Bunte Spuren im grauen Weddinger Winter

Foto: Annika KeilenMit grimmigem Gesicht schlage ich mich durch die Massen, die mit eiligen Schritten aus der S-Bahn huschen. Ihre Gesichter verstecken sich hinter Wollmützen und dicken Schals. Der Winter ist da. Nicht irgendein Winter, sondern der gefürchtete Berliner Winter –  grau und endlos. Von meinem Fenster am Nettelbeckplatz aus konnte ich genau verfolgen, wie die letzten Blätter ihre bunte Farbe verloren und in eine braune Biomasse übergingen. Übrig blieben Matsche, nackte Bäume und Hoffnung. Hoffnung auf die ein oder andere Oase, die es hilft auch bei eisigen Temperaturen den Weddinger Winter zu überleben. Am Nettelbeckplatz spreche ich eine Dame mittleren Alters an und frage sie nach farbenfrohen Orten im Wedding. „Ick kenn keenen bunten Ort hier. Hier is allet trüb. Aber viel Glück noch.“ Trotz dieser nicht so erfolgsverheißenden Antwort setzte ich meine Suche fort.

Louis Alfons: Auf den Burger gekommen

Neuer Burger hier, bester Burger da. Überall sprießen seit einiger Zeit die Burger-Läden aus dem Boden. Mal zu Recht als Non-Plus-Ultra-Burger betitelt, Mal eher zum Scheitern verurteilt. In der Gerichtstraße 60 hat im August ein neuer Laden eröffnet, das Louis Alfons. Hier gibt es Burger, Steak, Suppe und Salat. Wobei Burger im Mittelpunkt des Angebots stehen. Ein Besuch im neuesten Burger-Laden des Wedding.

Reinickendorfer Straße: Viel Charakter

Eine glanzlose, nicht ganz geradlinige Straße wie die Reinickendorfer verdient wie so viele Weddinger Straßen einen zweiten Blick. Die einzige Bundesstraße des Wedding (B 96) durchzieht unseren Stadtteil von Nord nach Süd genau an der 2001 recht willkürlich gezogenen Grenze zwischen Wedding und Gesundbrunnen. Doch gerade diese vermeintlich nichtssagende Straße ohne Sehenswürdigkeiten ist typisch für die Weddinger Mischung und erzählt viel vom Charakter unseres dichtbesiedelten Stadtteils.

Was entsteht bei „silent green“?

Betonhalle für bewegte Bilder

Das Freigelände im Kulturquartier „silent green“ hat sich in eine Baustelle verwandelt. Unter der großen Wiese des ehemaligen Krematoriums am Nettelbeckplatz wird die frühere Leichenhalle, die zu Beginn der 2000er Jahre nur kurzzeitig in Betrieb war, zu einer Ausstellungs- und Konzerthalle umgebaut. Dabei werden tragende Säulen entfernt und stattdessen Stahlträger in die Decke eingezogen.

Jeder kann Kunst machen

Der Eingang zu den Gerichtshöfen von der Gerichtstraße. Foto: Hensel
Der Eingang zu den Gerichtshöfen von der Gerichtstraße. Foto: Hensel

Kostenlose Kunstkurse für im Wedding wohnende Geflüchtete und Nachbarn

In Kooperation mit dem Netzwerk für Engagement und Nachbarschaft Misch mit!, dem Quartiersmanagement Pankstraße und der Gesobau bieten die Künstler der Gerichtshöfe für im Wedding wohnende Geflüchtete und Nachbarn Kunstkurse an. Unter dem Motto: “Jeder kann Kunst machen“ sind alle willkommen, auch ohne Vorkenntnisse, sich in anderthalb Stunden mit „etwas anderem“ zu beschäftigen, sich auszutauschen und kennenzulernen. Materialien sind vorhanden, Ideen und Wünsche kann jeder mitbringen.

Die Anbieter freuen sich auf eine bunt gemischte Gruppe deutscher und nichtdeutscher Herkunft.

Termine: jeden Dienstag ab 5. September

Uhrzeit: 19 bis 20.30 Uhr
 Ort: Gerichtshöfe (Aufgang 3, 3. Etage), Gerichtstraße 12-13 Wiesenstraße 62

Anmeldung online: Website

Infos und Kontakt Kunstkurse: Andrea Wallgren, andrea@wallgren.org,

Tel.: 0170 81 77 077

Quelle: Pressemitteilung

Immer locker machen: Yoga im Wedding

Yogamatten, hier in der NachbarscahftsEtage der Fabrik Osloer Straße. Auch hier gibt es Yoga. Nur den Ferien ist Pause. Foto: NachbarschaftsEtage
Yogamatten, hier in der NachbarschaftsEtage der Fabrik Osloer Straße. Auch hier gibt es Yoga. Nur den Ferien ist Pause. Foto: NachbarschaftsEtage

Was Yoga nicht alles können soll: den gestressten Geist entspannen, spirituelle Erleuchtung liefern und auch noch den schlaffen Bürokörper straffen. Unsere Autorin hat in den vergangenen Monaten mehr Zeit vor dem Fernseher und/oder dem Kuchenteller verbracht als im herabschauenden Hund. Und sie ist fest entschlossen, das zu ändern. Für uns hat sie Yogastudios im Wedding getestet.

Ein Abend mit „ART & PIZZA“

Es ist Donnerstagabend, 19 Uhr. Noch schnell beim Supermarkt einkaufen. In diesem Fall beim Netto um die Ecke, in der Gerichtstraße. Aber anstatt mich in die Kassenschlange einzureihen, sehe ich eine Menschentraube vor der Druckbar Wedding. Leute sitzen auf der Straße. Ein Hund rennt hinter einem Stöckchen her. Ein Kind krabbelt munter auf dem Asphalt. Auf den Tischen liegen Holzbretter mit einer zungenförmigen Pizza. Unter den Holzbrettern ist jeweils ein Klarsichtfolie mit einem Siebdruck zu sehen. Auf einer Tafel steht: Ab 19 Uhr Art und Pizza.

Flohmarkt am Pankeufer gibt dem Nichtstun einen Sinn

Immer wieder Sonntag: Flohmarkt am Pankeufer. Foto: Hensel
Immer wieder Sonntag: Flohmarkt am Pankeufer. Foto: Hensel

Was macht ihr am Sonntag? Spaziergang an der Panke, entspannen bei einem kühlen Getränk, die Woche in einer Hängematte wegschaukeln? Das alles und noch viel mehr geht natürlich auch im Wedding. Anfang Mai wurde am Pankeufer, zwischen Wiesenburg und den Höfen der Gerichtstraße 23, ein neuer Flohmarkt eröffnet. Der kreative Kiez lädt seitdem an jedem Sonntag ab 11 Uhr zum „Schauen, schlendern, schnabulieren“ am idyllischen Pankeufer ein.