Auf dem roten Teppich in den Wedding

Anne Lakeberg im Gespräch mit Schauspielerin Charlotte Rampling. Foto: Hensel
Anne Lakeberg im Gespräch mit Schauspielerin Charlotte Rampling. Foto: Hensel

Der Berlinale-Wettbewerb ist lau gewesen in diesem Jahr? Egal. Filmfestivaldirektor Dieter Kosslick möge nun endlich in den Ruhestand gehen, die Berlinale müsse sich dringend neu erfinden – das interessierte am Freitag im Wedding keinen. Der Potsdamer Platz ist weit weg, wenn man in der Müllerstraße auf dem roten Kinosessel sitzt. Im City Kino Wedding war am Freitag Berlinale-Tag. Drei Filme wurden im Rahmen der 69. Filmfestspiele gezeigt. Es gab zwei tolle Filmgespräche, einen echten Leinwandstar und auch ein wunderbares Menu zum Film, serviert von der Gourmanderie im Vorderhaus des Kinos. Die Berlinale im Wedding, die kann gerne bleiben wie sie ist.

69. Berlinale in der neuen Betonhalle im silent green Kulturquartier

69. Berlinale 2019, Antikino im silent green Kulturquartier, Foto von M.Fanke
69. Berlinale 2019, Antikino im silent green Kulturquartier, Foto von M.Fanke

Wer die Berlinale ohne Anstehen und feste Vorstellungszeiten besuchen möchte, der kann noch bis zum 17. Februar bzw. 9. März in der fertiggestellten Betonhalle des silent green Kulturquartier, Gerichtstr. 35, das 14. Forum Expanded: ANTIKINO (THE SIREN’S ECHO CHAMBER) genießen. Die Ausstellung und das Screening im Rahmen der 69. Berlinale bereichern die Kulturwelt des Weddings.

Berlinale 2019: Filme und Promis in der Müllerstraße

Der rote Teppich für die Berlinale im City Kino Wedding ist ausgerollt. Foto: Hensel
Der rote Teppich für die Berlinale im City Kino Wedding ist ausgerollt. Foto: Hensel

Am Donnerstag (7.2.) beginnen die 69. Berliner Filmfestspiele. Natürlich kann man zum Potsdamer Platz fahren und im Berlinale-Palast bis zum 17. Februar einen Film nach dem anderen schauen, mit etwas Glück den einen oder anderen Promi am roten Teppich sehen und Berlinale-Luft schnuppern – wenn man denn Karten ergattert. Man kann aber auch einfach zu Hause im Wedding bleiben und all das auch hier erleben. Die Berlinale kommt nämlich in diesem Jahr wieder in den Kiez. Am 15. Februar ist der große Berlinale-Tag im City Kino Wedding in der Müllerstraße.

Der Wedding und die Berlinale

Ticket für die Berlinale im City Kino Wedding 2016
Ein Ticket für die Berlinale im City Kino Wedding – leider schon zwei Jahre alt. Foto: Hensel

Meinung. Bereit für den Filmmarathon? Morgen beginnen die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Bis zum 25. Februar gibt es am Potsdamer Platz, aber auch in den Kiezen bei der Berlinale Kino satt. Das City Kino Wedding war in den vergangenen zwei Jahren Spielort der Festspiele. In diesem Jahr zeigt das Programmkino in der Müllerstraße leider keine Berlinale-Filme. Doch das ist kein Grund zum Schmollen. Auch das sei ein kleiner Trost: der Wedding sendet sozusagen eine Botschafterin zu den Filmfestspielen.

City Kino Wedding: Berlinale, die Zweite!

2017 zum zweiten Mal bei der Berlinale dabei: das City Kino Wedding. Foto: Albert Warth.
2017 zum zweiten Mal bei der Berlinale dabei: das City Kino Wedding. Foto: Albert Warth.

Ausverkauft ist keine Nachricht, denn ausverkauft ist das City Kino Wedding öfter. Am Donnerstag (16.2.) war das hübsche Liebhaberkino in der Müllerstraße aber wegen der Berlinale ausverkauft. Das ist eine Nachricht und die geht so: Das City Kino Wedding etabliert sich als Berlinale-Kino. Bereits zum zweiten Mal war das Lichtspielhaus im Centre Francais Teil der Internationalen Berliner Filmfestspiele. Im Rahmen der Reihe „Berlinale goes Kiez“ gab es zwei Vorstellungen. Sie waren, wie bei der Berlinale üblich, ausverkauft.

