Mastodon

Kunst persönlich erleben:
Open Studios in den Gerichtshöfen

5. September 2023

Mit der dies­jäh­ri­gen Aus­ga­be der OPEN STUDIOS am Sams­tag, 9. Sep­tem­ber, lädt das neue Ver­an­stal­tungs­team von „Kunst in den Gerichts­hö­fen” dazu ein, mehr als 40 Künstler*innen und Kunsthandwerker*innen in ihren Ate­liers und Werk­stät­ten zu besu­chen. Gemein­sam mit orts­an­säs­si­gen Gewer­be­trei­ben­den und Hand­werks­be­trie­ben öff­nen sie ab 16 Uhr bis Mit­ter­nacht ihre Türen in dem his­to­ri­schen Fabrik­ge­bäu­de an der Wed­din­ger Gericht­stra­ße 1213. In eini­gen Räu­men fin­den Gast­prä­sen­ta­tio­nen und kol­la­bo­ra­ti­ve Events statt, womit das klas­si­sche For­mat des Ate­lier-Rund­gangs erwei­tert wird und neue Syn­er­gien entstehen.

Hier eine Aus­wahl der Arbei­ten ein­zel­ner Ate­liers, die euch am Sams­tag erwarten: 

Leda Bour­go­gne, die in ihren eige­nen Arbei­ten Zuschrei­bun­gen von Geschlech­ter­rol­len und Iden­ti­täts­bil­dun­gen hin­ter­fragt, zeigt in ihrem Ate­lier gemein­sam mit dem Mul­ti­me­dia-Künst­ler Samu­el Haitz Tex­til­ar­bei­ten, Bücher und Objek­te (Auf­gang 3).

Im Ate­lier der Video- und Per­for­mance-Künst­le­rin Anna Zett fin­den mul­ti­me­dia­le Dia­lo­ge  statt: zum einen in Form einer Video­in­stal­la­ti­on, zum ande­ren als musi­ka­li­sche Impro­vi­sa­ti­on (mit Ange­la Muñoz am Schlag­zeug u.a.) und Live-Gespräch (Auf­gang 5).

Im sel­ben Ate­lier insze­niert die ira­ni­sche Künst­le­rin Saba Bag­he­ri eine neue Tex­til­ar­beit, dazu wird ihre Mit­ak­ti­vis­tin aus der ira­ni­schen femi­nis­ti­schen Bewe­gung, Sanaz Azi­mi­pour, ihren Text „Sun­day Mor­ning of Remem­brance” lesen. Bei­de set­zen sich in ihren Wer­ken mit dem eige­nen Ver­hält­nis zu Erin­ne­rung, Frei­heit und Wider­stand aus­ein­an­der (Auf­gang 5).

Die Male­rin und Kall­mann-Preis­trä­ge­rin Ane­ta Kaj­zer wird selbst nicht mit eige­nen Arbei­ten teil­neh­men – die­se sind der­zeit in einer Ein­zel­aus­stel­lung in der Gale­rie Con­rads zu sehen. Sie hat Hen­rik José in ihr Ate­lier ein­ge­la­den. Er wird eine inter­ak­ti­ve Video- und Klang­in­stal­la­ti­on vor­stel­len, die auf Feed­back-Loops basiert (Auf­gang 8).

Das Mode­la­bel Halo Labels zeigt eine kura­tier­te Kol­lek­ti­on, die von dekon­struk­ti­vis­ti­schen japa­ni­schen Desi­gnern aus den 90er Jah­ren über fran­zö­si­sche und ita­lie­ni­sche Raf­fi­nes­sen aus den 2000er Jah­ren bis hin zu zeit­ge­nös­si­schen Mus­tern von Halo Labels reicht. Besucher*innen kön­nen außer­dem die Biblio­thek mit Kunst- und Design­bü­chern von Kris (Stu­dio Pyda) durch­stö­bern (Auf­gang 3, 14–22 Uhr).

