Geld für marode Schulen im Wedding

Grafik: Hensel
Neubau oder Sanierung? In die Weddinger Schulen sollen Millionen fließen. Grafik: Hensel

Nun geht es zur Sache. 5,5 Milliarden Euro stehen durch die Schulbauoffensive des Senats bereit, um in den nächsten zehn Jahren an Berliner Schulen verbaut zu werden. Großprojekte im Wedding sind der Neubau einer Oberschule neben der der Albert-Gutzmann-Grundschule und ein Planspiel zu einem Neubau in der Sellerstraße. Auch der Schadensfall Ernst-Reuter-Oberschule wird teuer. Zwei bestehende Grundschulen erhalten zusätzliche Modulbauten. In diesem Beitrag steht, wie viel jede Weddinger Schule bekommen soll.

Klappt ein Neustart an der Ernst-Reuter-Schule?

Kann hier ein Schulcampus entstehen? Die Machbarkeitsstudie zeigt, wie es gehen könnte. Foto: Hensel
Kann hier ein Schulcampus entstehen? Die Machbarkeitsstudie zeigt, wie es gehen könnte. Foto: Hensel

Das ist eine gute Nachricht: Der Senat will in den nächsten zehn Jahren 5,5 Milliarden Euro in marode Schulen investieren. 310 Millionen Euro davon gehen in den Bezirk Mitte, unter anderem in die Ernst-Reuter-Oberschule im Brunnenviertel. Sie gilt seit langem als Problemschule. Mehr als 28 Millionen Euro sind dafür eingeplant. Die Schule selbst hofft, mit den Investitionen einen Neustart zu schaffen. Ein ambitioniertes Konzept liegt seit langem in der Schublade.

Alle Grundschulen im Wedding

Achtung Autofahrer, hier ist eine Schule in der Nähe! Foto: Dominique Hensel
Achtung Autofahrer, hier ist eine Schule in der Nähe! Foto: Dominique Hensel

Schultüten und Geschenke gibt es nur für die ganz kleinen ABC-Schützen. Für alle anderen Weddinger Schulkinder ist heute einfach so erster Schultag nach den Sommerferien. Jetzt wird hinter den großen Türen in den altehrwürdigen und neuen Schulhäusern wieder an jedem Wochentag gelernt – bis zum 20. Oktober, dem letzten Schultag vor den Herbstferien. Dann endet die erste Etappe des neuen Schuljahres. Im Wedding gibt es insgesamt 22 Grundschulen, wobei gerade eine ganz neue entsteht. Ein Überblick.

Lehrer und Eltern wehren sich gegen Überfüllung

Erika Mann Grundschule
Die Erika Mann Grundschule hat zu viele Schüler. Foto: Fridolin freudenfett (Peter Kuley) / Wikimedia.

Den Lehrern, Erziehern und Eltern der Erika-Mann-Grundschule reicht es als erste. Sie wollen die Überfüllung ihrer Schule nicht länger hinnehmen. Das Problem steigender Schülerzahlen bei fehlendem Schulneubau trifft zwar fast alle Schulen im Bezirk. Jan Krebs, Elternsprecher an der Grundschule in der Utrechter Straße, macht allerdings den Anfang und geht an die Öffentlichkeit. Er weiß Eltern, Lehrer und Erzieher hinter sich. „Der Bezirk Mitte und besonders unser Wohngebiet rund um die Osramhöfe braucht schnell mehrere neue Schulen, damit alle Kinder einen guten Schulplatz bekommen“, heißt es in einem Protestaufruf.

Gustav-Falke-Grundschule: Mit Kindern lernen und lachen

Stephanie Aschenbrandt (links) und Gabriele Wangerin aus der Gustav-Falke-Grundschule. Foto: Esser
Stephanie Aschenbrandt (links) und Gabriele Wangerin aus der Gustav-Falke-Grundschule. Foto: Esser

Bildung Eine der Grundschulen im Brunnenviertel ist die Gustav-Falke-Grundschule, eine gebundene Ganztagsschule. Kinder, die eingeschult werden, kommen in jahrgangsübergreifende Klassen. Die 1/2 b ist eine dieser Anfangsklassen. Hier lernen Erstklässler, die „Minis“, gemeinsam mit den „Maxis“ aus der zweiten Klasse. Klassenlehrerin Stephanie Aschenbrandt und Klassenerzieherin Gabriele Wangerin erzählen über sich, „ihre Kinder“ und warum sie das Ganztagskonzept schätzen.

Viel Geld für Weddings Schulen

Gesundbrunnen Grundschule
Die Gesundbrunnen Grundschule steht auf Platz 1 der Baumaßnahmeplanung. Foto Samuel Orsenne.

Information Bereits am 24. Januar haben die fünf Stadträte im Bezirk Mitte beschlossen, beim Bau vor allem an die Schulen zu denken. Stadtrat Carsten Spallek (CDU), zuständig für Schule und Sport, Immobilien sowie Ausschreibungen, hatte einen entsprechenden Beschluss formuliert: die sogenannte Baumaßnahmeplanung. Anders als in der Vergangenheit hat der Bezirk vom Senat mehr Geld zur Verfügung bekommen als ursprünglich abzusehen war, wie Stadtrat Carsten Spallek sagt. Carsten Spallek warnt allerdings davor, von dem Geldregen zu hohe Erwartungen abzuleiten: „Wir, der Bezirk, sind nicht darauf ausgelegt, in kurzer Zeit viel Geld zu verbauen“, erklärte der Stadtrat bei einem Pressegespräch.

Quinoa-Schule ist ausgezeichnet

Lehrer an der Quinoa-Schule, die den Preis "Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen" erhielt. Foto Andrei Schnell
Lehrer an der Quinoa-Schule, die den Preis „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ erhielt. Foto Andrei Schnell

Hoher Besuch kam gestern in die entlegene Kühnemannstraße am nördlichen Ende des Weddings. Die freie Quinoa-Schule erhielt am Freitag, 8. Juli, den Preis „Ausgezeichner Ort im Land der Ideen“. Übergeben wurde der Preis von Juliane von Trotha von „Land der Ideen“ und von Franz-Josef Conrad von der Deutschen Bank. Gefeiert wurde mit einer Performance. Die Schüler zeigten biographisches Theater.

Pilotprojekt: Kinder entscheiden über den Haushalt

Die Ernst-Reuter-Schule im Brunnenviertel. Foto D. Hensel
Die Ernst-Reuter-Schule im Brunnenviertel. Foto D. Hensel

Hier geht’s um Zaster und um Mitbestimmung: die Kinder von vier Schulen im Bezirk haben neuerdings in der Schule Haushaltsberatung. Im Rahmen eines Pilotprojektes können die Kids aus der Wedding-Grundschule, dem Lessing-Gymnasium, der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule sowie der Ernst-Reuter-Sekundarschule nämlich über einen Schülerhaushalt von 4000 Euro pro Schule bestimmen.