Flüchtlingskind Lana wohnt jetzt im Wedding

Lana aus Syrien (rechts) mit Svenja und ihrem Bruder Layth. Foto: Oertel
Lana aus Syrien (rechts) mit Svenja und ihrem Bruder Layth. Foto: Oertel

Wo sind eigentlich die vielen Flüchtlinge, die in den vergangenen zwei Jahren zu uns gekommen sind? Laut Statistik kamen in den Jahren 2015 und 2016 insgesamt 1,2 Millionen Asylsuchende nach Deutschland, doch wenn ich durch meinen Kiez laufe, sehe ich keinen von ihnen. Vielleicht, weil Wedding multikulturell ist und die Geflüchteten im Straßenbild nicht auffallen? Ich mache mich auf die Suche nach den Neuankömmlingen und lerne die 17-jährige Lana aus Syrien kennen.

Antik Café: Ein neuer Stern am Leo

Anne und Haidar, die Betreiber des Antik Cafés in der Nazarethkirchstraße. Foto: Andreas Oertel
Anne und Haidar, die Betreiber des Cafés. Foto: A. Oertel

Zu West-Berliner Zeiten war der Leopoldplatz für mich der Nabel der Welt. Karstadt, C&A und der kleine CD-Laden zogen mich mindestens einmal in der Woche in die Müllerstraße. Dann war ich lange nicht da … bis mir ein Freund einen neuen Laden in der Nazarethkirchstraße 38 empfahl. „Im Antik Café werden alle Sinne angesprochen, das musst du dir anschauen!“ – mit diesem Satz lobte er das Café und weckte meine Neugier. An einem sonnigen Oktobertag mache ich mich auf den Weg.

Community Kitchen: Kakadu ist jetzt heimisch

Guten Appetit im Kakadu! Foto: J. Schmidt
Guten Appetit im Kakadu! Foto: J. Schmidt

Es ist Mittagszeit, ich habe Hunger. Ich überlege mir, ob ich mir ein belegtes Brötchen in Mustafas Bäckerei kaufe. Aber nein – ich sage mir: Heute gönne ich mir mal was Besonderes. Nebenan, in der Soldiner Straße 13, weckt ein großer, weißer Kakadu im Schaufenster mein Interesse. Ich gehe hinein und denke mir: Wieder einer dieser Läden, die ich eher im Prenzlauer Berg vermuten würde. Aber ich befinde mich mitten im Soldiner Kiez.

Eine eigene Finca im Wedding

Gartenzwerg in der Kolonie Sandkrug. Foto: Andreas Oertel
Gartenzwerg in der Kolonie Sandkrug. Foto: Andreas Oertel

Es ist Samstagvormittag. Ich öffne die Tür, laufe an den Brombeersträuchern vorbei und setzte mich mit einem Kaffee auf die Terrasse. Nun würde man vermuten, die Szenerie spielt sich in einer Einfamilienhaus-Siedlung in Heiligensee oder im Villenviertel Grunewalds statt. Aber nein – ich befinde mich zwischen der Bornholmer Brücke und dem Gesundbrunnencenter – mitten im Wedding. Willkommen in der Kolonie Sandkrug!