Der Foto­graf Jan von Hol­le­ben prä­sen­tiert sein neu­es­tes Kin­der­buch „Die Blau­beer­ma­schi­ne”, das er mit dem Autor Mon­te Pack­ham für den Litt­le Steidl Ver­lag gestal­tet hat. (Auf­gang 4).

Die Illus­tra­to­rin und Desi­gne­rin Sarah Illen­ber­ger lädt zur Begeg­nung mit ihrer Raum­in­stal­la­ti­on „I Heard Through the Gra­pe­wi­ne” ein (Auf­gang 4).

Die Künst­le­rin und Foto­gra­fin Chris­ti­ne Bay­er stellt in ihren Räu­men eige­ne Arbei­ten aus; dar­über hin­aus zeigt das Aper­tu­re Film Lab ana­lo­ge Foto­gra­fien und gibt Ein­bli­cke in das künst­le­ri­sche Arbei­ten mit der ana­lo­gen Kame­ra (Auf­gang 8).

Die Kera­mi­ke­rin Hel­ga Schmelz­le öff­net ihre Werk­statt; ihr Gast, Anne vom Hofe, prä­sen­tiert Foto­gra­fien vom Kar­ne­val der Kul­tu­ren (Auf­gang 7).

Die Besucher*innen kön­nen auch durch die Eta­gen und Auf­gän­ge in den Gerichts­hö­fen wan­deln und auf per­sön­li­che Ent­de­ckungs­rei­se gehen (aus­ge­nom­men sind die Bau­stel­len). Vie­le wei­te­re Künstler*innen laden zur Besich­ti­gung ihrer Ate­liers ein und neh­men sich gern Zeit für ein Gespräch. So kann man bei Sil­ke Bartsch erkun­den, wie sie in ihren Bil­dern Farb­räu­me durch Ein­gren­zung, Auf­lö­sung und trans­pa­ren­te Schich­tun­gen anord­net (Auf­gang 7). Andrea Wall­gren zeigt neu­es­te groß­for­ma­ti­ge Pain­tings, in denen sie die kom­ple­xen Bezie­hun­gen zwi­schen Far­be, Raum und Mensch auf­spürt (Auf­gang 7). Anet­te Haas prä­sen­tiert gemein­sam mit Andrea Schmidt aktu­el­le Litho­gra­fien und Zeich­nun­gen (Auf­gang 2).

Über die Gerichts­hö­fe
Im Jahr 1983 mie­te­ten die ers­ten Künstler*innen Räu­me in dem his­to­ri­schen Gewer­be­hof­kom­plex (Bau­jahr 1912) zwi­schen Gericht- und Wie­sen­stra­ße in Ber­lin-Wed­ding und rich­te­ten hier ihre Ate­liers und Werk­stät­ten ein. Ver­mie­te­rin ist bis heu­te die Ges­obau AG. 2004 folg­te die Grün­dung des gemein­nüt­zi­gen Ver­eins „Kunst in den Gerichts­hö­fen e.V.” mit dem erklär­ten Ziel, das Pro­fil des Kunst­quar­tiers als Gemein­schaft von Kunst­schaf­fen­den zu schär­fen und die Gerichts­hö­fe noch stär­ker als bis­her zu einem leben­di­gen Ort der Begeg­nung und des offe­nen Aus­tauschs in der Stadt zu machen. Mit inzwi­schen mehr als 70 Künstler*innen unter­schied­li­cher Her­kunft und künst­le­ri­scher Aus­rich­tung zäh­len die Gerichts­hö­fe, die vier Höfe mit acht Auf­gän­gen umfas­sen, heu­te zu den größ­ten Ate­lier­häu­sern in Deutschland.


Kunst in den Gerichts­hö­fen e.V.: www.gerichtshoefe.de | Insta­gram & Face­book: @gerichtshoefe

weddingweiserredaktion

Die ehrenamtliche Redaktion besteht aus mehreren Mitgliedern. Wir als Weddingerinnen oder Weddinger schreiben für unseren Kiez.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

MastodonWeddingweiser auf Mastodon
@[email protected]

Wedding, der Newsletter. 1 x pro Woche



Unterstützen

nachoben

Auch interessant?