Mitmachen bei „Mein Wedding 2020“

 

Die Müllerstraße "Mein Wedding 2019" (c) Foto von Susanne Haun

Um ein Haar hätte es die beliebte und etablierte Open Air-Ausstellung „Mein Wedding“ auf dem Mittelstreifen der Müllerstraße in diesem Jahr nicht mehr gegeben – wenn sie nicht auf Privatinitiative hin gerettet worden wäre. Und außerdem gibt es diesmal sogar ein Preisgeld für die drei Gewinner-Entwürfe. Es gibt also viele Gründe, sich über diesen Aufruf zu freuen – und mitzumachen.

Wedding bekommt einen neuen Kinosaal

Baustelle im Kino Alhambra. Es entsteht eine neuer Kinosaal.
Noch sieht es nicht wie ein Kinosaal aus und Kinosessel gibt es auch noch nicht. Kinochefin Hanna Dobslaw hat extra für das Foto einen Sessel hineingestellt. Foto: Hensel

Das ist in heutzutage ein kleine Sensation, was das Cineplex Alhambra gerade hinter den Kulissen vorbereitet. Im Multiplex-Kino an der Ecke Seestraße und Müllerstraße wird gerade ein neuer Kinosaal eingerichtet. Während anderswo ganze Kinos schließen und die Zuschauerzahlen sinken, erweitert das Alhambra seine Kapazitäten – allerdings nur um wenige Plätze. „Das wird ein Studio-Kino mit drei Reihen a fünf Plätzen plus einigen Sitzsäcken“, sagt Kinoleiterin Hanna Dobslaw. Es werden also knapp 20 neue Plätze entstehen.

Rettung für Kunst auf dem Mittelstreifen

Ein Plakat der Ausstellung "mein wedding 4" auf der Müllerstraße mit einem Motiv von Susanne Haun. Foto: Hensel
Ein Plakat der Ausstellung „mein wedding 4“ auf der Müllerstraße mit einem Motiv von Susanne Haun. Foto: Hensel

Seit sechs Jahren verwandelt sich die Müllerstraße ein Mal im Jahr für vier Wochen zu einer Freiluftgalerie. Auf dem Mittelstreifen werden auf großen Plakatwänden Kunstwerke gezeigt, die eine Jury aus vielen Einreichungen aus dem Stadtteil ausgewählt hat. Auch in diesem Jahr waren wieder ganz verschiedene Bilder, Fotografien und Zeichnungen zu sehen. Weil sich die Standortgemeinschaft Müllerstraße e.V. vor der Auflösung steht, gibt es keinen Organisator für die Ausstellung mehr. Die Künstlerin Susanne Haun will das Projekt nun retten.

Zusammenrücken bitte: Nachverdichtung im Wedding

Visualisierung der Aufstockung im Kiez Schillerhöhe. Foto: DAHM Architekten + Ingenieure GmbH

Die wachsende Stadt belegt Brachen, stockt Häuser auf, vergrößert Gebäude. Die Folge: es wird eng. Manchmal wächst der Wedding versteckt im Hinterhof wie in der Müllerstraße 30. Dort hat der Bauherr bestehende Häuser abgerissen und durch ein Wohnhaus mit mehr Grundfläche und mehr Stockwerken ersetzt.

Platz für alle auf der Müllerstraße schaffen

Verkehr auf der KreuzungEigentlich kann niemand mit der Flächenverteilung auf der Müllerstraße zufrieden sein. Für Radfahrende fängt es schon damit an, dass es keine vernünftige Radinfrastruktur gibt. Fußgänger drängen sich vor viel besuchten Geschäften, Obst- und Gemüseständen, Werbeaufstellern und Telefonzellen – sie haben deutlich zu wenig Platz. Auch für den Lieferverkehr läuft es selten gut: Die ausgewiesenen Lieferzonen sind nahezu immer zugeparkt. Wer als Autofahrer einen Parkplatz sucht, verstopft ebenfalls die Müllerstraße – während die drei großen Parkhäuser meistens leer stehen. Wenn alle Bauarbeiten im Aktiven Zentrum Müllerstraße beendet sind, muss die Fläche neu verteilt werden. Wie das für Radfahrende aussehen kann, ist heute Thema.

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Usedomer Straße: Hier gärtnert nicht das Grünflächenamt, hier sind die Nachbarn aktiv. Foto: Hensel
Baumscheibe in der Usedomer Straße, Foto: Hensel

Ihr liebt die Baumscheiben vor euerm Haus und habt vor, sie zu bepflanzen? Nachdem Bewohner der Fehmarner Straße einige Baumscheiben verschönert hatten, rückte das Grünflächenamt an, um alles wieder rückgängig zu machen. Erlaubt ist die ganze Aktion durchaus, es sollte aber vorher Rücksprache und eine Besichtigung mit dem Grünflächenamt stattfinden. rbb24 hat sich in der Fehmarner Straße genauer umgehört. Grün oder nicht – im Wedding gibt es auch sonst viel Neues.

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Leopoldplatz, Simit Evi, hier findet die Suppenküche am 7.11.18 statt, Foto von Susanne Haun
Demostandort, Foto von Susanne Haun

Die Müllerstraße kennen Menschen, die älter als 30 sind, eigentlich nur im Niedergang. Wer sich mit dem Fahrrad auf diese Straße traut, wird als lebensmüde belächelt. Das soll sich ändern, und das wird sich ändern! Denn die mickrige Radspur, die hier geplant war, wird jetzt nach dem Mobilitätsgesetz gestaltet. Doch auch für parkraumsuchende Autofahrer, Lieferverkehr und Fußgänger muss die Straße attraktiv werden. Am Samstag ab 11 Uhr wird die Müllerstraße vor dem Simit Evi gesperrt sein, und es wird ein neuer Straßenquerschnitt vorgestellt. Mit ausreichend Platz für Fußgänger, einem geschützten Radweg, neuen Lieferzonen und Parkplätzen in Parkhäusern.