Hotel-Office: die Alternative zur Arbeit von zu Hause aus

„Home-Office“ hat 2020 sicherlich gute Chancen, das Unwort des Jahres zu werden. Von heute auf morgen schlossen mit den Ausgangsbeschränkungen auch unzählige Großraumbüros und Mitarbeitende sämtlicher Berufe wurden in das geschickt, was am Vortag noch unmöglich erschien: die Arbeit von zu Hause aus. Diese Möglichkeit sollten wir als großes Privileg anerkennen. Immerhin haben viele Menschen ihren Job durch die Corona-Krise verloren, weil sie schlicht nicht aus dem Home-Office auszuführen sind. Andere setzen sich in ihren systemrelevanten Berufen tagtäglich weiterhin der Gefahr einer Infektion aus. Davon ausgehen, dass alle zu Hause auf perfekte Arbeitsbedingungen stoßen, ist jedoch auch unrealistisch. Die nebenbei laufende Kinderbetreuung, eine schlechte Internetverbindung, fehlende Konzentrationsfähigkeit in den eigenen vier Wänden. Diese und vielen andere Faktoren können das Home-Office schier unmöglich machen. Ist Hotel-Office eine Lösung dafür? Wir haben es im Hotel Big Mama getestet.

Die Liesenbrücken werden zur Location

5.2.2020 Es ist ein Auftrag, von dem viele Architekten träumen: Lassen Sie sich etwas für eine Brücke einfallen! Die Architekten Gil Wilk und Ana Salinas haben die ungewöhnliche Aufgabe erhalten, aus den Stahlkolossen der Liesenbrücken Gebäudeflächen zu machen. Der Besitzer der Brücken, das Unternehmen CapRate, bestätigt, dass eine Beherbergungsstätte mit 340 Zimmern und eine Veranstaltungsfläche für 800 Personen geplant sei.

Nicht nur zu Gast im Wedding, sondern Teil davon: Hotel Big Mama

Geschäftsleute, Backpacker, Familien, Städtereisende – sie alle wissen das Hotel Big Mama in einem Weddinger Hinterhof zu schätzen. Denn wie der Name schon sagt, geht es hier familiär zu. Fast wie zu Hause bei Mama, mit Blick über die Hinterhäuser und die Panke, und trotzdem nur ein paar Minuten von den Attraktionen Berlins entfernt. Und wie es sich bei einem Weddinger Unternehmen gehört, geht es dort entspannt und unkonventionell zugleich zu. Ob sich „das Wedding-Gefühl“ auch auf andere Städte übertragen lässt, probiert die Management-Crew gerade in Leipzig aus.

Jugendgästehaus Nordufer: Ein Zuhause auf Zeit im Grünen

Jugendgaestehaus-am-Nordufer-Blick-vom-NordhafenZum Plötzensee kommt man aus wenigen Gründen: Entweder man hat einen Einberufungsbefehl in den benachbarten Knast, man kommt gezielt zum Baden bzw. Tretbootfahren oder man besucht die Gedenkstätte für die Opfer der Nazi-Diktatur. Den besten Grund hab ich irgendwann auf der Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft für ein paar Tage zufällig im Internet entdeckt: Das Jugendgästehaus Nordufer.

Hotel de France im Centre Français

Centre Francais
Centre Francais

Das Hotel de France im Centre Français de Berlin in Berlin-Wedding an der Müllerstraße dient nicht nur als reine Übernachtungsmöglichkeit. Es ist darüber hinaus seit 1960 eine Begegnungsstätte für Deutsche und Franzosen. Viele Veranstaltungen finden hier unter dem Jahr statt. Zu dem Gebäudekomplex, der früher als französisches Kulturzentrum genutzt wurde, gehören noch ein kleines Theater/Kino mit 230 Plätzen (derzeit ohne Nutzung), Seminarräume und die  französische  „Brasserie de France“, die sich preislich von den meist sehr preiswerten Weddinger Lokalen abhebt.

