Waagerecht bis senkrecht: “Bingo” im Mastul

Im Frühlingslicht kann man die ersten grauen Haare noch besser erkennen. Also probieren wir aus, wie es sein wird: Alt sein. Zaghaft tragen wir beige Parkas, fahren Elektrofahrrad und bepflanzen den Balkon. Jeden vierten Mittwoch im Monat können Spielwütige und Zahlenaffine im Mastul zudem das schönste Klischee aller Seniorenheimaktivitäten ausprobieren: Bingo spielen.

Kostenloses Pubkonzert im Gedeih & Verderb

„Wedding in Sicht!“ ist das zweite Konzert der Einfach.Hiersein-Reihe, die lokale Bands auf die Nachbarschaftsbühnen bringt. Erstmals kommt die Reihe mit einem Pirate Speed-Folk-Abend mit den Shipwreck Rats in den Wedding. Getanzt, gesungen und getrunken wird am Donnerstag, 28. März ab 20 Uhr im Gedeih & Verderb, der  Kiezkneipe mit Altberliner Charme. Im Vorfeld gibt es 20 Freigetränke zu gewinnen.

Gedeih & Verderb: Neue Stammkneipe an der Prinzenallee

Oktober 2018 Der Wedding hat eine verloren geglaubte Lokalität wieder zurück. Das ehemalige Prinzinger ist mittlerweile das „Gedeih & Verderb“ und immer noch genauso urig und original Berlin wie schon vor hundert Jahren. Wir haben mit einer von zwei neuen Betreibern – Natalie, die auch das Oh!Calcutta betreibt – über unsere neue Stammkneipe unten an der Prinzenallee gesprochen.

Fredericks: Happy End am neuen Ort

Die beiden Betreiber, Eddi (l.) und Serdal

Ein Café ist 2018 ein paar Meter weiter gezogen. Das wäre keine große Geschichte, wenn es sich nicht um das Fredericks in der Lüderitzstraße handeln würde. Dessen Betreiber Eddi hatte an seinem alten Standort riesiges Pech. Aber die Geschichte ist gut ausgegangen, und am Ende ist die Lösung ein großer Glücksfall für den Kiez.

Klein Zaches: Ein Herrengedeck beim Gentleman

Im Klein Zaches
Im Klein Zaches

Ich betrete das Klein Zaches, eine urige Berliner Kneipe zwischen Zeppelinplatz und Kapernaum-Kirche gelegen. Romy (30), die hier auch am Tresen arbeitet, ist heute als Gast da. Neben Ihr sitzt ihr Freund Falk (30), der gerne mal mit ferngesteuerten Sumo-Ringern ganze U-Bahnhöfe unterhält. Von den Sitzgelegenheiten vor dem Laden tönt die lautstarke Unterhaltung einer kleinen Reisegruppe junger Leute um die 20.

„Bei Ernst“ ist Schluss: Ich darf nicht traurig sein!

Nachtschwärmer bei Ernst
Nachtschwärmer Bei Ernst. Foto: A. Hahn

Meinung Ja, diese Worte stehen hier wirklich: „nicht traurig“. Der beste aller Kneipenwirte hört in einigen Monaten auf und schließt sein Wohnzimmer. Nach 24 Jahren Nachtschwärmer Bei Ernst ist dann Schluss. Aber könnte man Ernst und sein öffentliches Wohnzimmer überhaupt ersetzen? Eine Meinung – statt eines Interviews.

Der KneipenKult bewahrt die Kneipenkultur

Eckkneipen sterben einen langsamen Tod, auch im Wedding. Sei es eine Mieterhöhung, fehlende Nachfolger, die schwindende Kundschaft oder eine aus der Zeit geratene Optik: Ob eine traditionelle Kneipe heutzutage eine Überlebenschance hat, hängt von vielen Faktoren ab. Der Wirt Oliver Gottwald bringt viel Energie auf, um aus einem alteingesessenen Lokal das zu machen, was es früher buchstäblich an fast jeder Ecke gab: eine richtig gemütliche Kiezkneipe mit Charakter.

Auf Abruf: Kugelbahn Wedding

Außenansicht der Kugelbahn in der Grüntaler Straße. Foto: Sandy Stöckel
Foto: Sandy Stöckel

26.08.2019 Die Kugelbahn Wedding ist ein Faszinosum. Ihre Architektur ist so selten und ausgefallen wie ein kostenloser Parkplatz in Prenzlauer Berg. Der verglaste Flachbau, ihr Interieur und die 50 Jahre alte Kegelbahn im Keller erinnern an ein amerikanisches 60er Jahre Film-Set. Rustikal und kultig. Besonders, weil die Konstruktion der Kegelbahn im Keller – vorne schmal, im Mittelteil ausgehöhlt, hinten breiter – eine echte historische Rarität ist. Der Keller bietet nicht nur Platz für Präzisionssportart, sondern auch eine kleine Bühne für Konzerte, Lesungen oder Comedy. Allen, die es bis jetzt noch nicht hingeschafft haben, sei geraten das in naher Zukunft nachzuholen, denn die beliebte Location in der Grüntaler Straße schließt nach nochmaliger Verlängerung Ende 2020.

Neue Musik in Eckkneipen

Altberliner Eckkneipen verschwinden zunehmend aus dem Weddinger Straßenpanorama. Ob solche mit Musik von AC/DC im Hinter- und Schreckdekor im Vordergrund, oder die der stillen Art mit unsterblichen Raumpflanzen und vergilbten Gardinen im Schaufenster.

Aus dem Kontakt mit den Besitzern und Managern noch lebender Lokale in Wedding hat sich eine Idee für künstlerische, kulturelle generationsmäßige Konfrontation ergeben, wo auch Buhrufe noch gut möglich sein werden. Das Projekt Neue Musik in Eckkneipen bringt am Wochenende (25./26./27.8.) an vier Orten ein wenig Leben an den Tresen.