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Wedding kurz & knapp

28. Januar 2024

Von der Demo gegen Rechtsextremismus zum British Shorts Festival im City Kino zur Franzöischen Woche im Centre Français und zum Infotreffen für eine Ehrung der stillen Heldin Franziska Bereit im Café Cralle – das war vielleicht eine Woche! Über all diese Themen wird es in den kommenden Tagen Beiträge auf dem Blog geben. Hier geht es jetzt zunächst nachrichtlich weiter, denn es gibt natürlich noch viel mehr Neuigkeiten aus dem Wedding. Hier kommen die sieben ausgewählten Nachrichten-Häppchen für einen informierten Weddinger Sonntag.

Wedding kurz & knapp

7 Tage, 7 Schlagzeilen

  1. In eigener Sache: Für Demokratie, gegen Rechtsextremismus
  2. Kürzungen im Jugendbereich: Kommt Hilfe vom Senat?
  3. Teil des Karstadt-Gebäudes als „Haus der Hilfe“?
  4. Dem Sprengelhaus geht die Luft aus
  5. Mitte bekommt einen Hitzeschutzplan
  6. Drei Weddinger Spielorte erwarten die Berlinale
  7. Wiederholungswahl im Wedding

Wedding kurz & knapp

In eigener Sache: Für Demokratie, gegen Rechtsextremismus
Seitdem die Recherchen von Correctiv zu Abschiebungsplänen von rechtsextremen Gruppen bekannt geworden sind, demonstrieren überall in Deutschland Menschen gegen Rechtsextremismus. Den Demonstrationen in Berlin haben sich auch viele Weddingerinnen und Weddinger angeschlossen: Privatpersonen, Bezirkspolitiker, Abgeordnete, Organisationen und Vereine. Auch der Weddingweiser war dabei und steht für eine offene und demokratische Gesellschaft ein. Ausgrenzung und Diskriminierung haben keinen Platz im Wedding, einem bunten und vielfältigen Stadtteil. Wir finden es wichtig, zusammenzustehen – auch wenn wir verschiedene Meinungen, kulturelle Hintergründe oder Sorgen haben. Eine Gemeinschaft der Vielen sollte nicht nur auf den Demonstrationen gegen Rechtsextremismus sichtbar sein. Wir wollen unsere Berichterstattung daher künftig um eine Demokratie-Kolumne ergänzen. Zusammen mit dem Projekt Demokratie in der Mitte wird es hier in Kürze regelmäßig um Demokratiethemen aus der Nachbarschaft gehen. Bis dahin unterstützen wir den Aufruf von mehr als 160 Organisationen zur nächsten Demonstration am kommenden Samstag (3.2.). Ab 13 Uhr soll rund um den Reichstag unter dem Motto „Wir sind die Brandmauer“ eine Menschenkette gebildet werden.

Kürzungen im Jugendbereich: Kommt Hilfe vom Senat?
Mit mehreren Demonstrationen haben sich auch Vertreterinnen und Vertreter der Weddinger Kinder- und Jugendeinrichtungen gegen die drohenden Einsparungen im Bezirkshaushalt gewendet. Weil der Bezirk im Haushalt 13 Millionen Euro einsparen muss, sind laut Jugendstadtrat Christoph Keller (Linke) 30 von 52 Einrichtungen in ihrem Bestand gefährdet. Betroffen sind Jugendklubs, Jugendfreizeiteinrichtungen, Schulsozialarbeit und die vom Bezirk finanzierten Familienzentren. Christioph Keller und Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (Grüne) beklagen dabei besonders die engen Vorgaben des Senats hinsichtlich der Einsparungen. Der Bezirk wünscht sich mehr freie Hand bei der Entscheidung, wo genau gespart wird. Mehr dazu steht im Beitrag Ende der Jugendklub-Kultur droht. Unterdessen hat Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) erklärt, dass das Land ab Mitte des Jahres einen Teil der Mietkosten für das Ausweichquartier der Anna-Lindh-Schule übernehmen will. Diese hohen Kosten belasten den Bezirkshaushalt besonders stark. Im Bildungsausschuss sagte die Senatorin nach Angaben von rbb24, sie hoffe, dass die Träger der Jugendarbeit durch die Teilübernahme der Kosten mehr finanzielle Sicherheit erhalten.

Teil des Karstadt-Gebäudes als „Haus der Hilfe“?
Im Bezirk wird schon seit längerer Zeit darüber diskutiert, ein „Haus der Hilfe“ einzurichten. Darin sollen verschiedene Hilfs- und Beratungsangebote gebündelt werden, unter anderem für wohnungslose Menschen oder Personen mit Suchterkrankungen. In einem Gastbeitrag hatte der Grünen-Politiker Taylan Kurt vor drei Jahren ein solches berlinweites Modellprojekt vorgestellt (Ein Haus der Hilfe für den Wedding). Bei der Sitzung am 18. Januar haben die Bezirksverordneten den Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Die Linke unterstützt, den geplanten Karstadt-Umbau dafür zu nutzen, um das „Haus der Hilfe“ einzurichten. Das Bezirksamt soll demnach zeitnah ein Konzept erarbeiten, das einen Weg weist, wie ein Teil des Karstadt-Gebäudes künftig für soziale Zwecke genutzt werden kann. „Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt, dass die gemeinwohlorientierte Fläche des Neubaus vollständig für das 'Haus der Hilfe' genutzt wird“, heißt es in dem angenommenen Antrag. Im Rahmen des geplanten Umbaus des Gebäudes sind bisher neben Flächen für ein Warenhaus auch nicht näher definierte gemeinwohlorientierte Flächen geplant.