Das denkmalgeschützte Gebäude wurde 1960 errichtet und ist auch in diesem Stil noch ziemlich gut zu erkennen. Das Inventar wurde natürlich mittlerweile schon mal ausgetauscht, ist aber mittlerweile auch wieder ein wenig in die Jahre gekommen. Die Zimmer  sind schlicht aber sauber, durch die doppelte Einfachverglasung der Fenster zieht allerdings bei Minusgraden ein eisiger Wind. Zudem halten sie auch nur wenig den ab sechs Uhr beginnenden Fluglärm ab. Wer dann noch ein Zimmer zur stark befahrenen Müllerstraße hat, bekommt zusätzlich noch eine Portion Verkehrslärm ab. Nichts für empfindsame Menschen. Innerhalb des Hotels ist es aber extrem ruhig. Von Gästen und Mitarbeitern war nichts zu hören. Die Rezeption hatte durchgehend geöffnet und war freundlich und hilfsbereit.

Ein Mini-Eiffelturm vor dem Centre Francais

In näherer Umgebung des Hotels befinden sich Restaurants, Kneipen und Einkaufsmöglichkeiten. Von den kulinarischen Einrichtungen an der Müllerstraße sollte allerdings niemand zu viel erwarten. Trotzdem ist alles lecker und vor allen Dingen extrem preiswert.  Zum Flughafen Tegel werden gerade einmal 15 Minuten benötigt, ein U-Bahnanschluss ist quasi direkt vor dem Hotel (Station Rehberge).

Fazit: Das Hotel Centre Français de Berlin in Berlin-Wedding ist eine gute Adresse für einen guten Preis. Wer keinen Luxus wünscht, aber eine gute Ausgangsposition fernab vom Massentourismus haben möchte, dennoch zentral wohnen will, ist hier genau richtig.

Nachtrag: im Haus befinden sich auch das Restaurant Pastis und das City Kino Wedding.

Autor: Hendrik Lorenz, hendrik-lorenz.de

Hotel de France Berlin GmbH
Centre Français de Berlin
Müllerstr. 74
13349 Berlin
Tel. 030 417290
contact@hoteldefrance-berlin.de

Noch mehr Hotels und Unterkünfte im Wedding:

Hostels

Steps Liebenwalder Str. 22

Smart Hostel, Genter Str. 53

Hotels

Centre Francais/Hotel de France

Hotel Pension Rehberge, Ofener Str. 15 Nähe Müllerstraße

Wyndham Osloer Straße

Holiday Inn Gesundbrunnen

Hotel am Luisenbad, Koloniestr. 3

Citylight, Böttgerstr. 3

Gästehäuser

Gästewohnungen in der Ex Rotaprint, Gottschedstr. 4

Jugendgästehaus Nordufer am Plötzensee, Nordufer 28

Jugendgästeeetage Osloer Str. 12

Gästehaus Axel Springer (Virchow-Klinikum) im Deutschen Herzzentrum, Föhrer Str. 14

 

 

Ist der Wedding eine Sehenswürdigkeit?

Was gibt’s im Wedding schon großartig zu sehen? Die Reiseführer werden den Touristen meist um diesen Ortsteil herum leiten, allenfalls bei einer Fahrt mit der U-Bahn verschlägt es den einen oder anderen auch schon mal unter’s Weddinger Straßenpflaster. Allenfalls aus Negativ-Schlagzeilen über Kriminalität, Gewalt oder Armut ist unser Wohnort auch überregional ein Begriff. Doch zu glauben, dass nur die Top-Attraktionen für Tourismus sorgen, wäre viel zu eindimensional gedacht. Denn wer sagt, dass es einen Fernsehturm, einen Dom und einen Zoologischen Garten braucht, um neugierige Besucher aus anderen Teilen der Welt zu interessieren? Ist nicht die Tatsache, dass hunderttausende Berliner eben nicht in den „angesagten“ und touristisch erschlossenen Stadtteilen wohnen, allein schon ein Grund, vom touristischen Pfad abzuweichen? Wer sich für das echte Berlin, das Berlin der Kieze interessiert, muss in der Innenstadt schon ein wenig suchen. In Teilen Neuköllns, in Moabit und eben auch im Wedding wird der interessierte Besucher noch am ehesten die für diese Stadt so typische bunte Mischung finden.