Sag zum Abschied leise Prost

Bier und Suppe, dafür stand das ResOtto. Foto: Ramona Gamradt

Wir hatten uns irgendwie daran gewöhnt: Die gastronomische Landkarte des Wedding ist über die Jahre vielfältiger geworden. Auf einmal scheint das aus und vorbei zu sein – so kommt es einem im Moment zumindest vor. Denn innerhalb weniger Wochen ist der Wedding schlagartig um ein paar beliebte Namen ärmer geworden. Dafür gibt es viele persönliche Gründe der Betreiber; die unübersehbare Gentrifizierung ist dabei wohl gar nicht entscheidend gewesen. Und dennoch fällt eine gewisse Häufung auf. Wir haben zusammengefasst, wo schmerzliche Lücken entstanden sind.

Auf die Finger geschaut: Hand-Werk in Indien

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Foto: Marcus Bauer

Am kommenden Samstag wird im „aman!“ die Fotoausstellung „La main d’oeuvre“ eröffnet. Nach dem Krieg stand Handgemachtes in unseren Breiten für Rückständigkeit und Mangel. Mit dem Wirtschaftswunder wurden industriell gefertigte Produkte zum Symbol für Fortschritt und Wohlstand. Und während heute „Manufaktur“ wieder zum exklusiven Markenzeichen wird, verschwindet andernorts die Handarbeit langsam aus dem Alltagsbild. Beispiele dafür, was Hände alles bewerkstelligen, hat der Reisejournalist Marcus Bauer in den Jahren 2007 und 2008 im Nordosten Indiens fotografisch festgehalten.

19. Juni: Sprengelkiezer Nächte sind lang….

Osterkirche Sprengel- SamoastrEin ganzer Kiez macht am Freitag, den 19. Juni durch. Ausgehen und vom heimischen Bett fernbleiben konnten Nachteulen rund um die Sprengelstraße schon immer. Mit einer „Langen Nacht“ zeigen die Kiezbewohnerinnen und Kiezbewohner, Institutionen, Musikgruppen und Vereine, weshalb sich das Aufbleiben in diesem aufregenden Teil des Weddings ganz besonders lohnt. Mit dabei sind beispielsweise die Evangelische Osterkirche, das August-Bebel-Institut, das Café Strudelka oder das Studentenwohnheim Augustenburger Platz und viele Einrichtungen mehr. Hier befindet sich das Programm dieser ersten Langen Nacht im Sprengelkiez

Zyklotron: Die Kammerlesebühne Noir, so durchgeknallt wie Kino…

Oliver RiecheDominik Grittner, Alexander Temme und Oliver Rieche, drei Drehbuchstudenten der Filmuniversität Konrad Wolf, stellen das feste Ensemble einer ungewöhnlichen neuen Lesebühne dar, die alle drei Monate im „Nachtschwärmer Bei Ernst“ in der Sprengelstraße auftritt.  Gibt es etwas Phantasievolleres als die Ideen von angehenden Drehbuchschreibern?

„Ich bin vor einem halben Jahr aus Hannover zwecks Studium in den Wedding gezogen, wo auch Alexander wohnt“, sagt Oliver Rieche. „Und habe hier schnell Wurzeln geschlagen, fühle mich pudelwohl.“ Da das Drehbuchschreiben eine ziemlich einsame Sache ist, hat Oliver schon des Öfteren Lesebühnen organisiert, um „zum Lüften vor die Tür“ zu kommen. Die Kulturkneipe „Bei Ernst“ in der Sprengelstraße wurde Olivers Hobbyraum.

Ausstellung im „Strudelka“

(C) Mirko Merkel
(C) Mirko Merkel

Exzentrisch, verspielt, sehnsüchtig – Die Ausstellung „1899/1900 Yearnings“ gibt mit einem Hang zur Verwandlung, zum Traumhaften, zum Geheimnisvollen Einblick in das Lebensgefühl der Frauen Ende des 19. Jahrhunderts. In ihren Werken verbindet die Deutschthailänderin Yin O die geschwungenen Linien des Jugendstils mit surrealistischen Elementen, die auf unterschiedlichen Materialien von Passepartoutkarton bis Holz festgehalten werden. Am Samstag, den 29. November findet im österreichischen Café Strudelka der feierliche Abschluss der gerade laufenden Ausstellung statt –  abgerundet wird die Finissage mit einem Live Auftritt der Singer-Songwriterin Sissip.

Samstag, den 29.11.2014 ab 19:00 Uhr

Café Strudelka
Sparrstraße 18 (S/U-Bf Wedding)
13353 Berlin
  

Foto: Mirko Merkel

Yin O https://www.facebook.com/yinwithano

Sissip http://sissip.com/deutsch/