Dem Sprengelhaus geht die Luft aus
Ob das Sprengelhaus eine Zukunft hat, ist weiter unklar, und die Zeit wird knapp. Im vergangenen Jahr hatte sich der Gemeinsam im Stadtteil e.V. (GiS) an die Öffentlichkeit gewandt, weil die Eigentümergemeinschaft das Haus in der Sprengelstraße 15 verkaufen möchte. In dem Haus sind seit 25 Jahren viele soziale Träger beheimatet, die nun Mieterhöhungen und Vertreibung befürchten. Es hat Veranstaltungen und Solidaritätsaktionen gegeben, Bezirkspolitiker haben Unterstützung angeboten. Bis jetzt gibt es jedoch keine Lösung. „Gemeinsam im Stadtteil e.V. geht allmählich die Luft aus: Wir haben noch Mietverträge bis 31.03.24, können Anfragen zu Raumnutzungen nach diesem Datum nicht zusagen, die Untermieter müssen sich nach Alternativen umsehen und wir können nichts in Sachen Personalmittel unternehmen“, sagt Hans-Georg Rennert von GiS. Der Verein habe Bezirkspolitiker und im Kiez aktive Abgeordnete informiert. „Wir fragen uns, was wir tun können, dass noch ein Wunder geschieht?“, fragt Hans-Georg Rennert. Bezirksstadtrat Ephraim Gothe (SPD) hat sich bei der Bezirksverordnetenversammlung „vorsichtig optimistisch“ gezeigt, dass das Haus in städtischen Besitz übergehen könnte. Details wollte er aber nicht öffentlich machen.

Mitte bekommt einen Hitzeschutzplan
Der Bezirk Mitte bekommt einen Hitzeschutzplan. Das haben die Bezirksverordneten auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen am 18. Januar beschlossen. Unter dem Titel „Fünf Minuten nach 12 Uhr / Klimawandel fordert schnelles Handeln“ wird das Bezirksamt aufgefordert, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, um insbesondere im Freien arbeitende Menschen, alte und pflegebedürftige Personen, Säuglinge, Schwangere, Obdachlose, Menschen mit Behinderungen oder Erkrankungen besser vor den Auswirkungen von Hitzeereignissen zu schützen. Bei der Erstellung soll sich das Bezirksamt an dem vom Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin erarbeiteten Musterhitzeschutzplan für Bezirksämter orientieren. Ein Entwurf des Hitzeschutzplans soll spätestens bis April fertig sein und dann in den Ausschüssen diskutiert werden. Neben der Verwaltung sollen Fachstellen, Träger sozialer Einrichtungen, Feuerwehr und Polizei und Beiräte wie der Seniorenbeirat einbezogen werden.

Drei Weddinger Spielorte erwarten die Berlinale
Vom 15. bis 25. Februar finden die 74. Internationalen Filmfestspiele Berlin statt. Der Berlinale-Bär ist in diesem Jahr wieder mehrfach im Wedding zu Gast. In der Reihe „Berlinale goes Kiez“ ist der Stadtteil in diesem Jahr mit zwei Spielorten vertreten. Mit dabei ist wieder das City Kino Wedding im Centre Français in der Müllerstraße. Dem Lichtspielhaus kommt sogar die Ehre zu, am Samstag (17.2.) den Auftaktabend der Berlinale-Kiezreihe auszurichten. Das Sinema Transtopia ist zum ersten Mal Teil der Berlinale. „Berlinale goes Kiez“ wird am Donnerstag (22.2.) in der Lindower Straße zu Gast sein. Moderiert werden alle Veranstaltungen der Kiezreihe wieder von Anne Lakeberg, der ehemaligen Leiterin des City Kino Wedding. Der dritte Berlinale-Spielort ist wie in jedem Jahr das silent green Kulturquartier. Es ist Gastgeber für die Filme der Sektionen Forum und Forum Expanded, an jedem Tag im Festivalzeitraum sind in der Gerichtstraße Filme zu sehen. Weitere Infos gibt es in Kürze in einem separaten Beitrag auf unserem Blog sowie auf www.berlinale.de.

Wiederholungswahl im Wedding
Am 11. Februar wird die Bundestagswahl 2021 auch im Wedding teilweise wiederholt. Die Wahl kann rechnerisch keine großen Veränderungen in der Zusammensetzung der Bundesregierung bringen. Im Detail kann es aber dennoch spannend werden. Im Beitrag Kleines Kreuzchen, kleine Wirkung gibt es eine Übersicht darüber, in welchen Weddinger Kiezen gewählt wird, wer zur Wahl steht und wie die Chancen der Bewerberinnen und Bewerber stehen. Auf dem Blog wird es am Montag (12.2.) eine Auswertung der Wahlwiederholung mit den Zahlen aus den einzelnen Weddinger Kiezen geben.

Die nächsten „Wedding kurz & knapp“-Nachrichten erscheinen am Sonntag, den 11. Februar, dem Tag der Wiederholungswahl. Bis dahin empfehlen wir auch die Lektüre der neuen Ausgabe der Weddinger Allgemeinen Zeitung (E-Paper: WEZ 02/24).

Dominique Hensel

Dominique Hensel lebt und schreibt im Wedding. Jeden zweiten Sonntag gibt sie hier den Newsüberblick für den Stadtteil. Die gelernte Journalistin schreibt für den Blog gern aktuelle Texte - am liebsten zu den Themen Stadtgärten, Kultur, Nachbarschaft und Soziales. Hyperlokal hat Dominique es auf jeden Fall am liebsten und beim Weddingweiser ist sie fast schon immer.

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