Baukulturelles Erbe – Schmuckausstattung in Weddinger Mietshäusern

  Der Wed­ding wird zumeist mit Ver­wahr­lo­sung und sozia­len Pro­ble­men gleich­ge­setzt. Die­ses Stig­ma ver­deckt den Blick auf das bau­kul­tu­rel­le Erbe des Miet­woh­nungs­baus, das es zu doku­men­tie­ren, zu erfor­schen und zu erhal­ten gilt. Unse­re Autorin hat sich umgesehen.

Wie auf’m Dorf: Alte Straßennamen im Wedding

Foto: Samuel Orsenne bearbeitet: WeddingweiserEs gibt nur weni­ge Stra­ßen­na­men, die schon seit Mit­te des 19. Jahr­hun­derts bekannt sind. Dazu zäh­len See‑, Bad‑, Brun­nen- und Mül­ler­stra­ße, aber auch die Acker‑, Wiesen‑, Trift‑, Feld- oder Gar­ten­stra­ße. Sol­che Namen fin­det man auch auf jedem Dorf? Kein Wun­der: Der Wed­ding war ursprüng­lich eine Bau­ern­sied­lung, dann ein land­wirt­schaft­li­ches Gut, und lag immer vor den Toren der Stadt Ber­lin. Erst 1861 wur­de der Wed­ding auch offi­zi­ell Teil Ber­lins. Vie­le Namen sind jedoch schon viel älter.

Wohnen im Wedding: Die Mies van der Rohe-Häuser

Kon­trast in der Sambesistraße

Ber­lin ist bekannt für sei­ne nach dem Ers­ten Welt­krieg gebau­ten Wohn­an­la­gen. Am nord­west­li­chen Rand der Grün­der­zeit­be­bau­ung des Wed­ding, ent­lang der 1906 ange­leg­ten Afri­ka­ni­schen Stra­ße, wur­de eines der frü­he­ren Woh­nungs­bau­vor­ha­ben der Wei­ma­rer Repu­blik rea­li­siert. 1919 wur­den die schma­len Quer­stra­ßen Tanga‑, Uganda‑, Dua­la- und Sam­be­si­stra­ße von den Archi­tek­ten Mebes und Emme­rich mit nied­ri­gen Dop­pel­häu­sern bebaut.

Versteckt im Wedding (Teil 4)

Malplaquetstraße, Osramtor
Foto: Elsa G.

Über­sicht­lich in ein paar Kieze ein­ge­teilt, mit­ten­drin ver­steckt ein paar Parks und Plät­ze: der Wed­ding –  ein gro­ßer, grü­ner Dschun­gel vol­ler gro­ßer und klei­ner Beson­der­hei­ten. Die Klein­ode und höchst bemer­kens­wer­ten Schät­ze erschlie­ßen sich aber nicht jedem ober­fläch­li­chen Betrach­ter. Des­halb hel­fen wir mit unse­rer Serie ein biss­chen dabei, sie auf­zu­spü­ren. Dies­mal kom­men die Tipps von unse­rer Lese­rin Elsa. 

Hohe Hygienestandards und moderne Ausstattung: Das Jüdische Krankenhaus

Herbert Sonnenfeld, Durchreiche zwischen OP und Instrumentensterilisation im Jüdischen Krankenhaus in Berlin, Iranische Straße 2, ca. 1935; Jüdisches Museum Berlin, Ankauf aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin
Her­bert Son­nen­feld, Durch­rei­che zwi­schen OP und Instru­men­ten­ste­ri­li­sa­ti­on im Jüdi­schen Kran­ken­haus in Ber­lin, Ira­ni­sche Stra­ße 2, ca. 1935; Jüdi­sches Muse­um Ber­lin, Ankauf aus Mit­teln der Stif­tung Deut­sche Klas­sen­lot­te­rie Berlin

Ein­ge­weiht am 22. Juni 1914, war die Errich­tung des Jüdi­schen Kran­ken­hau­ses an der Exer­zier­stra­ße Ecke Schul­stra­ße ein finan­zi­el­ler Kraft­akt für die Jüdi­sche Gemein­de. Ins­ge­samt kos­te­te der Kran­ken­haus-Neu­bau über 3,25 Mil­lio­nen Mark. In die­sem Bei­trag geht es um die inno­va­ti­ven Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der hygie­ni­schen Bedin­gun­gen, die bei der Eröff­nung des Hau­ses beson­ders betont wurden.

Eine Führung durch den Roten Wedding

Zu sehen ist ein großer Stein, liegend. Auf ihm steht geschrieben: Anfang Mai 1929 fanden hier bei Straßenkämpfen 19 Menschen den Tod, 250 wurden verletzt.
Ste­le am Gedenk­stein Blut­mai 1929. Foto: August-Bebel-Institut

 

Wie wur­de der Wed­ding eigent­lich „rot“?
Was war der „Blut­mai 1929“?
Und wer war Wal­ter Nicklitz?
Das August-Bebel-Insti­tut (ABI) lud am „Tag der Deut­schen Ein­heit“ zu einer Füh­rung zur Geschich­te des sozia­len Wan­dels und poli­ti­scher Aus­ein­an­der­set­zun­gen im Wed­ding ein.

 

Die Füh­rung wur­de von Mitarbeiter*innen und Besucher*innen des Tagungs­zen­trums in der Wie­sen­stra­ße 30 (TAZ), die vom gemein­nüt­zi­gen KBS e.V. betrie­ben wird, gestal­tet. Unse­re Autorin war dabei.

Kulturwirtschaft im Denkmal: Glück, weil sich kein Käufer fand

Denkmal in der Osloer Straße
Der Back­stein­bau in der Oslo­er Stra­ße ist ein Denk­mal. Foto: Hensel

Nach­hal­tig ist, was lan­ge hält. Das Prin­zip der Nach­hal­tig­keit ist eine Gegen­be­we­gung zur Weg­werf­ge­sell­schaft und hat in den letz­ten Jah­ren immer mehr Auf­merk­sam­keit bekom­men. Mit­te Sep­tem­ber ging es dar­um auch beim Tag des offe­nen Denk­mals. „Denk_mal nach­hal­tig“ war der Akti­ons­tag in die­sem Jahr über­schrie­ben. Ein Besuch im ehe­ma­li­gen Umspann­werk Chris­tia­nia in der Oslo­er Straße.

30 Jahre Deutsche Einheit – Die großen Gefühle sind vorbei

Grenzöffnung, später Deutsche Einheit
Als die Mau­er fiel. Foto: Hart­mut Bräunlich

02.10.2020 Sekt­kor­ken wer­den wie­der knal­len. 30 Jah­re Deut­sche Ein­heit ist ein Jubi­lä­um, der Anlass für den Sekt. Ist das ein gro­ßes Jubi­lä­um? Oder eines, das man halt nicht über­ge­hen kann? Wer­den noch ein­mal Men­schen feuch­te Augen bekom­men, wenn sie an den 3. Okto­ber 1990 den­ken? Oder gra­tu­liert man artig dem Opa? Zeit­zeu­ge Hart­mut Bräun­lich aus dem Brun­nen­vier­tel blickt auf ein Leben zurück, in der die Gren­ze eine gro­ße Rol­le spiel­te. Er sagt heu­te: „Die Deut­sche Ein­heit ist voll­endet. Für mich ist das durch.“