Superwahljahr: Wer tritt an im Wedding?

wahllokal
Ein­gang zu einem Wahl­lo­kal. Foto: And­rei Schnell

Das ist unser fort­lau­fend aktua­li­sier­ter Bei­trag zu den Wed­din­ger Kan­di­da­ten im Super­wahl­jahr 2021. Der Tag für alle Wah­len ist der 26. Sep­tem­ber. Wir schlüs­seln auf, wel­che Lis­ten- und Direkt­kan­di­da­ten es wis­sen wol­len und gegen­ein­an­der antre­ten. Der Arti­kel beginnt mit den Kan­di­da­ten der Bun­des­tags­wahl. Es folgt ein Abschnitt zum Bezirks­bür­ger­meis­ter. Kli­cke auf Dein Vier­tel, um alle für Dich rele­van­ten Infos zur Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus  zu erhal­ten:  Afri­ka­ni­sches Vier­tel, Anton­kiez, Brun­nen­vier­tel, Brüs­se­ler Kiez, Gericht­stra­ße, Gesund­brun­nen, Eng­li­sches Vier­tel , Osram­hö­fe, Leo, Sol­di­ner Kiez, Spren­gel­kiez. Last but not least stel­len die Par­tei­en die­se Lis­te für die Wahl der Bezirks­ver­ord­ne­ten auf. Hilf­reich auch unse­re FAQs zu den Wahlen.

FAQ zu den Wahlen 2021

Wählen
Wäh­len mit Wis­sen. Foto: And­rei Schnell

Wie viele Stimmen habe ich?

Min­des­tens fünf, even­tu­ell auch sechs. Für die Bun­des­tags­wahl kann ein Kreuz beim Direkt­kan­di­da­ten und eines bei der Par­tei gesetzt wer­den. Eben­so bei der Abge­ord­ne­ten­haus­wahl. Bei der Wahl der Bezirks­ver­ord­ne­ten gibt es nur eine Stim­me, die für die gewünsch­te Par­tei. Die sechs­te Stimme

Wie sieht der Stimmzettel aus?

Noch gibt es kei­ne Mus­ter-Stimm­zet­tel für die Wah­len. Bis dahin zei­gen wir hier Mus­ter ver­gan­ge­ner Jahre.

Stimmzettel Bundestagswahl

Was heißt Erst- und Zweitstimme?

Bei der Bun­des­tags­wahl gibt es einen Wahl­zet­tel. Auf die­sem wird links der Direkt­kan­di­dat ange­kreuzt und rechts die Par­tei. Die­ses Kreuz gilt als das wich­ti­ge, denn es ent­schei­det über die Zusam­men­set­zung des Bun­des­ta­ges. Das Kreuz auf der lin­ken Sei­te, die Erst­stim­me, gilt als weni­ger wich­tig, denn es ent­schei­det nur dar­über, wel­che Per­son für eine Par­tei in den Bun­des­tag ein­zieht, aber nicht dar­über, wie stark die­se Par­tei wird.

Für das Abge­ord­ne­ten­haus gibt es zwei Zet­tel in unter­schied­li­cher Far­be. Das Prin­zip gleicht dem der Bundestagswahl.

Was heißt Liste, was heißt Direktkandidat?

Unter den gewähl­ten Par­la­men­ta­ri­ern und Abge­ord­ne­ten kön­nen die direkt gewähl­ten ein klein wenig stol­zer als ihre Kol­le­gen sein, denn sie haben sich in ihrem Wahl­kreis gegen Kon­kur­ren­ten ande­rer Par­tei­en durch­ge­setzt. In der Pra­xis haben die Direkt­kan­di­da­ten aber nicht mehr Rech­te als die Mit­glie­der des Bun­des­ta­ges oder Abge­ord­ne­ten­hau­ses, die über Lis­te ein­ge­zo­gen sind.

Die Lis­te ist eine Rei­hen­fol­ge, die von den Par­tei­en auf­ge­stellt wer­den. Sie wird dann wich­tig, wenn der Par­tei mehr Sit­ze zuste­hen als Direkt­kan­di­da­ten gewon­nen haben. Bei Par­tei­en wie Grü­ne und Lin­ke, die erfah­rungs­ge­mäß wenig Direkt­man­da­te holen, ist die Lis­te also wich­ti­ger als bei Par­tei­en wie CDU und SPD, die vie­le Wahl­krei­se direkt gewin­nen. In der Umgangs­spra­che wird oft abfäl­lig davon gespro­chen, dass bestimm­te Poli­ti­ker über die Lis­te “abge­si­chert” sind. Damit wird beschrie­ben, dass Direkt­kan­di­da­ten manch­mal auch auf der Lis­te ganz weit oben genannt wer­den. Sinn­voll ist das bei Spit­zen­po­li­ti­kern wie dem Kan­di­da­ten für das Amt des Regie­ren­den Bür­ger­meis­ters, weni­ger sinn­voll natür­lich bei Poli­ti­kern der zwei­ten Reihe.

Kann ich den Kanzler wählen, welche Wirkung hat meine Stimme?