Berlinale-Glanz für das City Kino Wedding

Der rote Teppich und das Berlinale-Logo vor dem Eingang des City Kino Wedding.
Das City Kino Wedding ist wie im vergangenen Jahr Berlinale-Kino. Foto: Hensel

Weddinger aufgepasst! Um 10 Uhr beginnt heute der Kartenverkauf für die Berlinale. Die 67. Berliner Filmfestspiele finden in diesem Jahr vom 9. bis 19. Februar statt. Wie im vergangenen Jahr bekommt auch der Wedding an einem Abend ein wenig Berlinale-Glanz ab. Wenn wir Weddinger uns beeilen, können wir für die Vorstellungen am 16. Februar im City Kino Wedding in der Müllerstraße Karten ergattern. Dann können wir neben Besuchern aus der ganzen Stadt auf den roten Sitzen des schönen Kiezkinos im Centre Francais Platz nehmen.

Der Wedding und die Berlinale-Feinschmecker

Die Berlinale war im City Kino Wedding zu Gast. Foto: Hensel
Die Berlinale war im City Kino Wedding zu Gast. Foto: Hensel

Auf der Müllerstraße gibt es natürlich Döner. Und die Gespräche drehen sich im Stadtteil gern darum, welcher der beste, der echteste, der wahre Döner ist. Der Weddinger ist kulinarisch gesehen schlicht und würde vermutlich eher nicht Gazpacho vom Kürbis mit Blaubeeren mit einem Hauch geräucherter Forelle bestellen. Daher meiden die Feinschmecker der Stadt den Wedding. Hier gibt es zu wenig für sie. Am Freitag (19.2.) jedoch zeigte der Wedding im Centre Francais, dass er auch anspruchsvollen Gaumen einen schönen Abend bereiten kann. „Berlinale goes Kiez“ hatte Feinschmecker aus Steglitz, Neukölln und Detroit in einen Stadtteil geführt, der für sie kein Begriff ist und den sie nur dank der U6 auf dem Stadtplan haben finden können.

Berlinale im Centre Français

Filmplakat zum Dokumentarfilm "The Singhampton Project"
Filmplakat zum Dokumentarfilm „The Singhampton Project“

Das City Kino Wedding im Centre Français am oberen Ende der Müllerstraße wird als eines von sieben Kinos in Berlin ein Standort der Kiezberlinale. Die Reihe „Berlinale Goes Kiez“ macht am 19. Februar mit dem Dokumentarfilm „The Singhampton Project“ Station im City Kino. Außerdem wird noch ein zweiter Film an diesem Abend gezeigt.

Weddingwoche #6: Die Wiedergeburt

Das Krematorium – zukünftig ein Kulturort

Die Weddingwoche ist eine wöchentliche Kolumne, die auch im Berliner Abendblatt erscheint.

Mit dem Sterben ist es wie mit dem Haare schneiden. Da ist nie Stillstand, es gibt immer was zu tun. Dem Krematorium im Wedding, das erste überhaupt in Preußen, hat das aber nix genutzt. Seit über zehn Jahren rauchen die Schornsteine schon nicht mehr am Nettelbeckplatz. Totenstill war es lange um das markante Gebäude mit der 18 Meter hohen Kuppel. Seit letztem Jahr firmiert es nun unter neuem Besitzer als silent green kulturquartier.

Langsam kommt wieder Leben in die Bude. Der Startschuss für den neuen Veranstaltungsort fällt gleich mit großem Tam-Tam: Die Berlinale hält Einzug. Ab 7. Februar ist im Ex-Krematorium die Gruppenausstellung des Forum Expanded zu sehen. Als „ruhigen Raum, der die Wahrnehmung fokussiert und zu Projektionen im doppelten Sinne einlädt“ kündigen die Veranstalter das Gebäude an. Internationale Kunst statt Grabgestecke. Eine schöne Nachnutzung. Und irgendwie passt es dann ja auch, dass die Kreativen sich gerne in Schwarz kleiden…

Autor: Marcus Bauer


Mehr Infos zur Berlinale und zum Forum Expanded gibt es hier

http://www.berlinale.de/de/presse/pressemitteilungen/forum/forum-presse-detail_16980.html