeint ist auch nicht die schnöde weltliche Macht, sondern die, die alles durchdringt. Krieg der Sterne. Die nun aufgehängten Wahlplakate für die Abgeordnetenhaus- und BVV-Wahlen zeigen indes: Ja, auch Politiker scheinen der gewöhnlichen Macht überdrüssig und bedienen sich an dem Filmklassiker. Anders sind die Schlagschatten, bunten Bälle oder sonst wie gearteten Unfälle auf den Bildern nicht zu erklären. Oder?

„Das Blaue Band“ vereint gelungene Arbeiten

Bei der Eröffnungsveranstaltung der 16 Plakatwände des „Blauen Bands“ war ein kritischer Einwand zu hören. Es wurde gefragt: „Warum bekommen die Künstler kein Geld?“ Aber genau dieser Einwand könnte im übertragenen Sinne das Motto der Veranstaltung sein. Dass die StandortGemeinschaft Müllerstraße e.V. Kunstwerke auf Plakatwänden auf dem Mittelstreifen ihrer Einkaufsstraße präsentiert, ist eine gute und spannende Idee. Ein Ziel dieser Organisation ist es, die ortsansässigen Gewerbetreibenden zu fördern. Kulturschaffende betreiben eben auch ein Gewerbe – auch wenn viele von ihnen nicht gerne darüber sprechen – sie produzieren und vermarkten quasi die „Ware Kunst“ oder eben ihre „Kreativität“. Sie sind ein Teil dessen, was heute neudeutsch Kreativwirtschaft genannt wird.