Beim Bun­des­tag stellt tra­di­tio­nell die stärks­te Par­tei den Bun­des­kanz­ler. Das Grund­ge­setz ver­langt dies aber nicht. Es heißt dort ledig­lich, dass der Bun­des­tag einen Bun­des­kanz­ler wählt. Damit könn­te also auch eine klei­ne­re Par­tei einen Kanz­ler stel­len. Vor­aus­set­zung ist natür­lich, dass sie genü­gend Koali­ti­ons­part­ner fin­det. Die Minis­ter wer­den vom Volk oder den Par­tei­en im Bun­des­tag gewählt. Der Kanz­ler schlägt sie vor und der Bun­des­prä­si­dent bestä­tigt den Vor­schlag for­mal. Tra­di­tio­nell sind die Minis­ter auch Mit­glied des Bun­des­ta­ges, aber es gab auch Minis­ter, die kein Man­dat hat­ten. So gesche­hen bei Klaus Kin­kel, Frank-Wal­ter Stein­mei­er oder Ursu­la von der Leyen.

Der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter wird vom Abge­ord­ne­ten­haus gewählt. Auch hier ist es ledig­lich Tra­di­ti­on, dass die stärks­te Par­tei die­ses Amt bekommt. Die Ber­li­ner Ver­fas­sung erlaubt dem Regie­ren­den Bür­ger­meis­ter, die Sena­to­ren zu benen­nen und zu entlassen.

Bei der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung wer­den Par­tei­en gewählt. Anders als im Bund und im Land gibt es kei­ne Bezirks­re­gie­rung und damit auch kei­ne Koali­tio­nen. Der Bezirks­bür­ger­meis­ter wird per Zähl­ge­mein­schaft gewählt. Die Pos­ten der Stadt­rä­te wer­den ent­spre­chend des Wahl­er­geb­nis­ses pro­por­tio­nal an die Par­tei­en ver­ge­ben, wobei die Bezirks­ver­ord­ne­ten die Stadt­rä­te wäh­len müs­sen. Der Umfang der Auf­ga­ben der Stadt­rä­te ist in der Ber­li­ner Ver­fas­sung nicht festgelegt.

Warum Superwahljahr?

In Ber­lin gab es vor mehr als 30 Jah­ren das letz­te Mal das Zusam­men­tref­fen von Bun­des­tags- und Ber­lin­wahl. 1990 tra­fen sich die bei­den Wah­len zum letz­ten Mal in einem Jahr. Damit haben die Wäh­ler fünf Stim­men. Das sind jeweils die Erst- und Zweit­stim­me für die Bun­des­tags­wahl und  für die Wahl des Abge­ord­ne­ten­hau­ses. Hin­zu kommt eine Stim­me für eine Par­tei, die man für die Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung wäh­len möchte.

Weitere Fragen?

Schreibt gern in die Kom­men­ta­re, wenn ihr Fra­gen habt, die wir für euch recher­chie­ren sollen.

Autorenfoto Andrei Schnell

And­rei Schnell recher­chiert für Leser Fra­gen zur Wahl.

Bundestagswahl: Wahlergebnis im Wedding

Wahlergebnis Wedding
In die­sen Kiezen hol­ten SPD und Lin­ke die meis­ten Zweit­stim­men. Gra­fik: Bloch/Schnell

Die meis­ten Wed­din­ger Stadt­tei­le gewan­nen bei der Bun­des­tags­wahl 2017 die Lin­ken und die SPD. Die neben­ste­hen­de Kar­te zeigt den jewei­li­gen Sie­ger pro Kiez. Bei den Erst­stim­men sieht das Wahl­er­geb­nis Eva Högl im Wed­ding vorn, nur am Leo und im Sol­di­ner Kiez wur­de sie von Ste­phan Rau­hut von den Lin­ken über­holt. Beim Volks­ent­scheid zur Offent­hal­tung Tegels stimm­ten im Bezirk Mit­te gut 55 Pro­zent mit Ja. Hier die Zah­len pro Viertel:

Weddingmelder-Wochenschau #36/17

Helfer
Noch so ein Hel­fer bei der Wahl­ent­schei­dung? Foto: And­rei Schnell

Es sind noch mehr als vier Wochen bis Weih­nach­ten und doch gibt es schon über­all Spe­ku­la­ti­us. Und es sind noch zwei Wochen bis zur Bun­des­tags­wahl und doch gibt es schon über­all Hel­fer­lein, die bei der Wahl­ent­schei­dung hel­fen wol­len. Das ist der über­aus­ge­wo­ge­ne Wahl-O-Mat, bei dem die CDU “Ja” bei sozia­len Woh­nungs­bau ankreuzt. Das ist der schon etwas sinn­vol­le­re Dein­Wal – ok, der Titel ist etwas kin­disch. Er funk­tio­niert mit den tat­säch­li­chen Abstim­mun­gen der letz­ten vier Jah­re. – Und nun auch noch die Nach­hil­fe vom Wed­ding­wei­ser mit der Wed­ding­mel­der-Wochen­schau, mal sehen, was da so drin steht:

Wahlentscheidung? Kinderleicht!

