„Krieg macht krank“ – Das Anti-Kriegs-Museum

Fassade eines Museums
Anti-Kriegs-Museum Fassade / Foto: Ariane Hussy

Im wichtigsten Ausstellungsstück des Anti-Kriegs-Museums kann man stehen. Ein Glockenspiel läutet, wenn man es betritt. Vitrinen reihen sich an den Wänden, große Augen schauen von Fotos, Wikipedia-Ausdrucke und Karten rascheln beim Reinkommen. Das wichtigste Ausstellungsstück hat eine lange Wanderung hinter sich, es ist oft umgezogen, wurde vertrieben und nicht gewollt und fand sich schließlich in der Brüsseler Straße 21 wieder. Das wichtigste Ausstelungsstück ist (da kann man keine galantere Pointe ziehen als die Wahrheit) das Anti-Kriegs-Museum selbst. Ein Museum für den Frieden, das dafür aber den Krieg zeigt.

Waagerecht bis senkrecht: “Bingo” im Mastul

Im Frühlingslicht kann man die ersten grauen Haare noch besser erkennen. Also probieren wir aus, wie es sein wird: Alt sein. Zaghaft tragen wir beige Parkas, fahren Elektrofahrrad und bepflanzen den Balkon. Jeden vierten Mittwoch im Monat können Spielwütige und Zahlenaffine im Mastul zudem das schönste Klischee aller Seniorenheimaktivitäten ausprobieren: Bingo spielen.

Wedding-Geschichten: Kunstausstellung „NEWS FROM HOME“

© Anne Fehres & Luke Conroy

Anne Fehres und Luke Conroy sitzen in ihrem Atelier im Institut für Alles Mögliche und bereiten ihre Vernissage Mirage Bistrot vor. Die Wände sind tapeziert mit bunten Klebezetteln, Notizen und Postkarten. Unter einer Karte vom Viertel hängt ein blauer Zettel mit einem Zitat des deutschen Kunstkritikers Karl Scheffler: „Damned to a fate of always becoming something and never being it –  Dazu verdammt, immerfort zu werden und niemals zu sein“. Was Scheffler im Jahr 1910 über Berlin sagte, wird auch oft über den Wedding geraunt. Die stete Beschwörungsformel, dass der Wedding komme, wird unermüdlich am Kneipentresen oder mit leichtem Augendrehen in U-Bahnen erzählt. Die niederländische Dokumentarfilmerin Anne Fehres und den Fotokünstler und Soziologen Luke Conroy interessiert jedoch nicht das ominöse Werden, sondern aktuelle Sein. Bei ihrem ersten gemeinsamen künstlerischen Fotografieprojekt „NEWS FROM HOME“ erkunden sie dafür den Wedding.

ULT Ramen: In den Ramen gefallen

ULT Ramen lässt einen kurz orientierungslos. Ein langer Flur, dunkelgrüne und lilafarbene Wände. Keine Musik ist zu hören, nur das Gemurmel der Gäste und Löffel, die an Schüsseln schlagen. Ab und zu kläfft ein unsichtbarer Hund (oder bildet man sich das ein?). Man ist an einem Zwischenort gelandet, doch das ULT Ramen nimmt den Gast an die Hand und erklärt sich selbst: Im Menü und an den Wänden sind Zeichnungen zu finden, welche die Zutaten der einzelnen Gerichte entschlüsseln. Gemalt an die Wand: Eine Roboterfigur, die in der Ramenbrühe schwimmt. Es ist Ultraman, der Held einer japanischen Anime-Serie und Namensgeber des Restaurants. Ultra stark, ultra scharf, ULT Ramen.