Antik Café: Ein neuer Stern am Leo

Anne und Haidar, die Betreiber des Antik Cafés in der Nazarethkirchstraße. Foto: Andreas Oertel
Anne und Haidar, die Betreiber des Cafés. Foto: A. Oertel

Zu West-Berliner Zeiten war der Leopoldplatz für mich der Nabel der Welt. Karstadt, C&A und der kleine CD-Laden zogen mich mindestens einmal in der Woche in die Müllerstraße. Dann war ich lange nicht da … bis mir ein Freund einen neuen Laden in der Nazarethkirchstraße 38 empfahl. „Im Antik Café werden alle Sinne angesprochen, das musst du dir anschauen!“ – mit diesem Satz lobte er das Café und weckte meine Neugier. An einem sonnigen Oktobertag mache ich mich auf den Weg.

Unverblümt Kulturexpedition #18

Plakat der Kulturexpedition#18. Grafik: Georg+Georg
Plakat der Kulturexpedition#18. Grafik: georg+georg

Zum letzten Mal in diesem Jahr geht es am 20. Oktober unverblümt auf Kulturexpedition durch den Wedding. Anlässlich der Frankfurter Buchmesse und weil Herbstzeit generell Bücherzeit ist, haben wir diesmal gleich zwei Lesungen im Programm. Aber natürlich gibt es wie immer auch Live-Musik und als kleines Bonbon eine Führung durch die aktuelle Ausstellung von Nika Fontaine. Der Eintritt ist wie immer frei!

„Poesie Am Nordufer“ feiert Geburtstag

2 Tage Wedding Kulturfestival
Die Lesungen im Studio Berten finden im Rahmen des „2 Tage Wedding Kulturfestival“ statt.

Die Initiative „PAN. Poesie Am Nordufer. Im Wedding. Kunst, Literatur und Migration“ wurde vor einem Jahr gegründet. Am Wochenende feiert sie das im Rahmen des „2 Tage Wedding Kulturfestival“ mit zwei öffentlichen Lesungen im Studio Berten in der Torfstraße 11.

Weddingwoche #29: Der Wedding liest

Die Brauseboys
Die Brauseboys vor dem Café Cralle in der Hochstädter Straße (Foto: Brauseboys)

Als ich Freunden in Süddeutschland vom Erfolg der Berliner Lesebühnen erzählte, waren sie ziemlich erstaunt. Wie jetzt? In der Party-Metropole Berlin erfreut sich ein junges Publikum an Veranstaltungen, bei denen vor allem Texte vorgelesen werden? So ist es, und auch der Wedding hat diesbezüglich einiges zu bieten. Weit über die Grenzen des Weddings hinaus, machen zum Beispiel die Brauseboys von sich reden. Die Autoren-Truppe besteht bereits seit 10 Jahren und liest jeden Donnerstag in den Osram-Höfen vor. Dabei braucht man gar keine eigene Lesebühne, um im Wedding sein Publikum zu finden. Im Café Cralle findet jeden Montag der Lesetresen statt, wo sich jeder als Vorleser ausprobieren kann, der Lust dazu hat und sich rechtzeitig anmeldet. Nach der Sommerpause geht es auch mit der „Lesershow“ weiter. Die Lesebühne wird dann wieder jeden Monat im Mastul zu Gast sein. Und auch in der Moritz-Bar wird ab September eine neue Lesebühne stattfinden. Der Wedding hat viele Geschichten zu erzählen, und das tut er auch.

Unsere Kolumne gibt es auch an jedem Wochenende im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.

„L’Escargot“: Feines Essen, das sein Geld wert ist

L'escargot RestaurantEin italienischer Koch, der spürbar Lust an seinem Beruf hat, freundliches Personal, viele Stammgäste nicht nur aus dem Brüsseler Kiez – das macht das L’Escargot in der Brüsseler Straße schon seit vielen Jahren aus. Das mediterran geprägte Essen mit seinen großen Portionen kommt bei den meisten Gästen gut an. Die Preise sind für Weddinger Verhältnisse recht stolz, aber für die gebotene Qualität und Frische kann sich das L’escargot durchaus mit vergleichbaren Restaurants in besseren Lagen messen.