Kolum­ne Alles begann mit einem klei­nen blau­en But­ton. Der klei­ne Wed­din­ger mach­te ganz gro­ße Augen als er ihn sah. Er war klein und blau mit roter und wei­ßer Schrift drauf. Das war 2011, der klei­ne Wed­din­ger war drei Jah­re alt und er wur­de von Papa in die Hugo-Hei­mann-Biblio­thek im Brun­nen­vier­tel mit­ge­schleppt, weil die gro­ße Schwes­ter bei der U18-Jugend­wahl dort ihre Stim­me abge­ben soll­te. Wer sich eine Par­tei aus­sucht und ankreuzt, bekommt einen But­ton, erklär­te Papa dem klei­nen Sohn. Sofort war klar: Ich will auch!

Bundestagswahl 2017: Im Gespräch mit Frank Henkel

Frank Henkel
Frank Hen­kel nach dem Inter­view im Deich­graf im April 2017. Foto: And­rei Schnell

Frank Hen­kel, Direkt­kan­di­dat für die CDU, war noch vor einem hal­ben Jahr das Gesicht der Ber­li­ner CDU. Im Vor­ge­spräch mit dem Wed­ding­wei­ser will der ehe­ma­li­ge Sena­tor und ehe­ma­li­ge  Bür­ger­meis­ter als Steh­auf­männ­chen rüber­kom­men. Dabei ist zu spü­ren: Frank Hen­kel ist durch und durch Ber­li­ner und mit fes­ten Blick auf die Ber­li­ner Poli­tik rech­net er vor, dass er in vier Jah­ren erst 58 Jah­re jung sein wird. Hofft er auf eine poli­ti­sche Rück­kehr in Ber­lin? Auch in die­sem Inter­view, um das der Wed­ding­wei­ser wegen der Bun­des­tags­wahl bat, löst sich Hen­kel nicht völ­lig von der Ber­li­ner Lan­des­po­li­tik. (Hier zu den Inter­views mit Özcan Mut­lu von den Grü­nen vom 22. März, mit Eva Högl von der SPD am 3. April und Ste­phan Rau­hut von den Lin­ken am 8. Mai.)

Bundestagswahl 2017: Im Gespräch mit Stephan Rauhut

Steve Rauhut
Ste­ve Rau­hut tritt für die Lin­ke als Direkt­kan­di­dat an. Foto: And­rei Schnell

Inter­view Ste­phan Rau­hut beginnt das Gespräch ohne Ein­stieg, ohne erklä­ren­de Wor­te, umge­hend nach dem “Guten Tag”. So als habe Zeit zu ver­lie­ren. Bun­des­tags­wahl als hek­ti­sche Ange­le­gen­heit. Und er redet schnell. Der Wed­ding­wei­ser ist nicht ganz so schnell. Das Inter­view mit dem Poli­ti­ker der Lin­ken wur­de bereits vor den Oster­fe­ri­en am 31. März geführt. Der Gemein­sinn-Unter­neh­mer Rau­hut prä­sen­tier­te sich an die­sem Tag dem Wed­ding­wei­ser als Macher, der anpackt. (Hier zu den Inter­views mit Özcan Mut­lu von den Grü­nen vom 22. März und mit Eva Högl von der SPD am 3. April.)

Demokratie in der Mitte

Bettina Pinzl (links) und Lina Respondek von Demokratie in der Mitte in der Fabrik Osloer Straße. Nicht auf dem Bild: Mitarbeiter James Rosalind. Foto: NachbarschaftsEtage
Bet­ti­na Pinzl (links) und Lina Respon­dek von Demo­kra­tie in der Mit­te in der Fabrik Oslo­er Stra­ße. Nicht auf dem Bild: Mit­ar­bei­ter James Rosa­lind. Foto: NachbarschaftsEtage

Ein Pro­jekt in der Fabrik Oslo­er Stra­ße setzt sich gegen Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung und für mehr Respekt ein. “Demo­kra­tie in der Mit­te” will auch im Vor­feld der Bun­des­tags­wahl am 24. Sep­tem­ber mit Nach­barn ins Gespräch kommen.

Bundestagswahl 2017: Im Gespräch mit Eva Högl

Eva Högl
Eva Högl (SPD)

Inter­view Das Gespräch mit Eva Högl beginnt mit den Wor­ten: “Den Wed­ding­wei­ser lese ich täg­lich”. Die erfah­re­ne Abge­ord­ne­te der SPD bit­tet, für das Inter­view Platz zu neh­men und beginnt umge­hend zu reden. Sie will viel unter­brin­gen in den weni­gen Minu­ten, es sind sehr vie­le poli­ti­sche The­men, die sie umtrei­ben. Doch am Ende bleibt sie rea­lis­tisch: “Na, sehen Sie mal zu, was Sie dar­aus machen.” Hier die Ant­wor­ten, die einem Gespräch mit Eva Högl zu ihrer Arbeit im Bun­des­tag ent­stam­men. (Hier zum Inter­view mit Özcan Mut­lu von den Grü­nen vom 22. März und zum Inter­view mit Ste­phan Rau­hut von den Lin­ken vom 8. Mai).