Das Restaurant in der Brüsseler Str. 39 (Quelle: M.Martino)
Das Restaurant in der Brüsseler Str. 39 (Quelle: M.Maisano)

Zuerst hat es fast keiner mitbekommen, als vor fast fünf Jahren mitten im Wedding, in der Brüsseler Straße 39, ein UFO gelandet ist. Doch statt kleiner grüner Männchen, die die Weltherrschaft erringen wollten, brachte dieses „Unbekannte Food Objekt“ eine Küche mit in den Wedding, die hier völlig unbekannt war. Keine Döner- oder Schawarmabude, kein „da kann ich auch in Pantoffeln hin“-Italiener und erst recht kein lauwarmes Flatrate-China-Buffet.

Ein richtig gutes Restaurant, dessen kulinarische Ursprünge in der Küche des Mittelmeers zu finden sind, aber auch französische und deutsche Einflüsse perfekt einbaut. Die vielfältigen vegetarische Gerichte sind keine Kombinationen aus einzelnen Gemüsebeilagen, sondern perfekt abgestimmte Kompositionen, bei denen der Gast das Fleisch nicht vermisst.

Der jetzige Inhaber Martino Maisano sagt dazu auf der Homepage des Restaurants: “Ich koche einfach mit Herz und Seele! Ohne Klischees und aus frischen Zutaten. Daher kann es vorkommen, dass das gleiche Gericht immer wieder anders schmeckt. Klar: frische Produkte schmecken immer wieder anders und das ist gut so.“

Preis-Leistungs-Verhältnis im L’Escargot

Im L'escargot (Quelle: M.Martino)
Im Restaurant „L’escargot“ (Quelle: M.Maisano)

Martinos Küche ist saisonal und immer wieder überraschend neu. Kein Wunder, denn jede Woche wechselt die kleine aber feine Speisekarte. Natürlich liegt das Preisniveau des „Escargot“ über dem der oben angesprochenen Lokale, bleibt aber im besten Sinne des Wortes „preiswert“: In dieser Woche sind Tagliolini mit Pfifferlingen und grünem Pfeffer in einer mehr als sättigenden Portion für 12,50 € zu bekommen, das Duroc-Kotelett mit Mandel-Petersilie-Kruste auf Pfifferlingen-Pfefferrahm, Gemüse und Rosmarin-Kartoffeln gibt es für 16,50 €. Zusätzlich bietet Martino jeden Freitag neben den á la carte Gerichten zwei Dreigang Menüs zu einem unschlagbaren Preis – Leistungsverhältnis für ca. 30,00 € an.

Abgerundet wird das Angebot durch eine sorgfältig abgestimmte Weinkarte, die auch bei Kennern keine Wünsche offen lässt. Der kompetente und freundliche Service – oder wenn es die Zeit zulässt, Martino persönlich – beraten den Gast hier sehr gerne.

Zu einem perfekten Abend gehört natürlich auch ein entsprechendes Ambiente. Auch hier bleibt Martino seinem Grundsatz treu: “Nicht chic oder nobel, nur einfach gemütlich, liebevoll und aufmerksam gestaltet, umgeben von Kunst..“. Daher beherbergt das l`escargot ständig Ausstellungen von Berliner und speziell Weddinger Künstlern.

Eine Speisenplatte im "L'escargot" (Quelle: M.Martino)
Eine Speisenplatte im „L’escargot“ (Quelle: M.Maisano)

Apropos Kultur: Das Restaurant ist auch immer häufiger die Bühne für Lesungen, Konzerten und anderen Veranstaltungen. Eine perfekte Möglichkeit,Kleinkunst und Kulinarisches in eine gelungene Verbindung zu bringen.

Das UFO in der Brüsseler Straße 39 ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Durch die begeisterten Kritiken in den entsprechenden Internetforen und natürlich durch Mund zu Mund-Propaganda, sind das l`Escargot und sein Inhaber Martino weit über die Grenzen des Wedding, gerade bei unseren Freunden aus dem Prenz’lberg bekannt. Daher ist vor allem am Wochenende eine Reservierung Pflicht.

Die Anwohner des Brüsseler Kiez jedenfalls hoffen, dass „E. T.“  Martino mit seinem UFO noch lange kein Heimweh bekommt…

Autor: Gregor Cleophas

Fotos mit freundl. Genehm. des Rechteinhabers

Website des Restaurants

Brüsseler Straße 39

Öffnungszeiten:

Montag bis Samstag 17:00 bis 24:00

Sonntag Ruhetag